Der Name Stephen King wurde in den letzten Jahrzehnten etwas entwertet, was Adaptionen seiner Arbeiten betrifft. Es waren zu viele und sie waren von zu unterschiedlicher Qualität. Dabei hat der King of Horror nur selten die Drehbücher selbst geschrieben. Bei „A Good Marriage“, der auf der in der Geschichtensammlung „Zwischen Nacht und Dunkel“ als „Eine gute Ehe“ erschien, ist das immerhin anders. King selbst hat das Skript verfasst – herausgekommen ist aber ein relativ spannungsarmer Film, der als Thriller funktionieren will, aber im Grunde eher ein häusliches Drama darstellt.

Stephen King's A Good Marriage - Official Trailer

Darcy (Joan Allen) und ihr Mann Bob (Anthony LaPaglia) sind seit Jahrzehnten glücklich verheiratet. Die Kinder sind aus dem Haus, das Leben ist gut, aber dann entdeckt Darcy in einem Versteck in der Garage, dass Bob die Pässe von mehreren ermordeten Frauen besitzt, die vergewaltigt und gefoltert wurden. Ihr wird schlagartig klar, dass sie ihren Mann gar nicht kennt.

Doch sie hat keine Ahnung, was sie tun soll. Noch ist er auf Geschäftsreise, aber er wird zurückkommen. Und was dann? Als der Moment kommt, als Bob in ihrem Schlafzimmer auf sie wartet, als alles eskalieren könnte, gesteht er ihr, wer er ist und wir ihr künftiges Leben sein kann, wenn sie sich besonnen verhält.

Stephen King's A Good Marriage - Der Mörder im eigenen Bett

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/3Bild 9/111/11
Der Film erscheint am 09.04.2015 auf Blu-ray und DVD.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Wahre Inspiration

Die Idee für seine Geschichte hatte Stephen King, nachdem der BTK-Killer Dennis Rader 2005 verhaftet wurde. Er hatte im Verlauf von 30 Jahren mindestens zehn Frauen getötet, zuhause jedoch den perfekten Ehemann und Vater gespielt. Weder seine Frau noch seine Tochter wollen von seinen Taten gewusst haben.

Das ließ King nachdenken. Konnte es wirklich so sein. Konnte ein Monster wie Rader die Fassade so sehr aufrechterhalten, dass selbst seine Liebsten nicht dahinterblicken. Die Antwort, die er in seiner Geschichte findet, erhebt keinen Anspruch, wahrhaftig zu sein, aber sie ist interessant. Tatsächlich ist sie das einzig interessante Element an „A Good Marriage“.

Stephen King's A Good Marriage - Der Mörder im eigenen Bett

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/3Bild 9/111/11
Viele von Kings Geschichten eignen sich einfach nicht zum verfilmen.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Langsam erzählt

Der Film beginnt immens dröge. In den ersten 20 Minuten wird das Familienleben etabliert. Schön für die Figurenzeichnung, aber auch elendig langatmig. Hier hätte man schneller zum Punkt kommen müssen, der dann auch gut ist. Als Darcy erkennt, wer ihr Mann ist, als sie überprüft, ob ihr Verdacht wirklich wahr sein kann, da spielt da Joan Allen atemberaubend. Man kann dem Zusammenbruch eines Menschen zusehen, der nicht versteht, wie er über all die Jahre nicht erkennen konnte, wer im Bett neben ihm liegt.

Eine interessante Grundidee macht leider noch keinen wirklich guten Film aus.Fazit lesen

Ein Standard-Thriller hätte nun damit begonnen, ein Katz-und-Mausspiel loszutreten, weil der Mann natürlich spannt, was los ist. King entscheidet sich für den direkten Weg. Bob gesteht seiner Frau alles, aber er bedroht sie nicht. Er ist nicht der Psycho eines schlechten Films, der die arme Frau durchs Haus jagt. Allein, vielleicht wäre das besser gewesen, weil sich so zumindest Oberflächenspannung ergeben hätte.

Bilderstrecke starten
(39 Bilder)

Genau das ist nämlich das größte Problem des Films: Er wird niemals spannend. Er hat interessante Ansätze, aber sie können ihr Potenzial nicht abrufen. Wenn überhaupt, dann kann es noch ein wenig faszinieren, wie Bob sein normales Leben aufrecht erhält, nachdem Darcy weiß, wer er ist. Einzig überraschend ist im Grunde auch nur, was im letzten Akt passiert, obschon der weiblichen Hauptfigur natürlich eh nicht viel Spielraum geblieben ist.