„Got to dance“ beherrscht derzeit die Fernsehwelt, „Let’s dance“ ist sicher auch bald wieder am Start und auch sonst kommt Tanzen in Film und Fernsehen immer gut an. Aus diesem Grund stürmt nun der inzwischen fünfte Teil des „Step Up“-Franchise die Kinosäle und bringt das vor allem junge Publikum zum Mitwippen. Dass das Konzept irgendwann ausgelutscht ist, versteht sich dabei von selbst.

Step Up: All In - Official Teaser Trailer #1

Immerhin sind sich dessen auch die Macher von „Step Up: All in“ bewusst. Denn diese gehen den Film stellenweise herrlich selbstironisch an. „Wieso endet das immer in nem fetten Dancebattle?“, fragt das Step Up-Maskottchen Moose (Adam Sevani) relativ zu Beginn des Films, als sich die beiden Helden der Geschichte erstmals begegnen.

Step Up: All In - Alles endet in einem Dancebattle

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Der Film läuft bei uns ab dem 07.08.2014 in den Kinos.
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Im Mittelpunkt steht natürlich wieder ein Liebespaar in Spe: Sean (Ryan Guzman) und Andie (Briana Evigan). Beide Darsteller sind keine Unbekannten im „Step Up“-Universum. Ryan Guzman spielte bereits die männliche Hauptrolle im Vorgänger „Step Up: Miami Heat“ und ist mit seiner Tanz-Crew „The Mob“ wieder am Start.

Und auch Briana Evigan kennt man. Für ihre Rolle in „Step Up to the Streets“ bekam sie den „Best Kiss“-Preis bei den MTV Movie Awards. Viele andere Tänzer/Schauspieler kennt man entweder aus dem „Step Up“-Franchise oder aus anderen Tanzfilmen wie zum Beispiel „Save the Last Dance (2)“. Es gibt also ein Wiedersehen mit vielen bekannten Gesichtern aus diesem Genre.

Es geht immer nur um das Eine…

Und genau so fühlt sich der Film auch an, wie ein Déjà-vu. Denn es ist ja irgendwie immer das Gleiche: Es wird getanzt, sich verliebt, zerstritten und wieder getanzt. Wesentlich kreativer ist man hierbei nicht geworden. Immerhin geht es diesmal nicht in erster Linie um die Liebe, sondern vielmehr um das Leben als Tänzer und welch brotlose Kunst hier auf die Talente wartet.

Step Up: All In - Alles endet in einem Dancebattle

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Ein Wiedersehen mit vielen alten Bekannten.
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Dies ist ein interessanter Ansatz, den es so zwar auch schon in anderen Filmen und Serien gab. Die Kunst zu Tanzen wird diesmal nicht auf ein goldenes Podest gestellt, sondern die Leute werden auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Wie auch Schauspieler und Models rennt ein Tänzer von Casting zu Casting, macht sich für die Agenten zum Affen und geht meist mit leeren Händen nach Hause, da die Konkurrenz riesig und das Angebot gering ist.

Oberflächlich nichts neues, aber zwischen den Zeilen verbergen sich ein paar kritische Ansätze, die man nicht erwartet hätte. Ansonsten: „Step Up“ eben.Fazit lesen

Sean und seine Crew „The Mob“ sind von dieser Vorgehensweise mehr als frustriert. Nach ihrem sensationellen Deal mit Nike kam keine neue Kampagne rein. Seit sechs Monaten suchen sie nun schon in Hollywood nach neuen Aufträgen und stehen kurz vor der Pleite. Sean, ein absoluter Kämpfer, will weitermachen, doch seine Crew wirft das Handtuch und fliegt nach Miami zurück. Kurz darauf erfährt Sean von „The Vortex“, einer Castingshow für Tanzgruppen, wie eben auch „Got to dance“ in Deutschland.

Auf die Gewinner dieser Show wartet ein Dreijahresvertrag in einem der besten Clubs von Las Vegas. Sean juckt es sofort in den Fingern und er besucht seinen alten Kumpel Moose, um mit ihm eine neue Dance-Crew zusammenzustellen, die „The Vortex“ gehörig auf den Kopf stellen soll.

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Step Up: All In
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Unter ihnen ist auch Andie West, die als lausige Kostümbildnerin in Los Angeles jobbt und nur einen Grund sucht, ihren Job zu schmeißen. Zusammen mit Moose und Andie trommelt Sean eine Truppe zusammen, die sogleich alles stehen und liegen lässt, um als „LMNTRIX“ (gesprochen: „Elementrix“) nach Las Vegas zu reisen. Dort begegnen sie nicht nur der gefürchteten Top-Crew „The Grim Knights“ aus Los Angeles, sondern auch Seans alter Gruppe: „The Mob“….

Castingshow-Wahn auch für Tänzer

Bei den Dance-Battles geht es natürlich wieder heiß her. Hier haben sich die Choreographen mal wieder tolle Moves einfallen lassen, aber sensationell neu scheint hier nichts zu sein. All das hat man in „Step Up: Miami Heats“ sogar noch besser gesehen. Bis auf das große Finale, das allem vorherigem natürlich mühelos den Rang abläuft, wirkt alles andere wie ein Tanzfilm auf Sparflamme. Ein paar witzige Einfälle und beeindruckende Elemente gibt es zwar, doch alles in allem scheint sich der Film nicht von den anderen Step Up-Teilen abzuheben.

Auch die Liebesgeschichte kommt nicht so richtig in Fahrt. Die Annäherungen sind spürbar, aber die Gründe für dieses typische Liebes-hin-und-her werden auch immer einfallsloser… So ist die Story eher lahm und sehr simpel gehalten, als temporeich und aufregend.

Step Up: All In - Alles endet in einem Dancebattle

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Regie führte diesmal Trish Sie.
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Dafür brilliert der Film auf einer ganz anderen Ebene: Er zieht Castingshows und Tanzfilme ein wenig durch den Kakao. Vor allem das Genre der Reality-Show bekommt gut ihr Fett weg. Das Gesicht von „The Vortex“ ist Alexxa Brava (Izabella Miko), gefeiertes Pop-Sternchen und ihres Zeichens Diva sondergleichen. Ihre Auftritte sind herrlich schräg, ihre Outfits total over the top und für ihr Benehmen würde man ihr am liebsten eine Ohrfeige verpassen.

Aber auch die Produktionsweise dieser Showformate wird kritisiert. Als Sean am Set auf seine alte Truppe trifft, gibt es eine Auseinandersetzung. Ein Redakteur, der mit seinem Kamerateam neben dem Spektakel steht, unterbricht dieses mit den Worten: „Könnt ihr das noch einmal wiederholen und ein bisschen angepisster sein?“ – woraufhin die Gruppen die Szenerie verlassen. Traurig, aber wahr: so läuft das bei Reality-Shows wirklich ab. Und auch sonst bekommt man einen netten und durchaus bissigen Einblick in die Inszenierungsweisen von Casting- und Reality-Shows, was wiederum eine Stärke dieses Teils von „Step Up“ ist.