Als eines der Highlights auf dem diesjährigen Fantasy Film Fest gilt „Starship Troopers: Invasion“. Wer jedoch nicht die Gelegenheit hat, sich das Werk in einer der Festivalstädte im Kino anzusehen, muss sich nicht grämen. Denn schon am 25. Oktober veröffentlicht Sony den Film auf DVD und Blu-ray. Vorteil dabei: Es gibt ein umfassendes Bonuspaket, das u.a. entfallene Szenen und ein Making-of beinhaltet.

Bei diesem komplett computeranimiertem Film gibt es ein Wiedersehen mit Johnny Rico, Carl Jenkins und Carmen Ibanez – nur schade, dass keiner von ihnen aussieht, wie man das gewohnt ist. Offenbar durfte das Aussehen der Schauspieler des Originalfilms nicht benutzt werden.

Alles beginnt mit einem Einsatz, bei dem die Troopers jede Menge Bugs um die Ecke bringen. Doch dann verschwindet ein Raumschiff einfach im Nichts. General Rico trägt Carmen Ibanez auf, das Schiff zu suchen und unter ihre Kontrolle zu bringen. Das funktioniert auch soweit ganz gut, allerdings müssen Ibanez und ihre Männer schnell feststellen, dass das Schiff extrem mit Bugs verseucht ist.

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Kommt nicht zu kurz: handfeste Action.
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Schlimmer noch als das ist jedoch, dass Ibanez das Schiff nicht unter ihre Kontrolle bringen kann. Eine Bug-Königin ist auf dem Schiff und steuert es. Allen an Bord wird klar, was dies bedeutet. Die Königin plant eine Invasion der Erde – und nur die Troopers können sie stoppen.

Und es hat Bumm gemacht

Was die Action angeht, kann man sich wirklich nicht beklagen. „Starship Troopers: Invasion“ hat selten Stillstand. Es dauert immer nur kurze Zeit, bis die Troopers in ihren massiven Rüstungen gegen die Arachniden ins Feld ziehen. Man hätte sich zwar ein bisschen mehr Geschichte gewünscht, aber Non-Stop-Action ist wohl das Zweitbeste, was man von einem Film wie diesem erwarten kann.

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Bis auf die Gesichter sind die Computereffekte äußerst gelungen.
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Da übersieht man auch gerne, dass die Handlung eigentlich sehr minimal ausgebildet ist, die Bug-Königin einen Plan verfolgt, der irgendwie auch nicht so ganz ausgeklügelt erscheint, und ihre Arachniden offenbar in unbegrenzt großer Anzahl vorhanden sind. Mitunter hat man das Gefühl, der Film würde sich mehr an Ego-Shootern denn an den Vorgängern orientieren.

Es wirkt teils auch so, als müssten verschiedene „Level“ durchstanden werden, bis im Finale der große Endgegner auftaucht. Eines kann man dem Werk aber zugutehalten: Langeweile kommt nicht auf.

Gruselaugen

Das größte Problem des Films ist nicht etwa das Beinahe-Nichts an Geschichte. Es sind vielmehr die menschlichen Figuren. Die Bewegungen sind nicht immer stimmig, der Gesichtsausdruck lässt häufig zu wünschen übrig, und die gruseligen Augen tun ein Übriges, damit man mit den Troopers nicht warm wird. Sie haben kalte, leblose Augen – bestes Zeichen für das Uncanny Valley, einen empirisch messbaren, paradox erscheinenden Effekt in der Akzeptanz künstlicher Figuren.

Aufwendiger Animationsfilm mit Unmengen an Action und jeder Menge Bombast – nur die menschlichen Figuren sind immer noch etwas gruselig...Fazit lesen

Die Menschen hier sehen zu echt aus, weswegen die anormalen Elemente wie Bewegungseinschränkungen und die toten Augen dazu führen, dass man ein mulmiges Gefühl beim Betrachten hat.

Im Grunde wäre „Starship Troopers: Invasion“ sehr viel mehr gedient gewesen, wenn man mit echten Schauspielern vor Green Screen gedreht hätte. Der Film hätte in gleichem Maße gestaltet werden können, hätte im Endeffekt aber realistischer gewirkt. Schade ist das vor allem, weil alles, was nicht mit Menschen zu tun hat, exzellent aussieht. Die Raumschiffe wirken majestätisch, die Bugs bedrohlich und die Weltraumschlachten haben echt Dampf.

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Das Figurendesign erinnert mitunter an das Spiel Halo.
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Freizügige Computerfrauen

Offenbar wollte man bei der Befriedigung des Zuschauer-Interesses nichts dem Zufall überlassen. So gibt es CGI-Nippel in größerer Anhäufung zu sehen. Für die Geschichte sind die Nackedei-Szenen vollkommen irrelevant und pure Exploitation, aber hübsch anzusehen sind sie allemal. Wie überflüssig, ja geradezu berechnend sie eingesetzt werden, illustriert am besten die Duschszene von Carmen Ibanez.