Regisseur Ridley Scott gehört zu den wenigen seiner Zunft, denen man fast schon eine Unfehlbarkeit attestieren könnte. Und doch wagt er sich nicht an Comicverfilmungen heran. Warum das so ist, erklärte er in einem Interview.

Stars & Sternchen - Warum Regisseur Ridley Scott keine Comics verfilmen will

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Manchen Regisseur will man einfach nicht mehr dabei zusehen, wie sie bestimmte Genres oder Filmtypen weiter schänden. Die einen verabscheuen, was Michael Bay aus den Transformers gemacht hat, die anderen wussten nicht, ob sie angesichts der testosterongeschwängerten Turtles in Jonathan Liebesmans Teenage Mutant Ninja Turtles lachen oder weinen sollten.

Und dann gibt es Regisseure, die haben fast schon einen Freifahrtschein. Sie können in jedem Genre drehen, ihre Visionen gehen über bestimmte Filme hinaus, und man traut ihnen nahezu alles zu. Joss Whedon ist nicht ohne Grund der Pate des Marvel Cinematic Universe. Und auch Ridley Scott ist einer dieser Unantastbaren, wobei unantastbar nicht unbedingt für gut stehen muss. Das ist ja subjektiver Natur. Doch obwohl Scott einen fantastischen Ruf genießt, gibt es ein Genre, das er sich nicht zutrauen würde - Comicverfilmungen. Und das, obwohl gerade seine Anfangsjahren im Sci-Fi-Genre so comicnah sind, wie es nur geht. Schließlich emanzipierte er sich zwar von der Science Fiction und wandte sich kontemporären oder historischen Werken zu, Comicverfilmungen waren aber nie darunter. Und das hat seinen Grund: Es ist das schwerste Subgenre, das er sich vorstellen kann. Weniger in der Inszenierung als im Verfassen.

"Ich hatte eine Menge Gelegenheiten, aber ich tendiere dazu, es bleiben zu lassen", so Scott. "Sie sind das härteste zum Schreiben. Einen Comic-Strip-Charakter zu schreiben, ist sehr hart, weil Comics dazu gedacht sind, auf einer Seite, in Bildern mit minimalistischem Dialog zu funktionieren. Und eine Menge davon ist der Vorstellung des Lesers überlassen. Das im Film zu machen, da muss man etwas mehr Erklärungen liefern. Und das benötigt ein gutes Drehbuch und gute Dialoge."

Vieles der Vorstellung des Publikums überlassen? Gutes Drehbuch? Comic-Strip-Charakter? Da fällt doch gleich Scotts Frühwerk Blade Runner aus dem Jahre 1982 basierend auf dem Buch Träumen Androiden von elektrischen Schafen? des Sci-Fi-Autoren Philip K. Dick ein. Tatsächlich bot Blade Runner in dieser Hinsicht alle Kriterien eines Comics.

"Blade Runner war ein Comic Strip. Es war ein Comic Strip! Es war ein sehr düsterer Comic Strip. Comic im metaphorischen Sinne", bestätigt der Meister höchstselbst.

Ridley Scotts neuester Film Exodus: Götter und Könige mit Christian Bale und Joel Edgerton kommt am 25. Dezember 2014 in die Kinos.