Hollywoodlegende Jerry Lewis ist tot. Er starb mit 91 Jahren in seinem Haus in Las Vegas.

Jüngere Semester werden Jerry Lewis höchstens noch daher kennen, dass er vielleicht einer der Lieblingskomiker ihrer Eltern oder Großeltern war, denn seine größte Zeit und seine größten Erfolge feierte Jerome Levitch, wie Jerry Lewis mit bürgerlichem Namen hieß, zehn Jahre lang an der Seite von Dean Martin, bevor sie getrennte Wege gingen.

Das Duo

Was am 25. Juli 1946 im 500 Club in Atlantic City noch wenig erfolgreich als Standup-Comedy-Show begann, entwickelte sich schnell zu einem Geheimtipp. Radio-Shows und Fernsehsendungen folgten. So waren sie 189 Folgen lang in NBCs Colgate Comedy Hour zu sehen. Ihre gemeinsame Leinwandkarriere als ungleiches Paar (Dean Martin als der ernste Gentleman und Jerry Lewis als der blödelnde Sidekick) begannen sie 1949 mit der Paramount-Produktion Irma, das unmögliche Mädchen bzw. Irma im goldenen Westen, eine Westernkomödie basierend auf dem gleichnamigen Radiospiel von CBS, die ein Jahr später ein Sequel nach sich zog. Übrigens das einzige Sequel, das Martin und Lewis jemals als Team drehten.

Martin und Lewis wurden in den folgenden Jahren die bestbezahlten und erfolgreichsten Hollywood-Acts überhaupt, während die Filme allesamt die Kassen klingeln ließen. Bis das Publikum der ewig gleichen Konstellation überdrüssig wurde - genauso wie Martin, der immer unzufriedener mit der Situation wurde, dass er der vernünftige und romantische Kerl spielen musste, während Lewis alle Lacher auf seiner Seite hatte. So kam es, dass nach fast genau zehn Jahren und 16 Filme später am 24. Juli 1956 die Trennung als Duo bekannt gegeben wurde.

Solo für Lewis

Lewis, der 1926 in Newark, New Jersey als Sohn russisch-jüdischer Eltern geboren wurde, behielt die Erfolgsformel des kalauernden Comedian bei und feierte auch als Solokünstler weiterhin Erfolge unter anderem mit Der verrückte Professor, Aschenblödel, Die Heulboje und Der Tölpel vom Dienst.

Dann kam der langsame Rückzug aus Hollywood. Dieser begann 1972 mit der Produktion The Day the Clown Cried. Lewis, der hier bei diesem Holocaust-Tragikomödie auch Regie führte, plante, mit diesem Film nicht nur als Comedian, sondern auch als Filmemacher ernst genommen zu werden. Lewis war so engagiert, dass er fehlende finanzielle Mittel aus der eigenen Tasche bezahlte. Doch nur drei Tage vor Drehschluss brach er die Dreharbeiten ab. Es heißt, Lewis war so enttäuscht von der Qualität des Films, dass er ihn bislang nie veröffentlicht hat. Nach diesem Tiefpunkt hat es fast zehn Jahre gebraucht, ehe Lewis wieder vor die Kamera trat. Für seine, man möchte fast meinen nahezu autobiografische Darstellung des Altkomikers Jerry Langford in Martin Scorseses Film The King of Comedy von 1982 wurde er von Kritikern gelobt.

Lewis engagierte sich auch in sozialer Hinsicht. Seit 1966 organisierte er sogenannte Telethons am amerikanischen Labor Day, die bis zu 22 Stunden andauerten. Über zwei Milliarden Dollar sammelte er auf diese Weise über die Jahre hinweg für die Muscular Dystrophy Association. Für seine Verdienste erhielt er bei der Oscarverleihung 2009 den Jean Hersholt Humanitarian Award. Wirklich stolz, sagte er, sei er aber auf die Nominierung für den Friedensnobelpreis 1977, die sein Engagement für Muskelkranke würdigte.

Auch wenn Lewis gerade bei Journalisten als besonders schwieriger Interview-Partner galt, der schon mal an die Decke ging, war er doch ein Entertainer, durch und durch. Über seine Zeit mit Martin hat er mit Dean and Me: A Love Story ein Buch verfasst. Seine letzten Rollen als Schauspieler hatte Lewis 2016 in The Trust, wo er als Nicolas Cages Vater zu sehen ist, und in Max Rose, in dem Lewis einen alternden Jazz-Musiker verkörpert.

Ruhe in Frieden, Jerry Lewis.