Tom Hanks hat in seiner Karriere schon fast alles gespielt. Nur nicht den Bösewichten. Aber genau das will er tun - in einem Superhelden-Streifen.

Superhelden-Streifen sind momentan das Maß aller Dinge im Kino. Jedes Studio, das was auf sich hält, versucht sich an diesem Subgenre. Längst mischen die Comic-Verlage selber mit. DC Entertainment produziert seine Comicverfilmungen zusammen mit Warner Bros. und Marvel Studios mit Disney.

Auch wenn die Superhelden im Mittelpunkt der Geschichten stehen, so darf eines niemals fehlen - der gute alte Bösewicht, das A und O eines jeden guten Superhelden-Streifens. Gegen wen soll der Superheld denn auch kämpfen, wenn nicht gegen den, nicht minder überlebensgroßen Bösewichten.

Was Jack Nicholson in Tim Burtons Batman salonfähig gemacht und Heath Ledger in der gleichen Rolle in Christopher Nolans The Dark Knight perfektionierte, ist heute ein Rollenmuster, das nicht wenige Stars allzu gerne mal ausfüllen möchten. So auch Tom Hanks.

Im Interview mit Showbiz 411, in dem es hauptsächlich um Hanks' neuem Film Captain Phillips ging, sagte er, wohl auch mit scherzhaftem Unterton, dass er sehr gerne mal als Bösewicht in einem Superhelden-Streifen auftreten würde.

"Sie fragen mich nicht und ich versuche es einfach immer wieder...Kommt schon, ich kann es. Lasst mich den Bösewichten im Kampf gegen Batman spielen. Ich mache alles, ruft mich an. Sie haben nie gefragt. Was soll ich noch machen? Gott, ich möchte ein Schild auf jemanden werfen. Ich will das. Und ich will nicht den Kerl im Anzug spielen, der den Superhelden sagt, was los ist, ich will nicht dieser Kerl sein. 'Nun, weißt du Batman...Captain America, Iron Man, das ist, was wir entdeckt haben', Ich will nicht dieser Kerl sein. Ich will da mitmachen, ich will den Flash spielen oder sowas ähnliches. Sie geben mir nie eine Chance."

Eigentlich spräche ja nichts dagegen. Atypische Rollenbesetzungen haben immer mal wieder für Interesse und volle Kinokassen gesorgt. Bestes Beispiel: Arnold Schwarzenegger als netter Muskelprotz und Danny DeVitos Zwillingsbruder Julius Benedict in Ivan Reitmans Komödie Twins.

Und Tom Hanks würde sicherlich einen exzellenten Bösewichten abgeben. Das beweist allein sein kurzer Auftritt als Dermot "Duster" Hoggins, dem Autor des fiktiven Buches Knuckle Sandwich in Cloud Atlas von Tom Tykwer und den Wachowski-Geschwistern.

Leider fallen Stars wie er gerne in ein bestimmtes Rollenmuster, wenn sie erst einmal mit fast derselben Rolle immer wieder Erfolge feiern. Gerade Hanks' Karriere könnte man fast schon in Etappen abhaken. Erst der quirlige Querkopf, dann der romantische Kerl, dann der Durchschnittskerl in einer Extremsituation.