Tom Hanks war bei der British Academy of Film and Television Arts zu Gast, um mit Moderatorin Francine Stock in der Sendung Life in Pictures über seine Karriere zu sprechen.

In der Sendung Life in Pictures sprechen Stars, egal ob vor oder hinter der Kamera, über ihre Karriere anhand von Bildern und Ausschnitten zu ihrem Schaffenswerk. Dieses Mal war Tom Hanks in London zu Gast. Das Interview begann mit einer Film-Montage, in der auch Szenen aus Scott & Huutsch zu sehen waren.

Thomas Jeffrey Hanks, der seine Karriere als TV-Darsteller in Serien wie Bosom Buddies und Familienbande begann, hatte seine erste Filmrolle zwar schon 1980 in Panische Angst, durfte aber erst 1984 in Ron Howards Splash: Jungfrau am Haken seine erste Hauptrolle in einem Kinofilm übernehmen. Mit Ron Howard verbindet ihn heute nicht nur eine gute Freundschaft, sondern auch vier gemeinsame Filmarbeiten (Splash, Apollo 13, The Da Vinci Code - Sakrileg und Illuminati). Ron Howard drehte 1977 zu Beginn seiner Karriere übrigens einen Film namens Grand Theft Auto, in dem es um Autodiebstahl geht.

Ron Howard habe ihm auch sehr geholfen, als er bei beim Probelesen für Splash einfach nicht lustig war. "Ron nahm mich an dem Tag zur Seite und sagte mir, 'Sieh mal, ich weiß, was du versuchst, du versuchst, lustig zu sein, du versuchst zu punkten. Das ist nicht deine Aufgabe in diesem Film. Deine Aufgabe ist es, das Mädchen zu lieben.'" Ron Howard habe ihn an diesem Tag gerettet.

Auch bei Big war Hanks nicht die erste Wahl, tatsächlich war sogar Robert De Niro zu einer Zeit involviert. Um sich auf seine Rolle als Junge vorzubereiten, der plötzlich im Körper eines Erwachsenen erwachte, spielte Hanks wieder mit Spielfiguren.

Bei Punchline - Der Knalleffekt spielte Sally Field die Frau an seiner Seite, bevor sie nur sechs Jahre später seine Mutter in Forrest Gump verkörperte. Für Punchline, in dem es um gescheiterte Stand-Up-Comedians geht, ging Tom Hanks, der keine Erfahrung im Stand-Up-Bereich hatte, in Clubs, um sich dort als Comedian zu versuchen. "Ich versuchte drei oder vier Sets pro Woche zu machen und es war schlimm. Es war einfach nur grottenschlecht...aber dann hatte man seine zwei Minuten solide Routine, die den ganzen Tag retteten." Tom Hanks hatte seither auch immer wieder mal Auftritte bei der US-Stand-Up-Comedy-Sendung Saturday Night Live.

Bei Schlaflos in Seattle, in dem er einen alleinerziehenden Vater spielt, hatte er anfangs Probleme, mit Regisseurin Nora Ephron auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Er erinnere sich an eine Szene, in der er dem Protest seines Sohnes nachgibt und nicht das Wochenende mit einer anderen Frau verbringt. "Ich sagte Nora, 'Das ist Pferdemist! Ein Mann, der seit Jahren nicht flachgelegt wurde, erhält eine Chance und er nimmt sie nicht wahr, weil sein Sohn die Frau nicht leiden kann? Jetzt sag ich dir mal was, dieser Junge kommt zum Babysitter und ich ziehe los, mich flachlegen zu lassen.'"

Dann kam Philadelphia, der erste Film, für den Tom Hanks seinen ersten Oscar erhielt. Das AIDS-Drama, in dem Hanks einen schwulen Anwalt spielt, hatte es zunächst schwer an den Kinokassen und musste sich zu der Zeit "mit Schwarzenegger-Streifen messen". Doch dann kam ein vernichtender Artikel von Larry Kramer, amerikanischer Autor und schwul, der darüber schrieb, warum er Philadelphia hasse. Mit dieser Kritik stiegen auch die Besucherzahlen.

Im Jahr darauf gewann Hanks erneut einen Oscar. Dieses Mal für seine Darstellung des trotteligen Forrest Gump in der gleichnamigen Romanverfilmung von Winston Groom. So sehr er auch Robert Zemeckis für diesen Film liebe, so sehr hasste er die Motion-Capture-Aufnahmen für Zemeckis' Der Polarexpress. "Ich habe es gehasst, weil es dem Darsteller seine besten Verbündeten beraubt - Kostüme. Ich glaube nicht, dass es Mo-Cap jemals zu dem Photorealismus brachte, wofür es gedacht wurde. Es ist ein fabelhaftes Werkzeug, um Filme zu machen, aber nicht das A und O."

Hanks lege nicht viel Wert darauf, sich bedeutender darstellen zu wollen, als er sei. So habe er beim Treffen mit dem Astronauten Jim Lovell für den Film Apollo 13 gemerkt: "Ich bin genau wie er, er ist lustig, er ist ein Familienmensch und er ist sehr wettbewerbsorientiert. Der einzige Unterschied ist der, dass Lovell ein Astronaut war." Das habe ihm vieles geöffnet. Er habe aufgehört, sich einzureden, dass er in der Lage sei, die Leistung zu erbringen, wie ein Astronaut zum Mond zu fliegen. "Ich sehe mich selbst als jemand, der, wenn er gut genug in der Schule gewesen wäre, ein guter Historiker hätte werden können. Wenn ich gut in Wissenschaften gewesen wäre, hätte ich ein Doktor werden können. Ich bin weder das eine noch das andere gewesen, also bin ich Schauspieler."

Hanks erinnerte sich auch an seine erste Regie-Arbeit in That Thing You Do!. Das Drehbuch schrieb er während seiner PR-Tour für Forrest Gump. Guten Rat holte sich Hanks in Washington DC, als er und seine Familie Halloween mit Arnold Schwarzeneggers Familie und Sean Penns Familie verbrachte. Penn habe ihm gesagt, dass jeder Schauspieler mal Regie führen sollte, um zu sehen, was für ein harter Job das sei, so wie auch jeder Regisseur mal als Schauspieler vor die Kamera treten sollte.

Dann kam Hanks' erste Zusammenarbeit mit Regisseur Steven Spielberg. Hanks, der immer wieder mal betonte, dass er sich nur allzu gern mal als Actionheld auf Autos werfen wolle, hatte bei Der Soldat James Ryan endlich mal die Gelegenheit, in einem Film zu spielen, in dem Feuergefechte an der Tagesordnung waren. Spielbergs Kriegsfilm mag aus heutiger Sicht nicht mehr besonders wirken, prägte aber durch seine schonungslose Darstellung inklusive Wackelkamera und heute obligatorischem Knalltrauma das Setting kommender Filme des Genres. Hanks und seine Co-Darsteller mussten extra für den Film an einem Trainings-Programm teilnehmen. Er erinnere sich gut an den Tag, als sie die Landungs-Sequenz drehten und er neben einem Darsteller stand, der gerade erst aus der Schauspielschule kam. Der Junge sei durch die ganzen Explosionen, das ganze Fake-Blut und Fake-Gehirn starr vor Angst gewesen.

Tom Hanks wird demnächst mit Captain Phillips von Paul Greengrass in den Kinos zu sehen sein, bevor man ihn im Januar 2014 in Saving Mr. Banks als Walt Disney wiedersieht.