In einem Interview kritisierte Jodie Foster das Produktionsverhalten der Hollywood-Studios, die fast nur noch teure (Superhelden-)Blockbuster in die Kinos bringen und damit im Endeffekt nur den Untergang dessen bedeuten.

Kino News - Jodie Foster: Superhelden-Blockbuster der Studios hinterlassen nur verbrannte Erde

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Jodie Foster in Neill Blomkamps Elysium von 2013
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Das Publikum hat im vergangenen Kinojahr gesprochen: Teure Blockbuster, die bis auf gute Effekte nichts zu bieten haben, sind nicht mehr gefragt. Viele große Filme, die Hunderte von Millionen Dollar gekostet haben und noch vor wenigen Jahren eine Quasi-Garantie auf einen Megahit bedeuteten, fielen im gerade erst vergangenen Jahr 2017 nicht nur bei Kritikern, sondern auch beim Publikum durch. Egal ob Pirates of the Caribbean 5: Salazars Rache oder Transformers 5: The Last Knight, der ewig-gleiche Aufguss lockt niemanden mehr hinterm Ofen hervor. Auch neue, aber seelenlose Filme wie Die Mumie mit Tom Cruise fielen durch und verhinderten in diesem Zusammenhang die Geburt einer weiteren aufgeblasenen und seelenlosen Blockbuster-Reihe. Einzig Marvel Studios kann sich noch behaupten. Bleibt die Frage: Für wie lange?

Ein Umdenken findet aktuell statt, Hollywood wird definitiv auf das Sehverhalten des Publikums reagieren und nicht zuletzt durch den Druck der Streaming-Dienste wieder mehr auf echte Geschichten und Charaktere setzen. Ein Schritt, für den nun höchste Zeit ist, wie Jodie Foster befindet.

Blockbuster sind wie Fracking

Im Interview verglich die Vollblut-Schauspielerin, Regisseurin und Produzentin den aktuellen Kurs Hollywoods mit der gnadenlosen Ausbeutung der natürlichen Ressourcen. "Ins Kino zu gehen hat mittlerweile etwas von einem Vergnügungspark. Studios produzieren schlechte Inhalte, um die Massen anzulocken und Aktionäre zufriedenzustellen. Das ist wie Fracking: Es ruiniert das Sehverhalten der amerikanischen Bürger und ultimativ der restlichen Welt. Ich will keinen 200 Millionen Dollar teuren Film über Superhelden machen."

Foster selbst führte Regie bei einigen Episoden von House of Cards, Orange is the New Black und Black Mirror, allesamt charakterbetonte Serien, die intelligente Geschichten erzählen. Damit folgt sie anderen großen Regisseuren wie Martin Scorsese und David Fincher, die auf die Streaming-Dienst-Anbieter ausweichen, um ihre Geschichten über Menschen unterzubringen. Das Kino, so ließ es etwa David Lynch wissen, habe keinen Platz mehr für echte Geschichten.

Das erkennt man bereits daran, dass mittlerweile eine Lücke klafft zwischen enorm teuren Produktionen, die Hunderte Millionen Dollar kosten und günstig produzierte Filme mit einem Bduget bis maximal 20 Millionen Dollar. Das, was früher zwischen 50 bis 60 Millionen Dollar produziert wurde, findet man heutzutage als Serie auf Netflix und Co - die kritische Masse.