Jennifer Lawrence hat es satt, Everybody's Darling zu sein und bei Gagenverhandlungen zurückhaltend zu agieren, wie sie in einem Blogeintrag mitteilt. In Zukunft werde sie wie ihre männlichen Kollegen um jede Million kämpfen.

Hollywoods Darling Jennifer Lawrence ist laut Forbes-Liste die höchstbezahlte Schauspielerin 2015. In den vergangenen 12 Monaten hat sie durch ihre Engagements insgesamt rund 52 Millionen Dollar verdient. Und liegt damit satte 16,5 Millionen vor der Zweitplatzierten Scarlet Johansson. Selbst im direkten Vergleich mit den Herren muss sie sich nicht verstecken. Lediglich dem Erstplatzierten Robert Downey Jr. kann sie nicht das Wasser reichen - er verdiente rund 80 Millionen Dollar. Aber ansonsten hat Lawrence sogar 2 Millionen Dollar Vorsprung vor Jackie Chan, dem Zweitplatzierten bei den Männern.

Grund zur Beschwerde hätte Miss Lawrence im Grunde nicht. Doch der infame Sony-Hack, der massig interne Details zu Filmen und Stars enthüllte, brachte sie dann doch auf die Palme.

"Es ist schwer für mich, über meine Erfahrungen als arbeitende Frau zu sprechen, da ich mit Sicherheit sagen kann, dass meine Probleme nicht wirklich nachvollziehbar sind", so Lawrence in einem eigens verfassten Beitrag. "Als die Sache mit dem Sony-Hack herauskam und ich herausfand, dass ich wesentlich weniger Gage beziehe als die Herren der Schöpfung, war ich nicht sauer auf Sony. Ich war sauer auf mich selbst. Ich hatte bei der Gagenverhandlung versagt, weil ich zu früh aufgegeben habe. Ich wollte nicht wegen ein paar Millionen Dollar streiten, die ich aufgrund zweier Franchises [Die Tribute von Panem und X-Men] ehrlich gesagt gar nicht benötige."

Lawrence wollte nicht als verzogen oder schwierig gelten und gab sich daher mit weniger zufrieden als sie hätte kriegen können. Sie wollte nicht, dass irgendjemand sauer auf sie sei. Doch dann sah sie die Gagen der anderen Stars und erkannte, dass sich wohl kein männlicher Kollege darum schere, ob er als schwierig oder verzogen gelte.

"Jeremy Renner, Christian Bale und Bradley Cooper, sie alle haben gekämpft und Erfolg darin gehabt, mächtige Deals für sich selbst auszuhandeln. Wenn überhaupt, dann bin ich sicher, dass sie für ihre Leidenschaft und Taktik gelobt werden, während ich damit beschäftigt war, bloß nicht als blöde Göre rüberzukommen."

Auch sie wolle nicht mehr länger als "nett" und "liebenswert" gelten und werde in Zukunft ihr Recht und die ihr zustehende Gage einfordern.

Na dann wird Lawrence 2016 wohl auch an Robert Downey Jr. vorbeiziehen. Sind ja nur noch knapp 30 Millionen Dollar. Waidmanns Heil!