Er gilt als der Mann, der James Bond die Leichtfüßigkeit verlieh, die Sean Connery vermissen ließ. Doch Roger Moore war mehr als nur einer der Bonds. Nun ist er im Alter von 89 Jahren gestorben.

Es wäre vermessen, zu sagen, dass einer der ganz großen Schauspieler gegangen ist, aber Roger Moore war ein Lebemann, ein (Pop-)Star unter lauter seriösen Darstellern und einer der markantesten Bond-Darsteller aller Zeiten. Der 89-Jährige ist laut einer Botschaft seiner Kinder Deborah, Geoffrey und Christian "nach kurzem, aber tapferem Kampf gegen den Krebs in der Schweiz verstorben".

Ein Schönling aus der Arbeitergesellschaft

Roger Moore wurde am 14. Oktober 1927 in Stockwell als Sohn eines Polizisten und einer Kassiererin geboren. Mit 18 trat er der britischen Armee bei und spielte im Rahmen seines Militärdienstes und in Deutschland stationiert bei mehreren Theaterstücken mit. Nach Ende des Krieges übernahm er erste Statistenrollen und begann daraufhin ein Studium an der Royal Academy of Dramatic Art. Nach mehreren Theaterrollen wechselte Moore zum Film. Seine Rollen in Filmen blieben bis dato jedoch eher unbemerkt, Moore war noch lange kein Gesicht, an das man sich erinnerte.

Erst mit der Rolle des Simpon Templar (The Saint) wurde der Schönling weltberühmt. Gefolgt von der Serie Die 2 an der Seite von Tony Curtis, in der Moore den Briten Lord Brett Sinclair spielte, einen reichen Playboy, der nebenbei Kriminalfälle löste. Mit der Rolle des Simon Templar empfahl sich Moore als Nachfolger von Sean Connery, der ursprünglich von George Lazenby ersetzt werden sollte, aber ein (vor-)letztes Mal als Bond einspringen musste, ehe mit Moore ein adäquater Ersatz gefunden werden konnte.

Ein Bond, der Bourbon trinkt

James Bond 007 - Leben und sterben lassen war in vielerlei Hinsicht ein Bruch mit dem Bond, wie ihn die Welt bislang von Sean Connery verkörpert kannte: Ein Playboy durch und durch, statt Wodka Martini gab es Bourbon Whisky, und statt den bösen Russen bekämpfte Moore mit reichlich Selbstironie einfach alles, auch Frauen. Moores Bond war seiner Zeit geschuldet, steckte mehr als andere Bonds geradezu fest im Versuch, "modern" zu wirken und alle Trends mitzumachen. Trends wie Blaxploitation und Science Fiction. Sieben Mal verkörperte Moore den Agenten Ihrer Majestät, ehe er sich mit James Bond 007 - Im Angesicht des Todes 1985 von der Bond-Bühne verabschiedete.

Danach gelang es Moore nie wieder, an die Erfolge mit Bond anzuknüpfen. Doch dafür engagierte er sich sozial und wurde 1991 Sonderbotschafter des UN-Kinderhilfswerks Unicef. 2003 erhielt er neben dem Bundesverdienstkreuz auch die Ernennung zum Knight Commander of the British Empire durch Queen Elizabeth II.