Man könnte meinen, die Debatte um Gleichberechtigung der Geschlechter wäre vom Gamergate nun auch nach Hollywood übergeschwappt. In einem Gespräch mit The Hollywood Masters sprach die zweifache Oscar-Preisträgerin Hillary Swank über ungleiche Gagen in Hollywood.

Stars & Sternchen - Hillary Swank kritisiert Gagen-Ungleichgewicht in Hollywood

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Hillary Swank ist demnächst neben Regisseur Tommy Lee Jones im Western The Homesman zu sehen
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Die Spieleindustrie wird ja seit Monaten von einer Debatte über Geschlechter-Gleichberechtigung, Feminismus und Misogynie erschüttert. Die sogenannte Gamergate sorgte bereits für die ein oder andere Kontroverse. Nun könnte Schauspielerin Hillary Swank etwas ähnliches in Hollywood lostreten, denn in der aktuellen Ausgabe von The Hollywood Masters sprach sie nicht nur über The Homesman, den neuen Film von und mit Regisseur Tommy Lee Jones, sondern auch über ungleiche Gagen in Hollywood.

An der Loyola Marymount University School of Film & TV teilte Swank vor versammelten Schauspielstudenten mit, dass Männer in Hollywood noch immer bevorzugt und besser bezahlt würden. "Mein männliches Gegenüber erhält 10 Mal mehr Gage als ich - 10 Mal", so Swank. "Nicht doppelt soviel, sondern 10 Mal soviel, für den gleichen Job. Wir erhalten gerade mal soviel für den weiblichen Darsteller. Ich meine, da sind zwei Geschlechter auf dieser Welt. Beide sind fesselnd, interessant, unterschiedlich, und wundervoll in allen ihren Aspekten. Und doch gibt es ein Überfluß an männlichen Rollen, und keinerlei für Frauen."

Ihren Durchbruch hatte Swank mit der Rolle als Brandon Teena in Boys Don't Cry von Regisseurin Kimberly Peirce. Der Film behandelte die wahre Geschichte des Transsexuellen Brandon Teena, der als Teena Renae Brandon geboren wurde. Um sich auf die Rolle vorzubereiten, lief Swank monatelang in voller Montur als Mann durch die Gegend.

"Ich wusste, dass ich ans Set kommen, und dass die Leute, die ihre Sätze sprachen, mir glauben würden, aber ich wusste nicht, ob es bedeuten würde, dass ich auch glaubhaft rüberkommen würde, also ging ich jeden einzelnen Tag in meinem Alltag als Junge nach draußen. Und es ging soweit, dass ich mir die Haare abschnitt, als ich nach New York ging, um vorzusprechen."

Als Mann wurde sie tatsächlich anders behandelt, und es überraschte sie auch, wie sehr sie daran gewöhnt war, ihr weibliches Geschlecht dazu zu nutzen, Dinge zu bekommen, die sie wollte. Heute ist Swank eine Sprecherin für homosexuelle Gemeinschaften.

Ihr neuer Film unter Regisseur und Schauspielkollege Tommy Lee Jones behandle genau ein solches Thema von der Objektifizierung der Frau. Der Film spiele zur Mitte des 18. Jahrhunderts. Und doch seien die Themen der Unterdrückung, der Trivialisierung der Frauen auch heute noch aktuell.

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