Jetzt dürfte das seit Jahren in der Planung steckengebliebene Ghostbusters-Projekt noch schwerer zu realisieren sein - Harold Ramis, einer der wichtigen Männer hinter diesem Projekt ist mit 69 Jahren an den Komplikationen einer jahrelangen Erkrankung verstorben.

Harold Ramis verstarb heute an den Folgen seiner Erkrankung, die ihn seit 2010 plagte. Ramis litt an Vaskulitis, einer autoimmunologischen Erkrankung, die zur Entzündung der Arterien, Arteriolen, Kapillaren, Venolen und Venen führt, wodurch auch die Organe geschädigt werden. Die Erkrankung war 2010 so schlimm, dass Ramis auch das Laufen erst wieder von Grund auf lernen musste.

Harold Ramis, Jahrgang 1944, begann seine Karriere beim Guerilla-TV-Sender TVTV und als Freelancer für die Chicago Daily News. Danach war er beim Playboy für die Witze zuständig und spielte zusätzlich Improvisationstheater mit der Theater-Gruppe Second City.

Seine Hollywood-Karriere begann dann 1980 mit Caddyshack - Wahnsinn ohne Handicap, bei dem er das Drehbuch schrieb und Regie führte. Doch Ramis fühlte sich nicht nur hinter der Kamera wohl, auch vor der Kamera konnte er sich einen Namen erspielen. Den meisten dürfte er dabei als Dr. Egon Spengler aus Ivan Reitmans Ghostbusters bekannt sein. Mit seinem Freund und Kollegen Bill Murray hat Ramis immer wieder zusammengearbeitet. Angefangen bei Caddyshack, über Ich glaub mich knutsch ein Elch, Ghostbusters bis hin zu ihrem gemeinsamen Welterfolg ...Und täglich grüßt das Murmeltier.

Ramis' letzte Regiearbeit lieferte er bereits 2009, ein Jahr vor seiner schweren Erkrankung ab: Year One - Aller Anfang ist schwer. Seine letzte Schreibarbeit als Autor war sogar für ein Spiel: Ghostbusters - Sanctum of Slime.

Ramis war aber nicht nur aufgrund seiner Filme bekannt und beliebt, er galt auch als umgänglicher Mensch, der trotz seiner Karriere immer auf dem Boden geblieben ist. Bernie Sahlins, Gründer von Second City teilte 1999 mit, dass Ramis derjenige sei, der sich am wenigsten von seinem Erfolg blenden ließ. "Er ist derselbe Harold, der er schon vor 30 Jahren war", so Sahlins. "Er hat eine relativ steile Karriere gemacht, aber nichts davon ist ihm zu Kopf gestiegen."

Sahlins wusste schon früh, dass Ramis mal einer der wichtigsten Personen hinter der amerikanischen Comedy sein würde. "Er hat sich nie von den anderen abgewendet. Er war immer einer der Jungs, aber er war der beste Junge."

Die Produktion des langersehnten dritten Ghostbusters-Streifens wurde bislang immer wieder von Bill Murray sabotiert, der mal dabei war, dann mal wieder nicht. Doch nun, mit dem Tod von Harold Ramis, dürften auch die Ghostbusters ihre letzte Ruhe gefunden haben. RIP Harold Ramis, und Danke für die tollen Jahre.