In einem Interview sprach Geena Davis über den aktuellen Stand der Frauen in Hollywood und kritisiert das Hollywood-System, das Frauen instrumentalisiert und aufgrund ihres Alters diskriminiert.

Stars & Sternchen - Geena Davis: Frauen in Hollywood werden definitiv augrund ihres Alters diskriminiert

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Thelma & Louise gilt als einer der wichtigsten Frauenfilme.
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Geena Davis gehört in Hollywood zu den Frauen, denen man alles zutraut. Sie konnte die Rolle der schönen Geliebten genauso ausfüllen wie die der eiskalten Killerin, der schüchternen Mauerblume, der ehrgeizigen Karrieristin wie auch der fürsorglichen Mutter. Eine Schauspielerin mit breiter Palette an möglichen Rollen also. Da möchte man doch meinen, dass sie im Gegensatz zu anderen Schauspielerinnen, die sich in jüngster Zeit zum Thema Diskriminierung geäußert haben, keine Probleme haben sollte, auch in ihrem Alter von 59 Jahren noch gute und herausfordernde Rollen zu erhalten.

"Ich habe in meiner ganzen Karriere im Schnitt einen Film pro Jahr gedreht. Und das auch nur, weil ich faul war. Ich hätte wahrscheinlich viel mehr drehen können. Und dann in meinen 40ern, da habe ich einen Film gedreht", so Davis. "Und ich war noch guter Dinge, dass mir das nicht passieren würde, weil ich immer viele tolle Rollen für Frauen erhalten habe. Ich konnte mich glücklich schätzen, dass ich nie in eine Schublade gesteckt wurde und mir all diese tollen Dinge widerfahren sind und so dachte ich mir: 'Nun ja, mir wird das nicht passieren.' Tat es aber."

Es habe sie wütend gemacht und am Ende einfach nur frustriert. Doch das Alter ist nicht einmal das einzige Problem, mit dem Frauen in Hollywood zu kämpfen haben. Sexismus sei ebenfalls an der Tagesordnung. "Ich habe definitiv Sexismus am Set erlebt, auch wenn es nicht mir zugestoßen ist." Sie selbst habe nur einen Fall erlebt, als ein Regisseur am Set meinte, er freue sich immer darauf, sie morgens zu umarmen, es sei schließlich seine einzige Chance, sie zu begrabschen.

"Ich sagte, 'Okay, das ist mir unangenehm'... Und er hörte nicht auf, sich zu verteidigen. 'Aber ich bin ein Feminist, ich bin so ein Feminist und du weißt es.' Ich sagte, 'Wie dem auch sei, ich mochte es nicht, das ist alles. Komm damit klar!'"

Mit Ridley Scotts Thelma & Louise hat Geena Davis auch den Film in Sachen Feminismus im Portfolio schlechthin. "Die große Erkenntnis aus Thelma & Louise war die Reaktion der Frauen, die den Film sahen und ihn für so grundlegend so anders erachteten. Es war überwältigend und es ließ mich erkennen, wie wenig Gelegenheiten wir Frauen geben, sich von weiblichen Charakteren begeistern und bekräftigen zu lassen, voller Zuversicht aus einem Film zu kommen."

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Geena Davis und Tom Hanks in Eine Klasse für sich
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Vereinzelte Filme wie die Tribute von Panem werden an dieser Situation nicht viel ändern können, so Davis. Sie kommen und sie gehen wieder. Und nichts wird sich ändern. Das habe sie selbst schon erlebt - mit Thelma & Louise und Eine Klasse für sich [Ein Baseball-Film über die Entstehung der Frauen-Baseball-Profiliga].

"Mir ist es zwei Mal passiert. Dadurch wurde ich auf dieses Phänomen aufmerksam. Nach Thelma & Louise, der viel Aufmerksamkeit erhielt und wirksam und signifikant war, sagten die Leute, 'Das wird alles verändern! Es wird soviele Buddy-Frauen-Filme geben!' Und nichts passierte. Und dann beim nächsten Film, den ich drehte, Eine Klasse für sich, der ein großer Hit wurde, da hieß es: 'Ab jetzt, ohne Zweifel, Frauensport-Filme, wir werden eine ganze Welle von ihnen sehen, da dieser Film so erfolgreich war.' Mutige Aussage. Es hat zehn Jahre gedauert, bis Kick it like Beckham herauskam. Also gab es keinen Trend oder ähnliches."

Dennoch befinde man oder frau sich auf dem richtigen Weg. "Die Frauen in der Filmindustrie sind bemerkenswert, wie ich finde. Viele Menschen haben so langsam aber sicher kein Problem damit, offen auszusprechen, dass es nicht fair ist."

Um die Situation bewusst zu verbessern, reiche es bereits, den Namen vieler Charaktere in TV-Serien oder Filmen von männlich auf weiblich zu ändern. Viele Rollen seien so unspezifisch, dass dies kein Problem sei. Wie wäre es mit Jason Bourne? "Der war ich schon. In Tödliche Weihnachten - The Long Kiss Goodnight."

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