Vor kurzem schrieb sich Hollywood-Darling Jennifer Lawrence ihren Frust über das Gagen-Ungleichgewicht in Hollywood von der Seele. Nun erhielt sie Unterstützung und Zuspruch von prominenten Kollegen wie Bradley Cooper, Emma Watson, Jessica Chastain, Rooney Mara und Carey Mulligan.

Stars & Sternchen - Gagen-Ungleichgewicht:Jennifer Lawrence erhält Zuspruch von Bradley Cooper, Emma Watson & Co.

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Jennifer Lawrence und Bradley Cooper in Serena
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Es dürfe nicht sein, dass eine Schauspielerin, die genau denselben Job wie ihre männlichen Kollegen in einem Film ausübt, dafür weniger Gage erhält. Vor allem nicht, wenn sie eine genauso wichtige Rolle in dem Film spielt. Hauptsächlich bezog sich diese Aussage von Jennifer Lawrence auf David O. Russells American Hustle. Für den Film erhielten ihre Kollegen Bradley Cooper, Christian Bale und Jeremy Renner mehr Gage als sie. "Jeremy Renner, Christian Bale und Bradley Cooper, sie alle haben gekämpft und Erfolg darin gehabt, mächtige Deals für sich selbst auszuhandeln. Wenn überhaupt, dann bin ich sicher, dass sie für ihre Leidenschaft und Taktik gelobt werden, während ich damit beschäftigt war, bloß nicht als blöde Göre rüberzukommen", so Lawrence.

Zu dem Zeitpunkt war sie bereits ein Star, der in Hollywood als "bankable" gilt, als jemand, der einen Film tragen kann. Das bewies sie mit Die Tribute von Panem. Das Problem, das sie beim Gagen-Ungleichgewicht sehe, könnte so auf viele Schauspielerinnen zutreffen: sie sind einfach "zu nett", um mehr Geld zu verlangen, da sie nicht als "zickig" und "schwierig" gelten wollen. Doch damit sei bei ihr Schluss, wie Lawrence mitteilte.

Nun erhielt sie für ihre Aussagen Lob und Unterstützung von ihren Kolleginnen, allen voran von Emma Watson, seit Juni dieses Jahres UN-Sonderbotschafterin für Gleichberechtigung und Frauenrechte. Watson hielt Ende September eine Rede für mehr Gleichberechtigung und macht sich für einen sanften Feminismus stark, wie sie es nennt. Dafür wurde sie sofort angefeindet. Auf 4Chan drohte ein Hacker kompromittierende Fotos von ihr auf einer Seite zu veröffentlichen: "Damit die Welt sieht, dass auch sie nur eine Hure ist" - eine Hoax. Wie sich herausstellte, gehörte die betreffende Seite zu einer Kampagne, um 4Chan abschalten zu lassen.

"Oh Jenniger Lawrence, ich liebe dich so."

"Jaaaaaaa, du schaffst es!"

In einem Interview äußerte sich Jessica Chastain genauer zu Lawrences Blog-Eintrag: "Ich bin stolz auf sie. Manchmal, wenn alles gut läuft, hat man Angst, auf etwas hinzuweisen, weil dann sofort Leute kommen, mit dem Finger auf einen zeigen und sagen, 'Ok, gut, aber du bist ein großer Filmstar.' Aber darum geht es nicht", so Chastain zu Variety. "Es gibt keine Entschuldigung. Es gibt keinen Grund, warum sie einen Film mit anderen Schauspielern drehen sollte, aber weniger gezahlt bekommt. Das ist absolut unfair. Es ist nicht richtig. Das läuft so schon seit Jahren. Ich denke, es ist mutig, darüber zu sprechen. Ich finde, jeder sollte darüber sprechen."

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Carey Mulligan und Ryan Gosling in Nicolas Winding Refns Drive
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Carey Mulligan, die an der Seite von Meryl Streep im Frauenrechtsfilm Suffragette - Taten statt Worte spielt, ist ebenfalls der Meinung, dass die Gagen-Ungleichheit in Hollywood einfach nur unfair sei. "Es ist unfair und sollte abgeschafft werden", so Mulligan im Gespräch mit USA Today, "aber du hoffst, dass es eine Auswirkung haben wird, über die ungleichen Gagen in der Unterhaltungsindustrie zu sprechen. Wir haben eine so große Ungleichheit in den Vorständen, in der Wirtschaft und in jedem Bereich der Gesellschaft und wir [die Schauspielerinnen] haben eine Plattform, um uns Gehör zu verschaffen. Ich bin mir immer im Klaren darüber, dass mir mein Job Spaß macht und ich eine Menge Geld dafür erhalte, das zu tun, was ich liebe. Ich bin kein Doktor und keine Krankenschwester, ich bin eine Schauspielerin."

Dennoch sei es wichtig, darüber zu sprechen, auch als vermeintlich privilegierte Schauspielerin. "Ich hoffe, diese Diskussion hat eine größere Auswirkung auf die Gesellschaft als Ganzes und bleibt nicht rein eigennützig." Sie selbst habe aber noch keine Ungleichheit erfahren, weist aber daraufhin, dass sie meistens sowieso nur in Indie-Filmen mitspiele.

Dafür hat Rooney Mara derlei Diskrepanzen bereits erleben müssen. "Ich war in Filmen dabei, wo ich herausfand, dass mein männlicher Co-Star doppelt so viel Gage erhielt wie ich [wahrscheinlich Verblendung an der Seite von Daniel Craig] und das ist einfach die Realität, in der wir leben", so Mara im Gespräch mit The Guardian. "Für mich ist es frustrierend, aber zur selben Zeit bin ich dankbar dafür, dass ich überhaupt für die Schauspielerei bezahlt werde." Da haben wir es wieder, das Gefühl weiblicher Schauspielerinnen, sich dankbar zeigen zu müssen. "Es ist unfair, aber wenn ich darüber nachdenke, wieviel Geld Lehrer erhalten oder andere Leute, die Berufe ausüben, die soviel wichtiger sind als das, was ich tue, dann ist es irgendwie schwer, sich darüber zu beschweren."

Daher finde sie es wesentlich schlimmer, dass Schauspielerinnen und allgemein Frauen angegriffen werden, obwohl sie durchaus recht haben. "Man hat mich übelst beschimpft. Wenn ein Mann sich so verhalten würde wie ich, dann würde man es normal nennen. Das ist es, was ich frustrierend finde, dass man Frauen gleich als verzogen und als Schlampen bezeichnet."

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Rooney Mara ist derzeit in Joe Wrights Pan zu sehen
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Doch wer denkt, Lawrence hätte nur Unterstützung von ihren Kolleginnen erhalten, weil sie Frauen sind, auch Bradley Cooper hatte nur Lob für seine Freundin und Kollegin übrig.

"Eine Sache, die ich sagen kann, ist, dass es interessant ist, weil man denkt, man verdiene nur einen gewissen Betrag und das ist nicht wahr", so Cooper zu E! Online. "Es geht darum, die Einstellung zu ändern und für sich selbst einzutreten. So wie Sienna Miller. Das ist also eine großartige Sache."

Sienna Miller spielt gemeinsam mit Cooper in Im Rausch der Sterne. "Ich habe ein Stück verlassen, das ich unbedingt spielen wollte, weil ich weniger als die Hälfte von dem erhalten sollte, die der andere Mann kriegen sollte und das Stück bestand nur aus uns beiden", so Miller. "Ich tat, was wir von nun an immer tun sollten. Unglücklicherweise zulasten unserer Träume." Die negative Reaktion der meisten Männer basiere ihrer Meinung nach wohl darauf, dass sie Frauen fürchten. Daher müsse man als Frau eine Methode finden, für sich einzustehen, ohne gleichzeitig die Männer zu verschrecken.

Offensichtlich entsteht so langsam aber sicher eine Bewegung in Hollywood. Was denkt ihr darüber?

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