Es war im Sommer 2006, da holte ihn die Vergangenheit wieder ein. Er war allein in seiner Hotelsuite, er war seit mehr als 20 Jahren trocken und später, so erklärte er, konnte er sich nicht einmal mehr daran erinnern, warum er die Minibar geöffnet hatte. Vielleicht wollte er nur einen Drink zu sich nehmen, sich selbst beweisen, dass er seine Sucht vor langer Zeit besiegt hatte. Doch als er am nächsten Morgen erwachte, war der Inhalt der Minibar geleert und er hatte keine Erinnerung mehr daran, wie es dazu kam.

Der dreifache Vater wollte die hieraus notwendigen Konsequenzen ziehen. Er wollte nicht in alten Trott, nicht in alte Gewohnheiten verfallen. Und vielleicht erinnerte er sich auch daran, wie er einmal scherzhaft sagte: “Wenn man ein Kind hat, muss man sich zusammenreißen. Man kann nicht sturzbesoffen nach Hause kommen und sich über sein Kind erbrechen.

Robin Williams - Er brachte die Welt zum Lachen

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Robin Williams starb am 11. August 2014, im Alter von 63 Jahren.
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Und das war das Letzte, was Robin Williams wollte, weswegen er sich in Therapie begab, um erneut zu lernen, der Sucht Einhalt zu gebieten. Aber es war ein Kampf, den er nicht gewinnen konnte. Verbunden mit anhaltenden Depressionen, machte ihm dieser Kampf das Leben zur Hölle – bis er es nicht mehr aushielt. Am 11. August 2014 starb er, so wie es aussieht, durch eigene Hand. Der Mann, der über Jahrzehnte so viele Menschen zum Lachen gebracht hatte, konnte einfach nicht mehr.

Wilde Jahre

Der Erfolg war für Robin Williams nicht über Nacht gekommen, aber er kam schnell, durchschlagend und mit echter Wucht. In den späten 70er und frühen 80er Jahren war Williams nicht nur dem Alkohol ergeben - er war auch schwer kokainabhängig.

Kokain ist Gottes Art, Dir zu sagen, dass Du zu viel Geld machst”, meinte er später einmal. Zu jener Zeit war er weit weniger tiefsinnig, doch als sein Freund und Kollege John Belushi an einem Drogencocktail zu Grunde ging, war dies nicht nur für Williams ein Weckruf. Er war gerade Vater geworden und ihm war bewusst, dass er seinen Weg ändern musste.

Williams wurde proaktiv. Er unterzog sich einer Entgiftung, machte eine Rehabilitationskur und konnte schließlich stolz verkünden, dass er die Sucht hinter sich gelassen hat.

Während er “unter Einfluss” stand, erzählte er einem Reporter einmal, er wäre in Schottland geboren. Das findet sich auch in einigen Berichten jener Zeit. Und für den Reporter muss das Sinn ergeben haben, heißt der Mime doch mit vollem Namen Robin McLaurin Williams. Doch in Wahrheit wurde Williams am 21. Juli 1951 in Chicago geboren...

Aller Anfang ist schwer

Williams wuchs behütet auf. Sein Vater Robert Fitzgerald Williams, der 1987 verstarb, war englischer, walisischer und irischer Abstammung und arbeitete bei Ford, während seine Mutter Laurie aus New Orleans stammt und dort in ihrer Jugend auch als Model gearbeitet hatte.

Er wuchs zusammen mit seinen beiden Halbgeschwistern Laura und Todd in Bloomfield Hills, Michigan, und Marin County, Kalifornien, auf. Im Rückblick beschrieb sich Williams als ein sehr ruhiges, in sich gekehrtes Kind, dessen erste Imitation die der Großmutter war.

Seine schüchterne Seite überwand Williams erst, als er sich der Schauspieltruppe anschloss. Als er die High School abschloss, wählten ihn seine Mitschüler zu demjenigen, der am wahrscheinlichsten nie irgendwelchen Erfolg haben wird - sie hätten sich nicht stärker irren können.

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Einer der Filme mit Williams, die wir noch zu sehen bekommen: "The Angriest Man in Brooklyn".
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Williams wollte Schauspieler werden, weswegen er sich an der renommierten Juilliard-Schule bewarb. Jedes Jahr bewerben sich mehr als 2.000 hoffnungsvolle Studenten, doch nur zwanzig Plätze werden vergeben. Und nur zwei oder drei werden in das “Advanced Program” aufgenommen. 1973 gelang dies Robin Williams und Christopher Reeve, die von John Houseman für das Programm akzeptiert wurden.

Williams und Reeve hatten viele Kurse gemeinsam und wurden schnell beste Freunde. Sie blieben es auch bis zu Reeves Tod im Jahr 2004.

Als Reeve im Mai 1995 seinen verhängnisvollen Reitunfall hatte und querschnittsgelähmt war, versuchte Williams, seinen Freund aufzuheitern. Er besuchte ihn im Krankenhaus, kam jedoch in voller Doktormontur, stellte sich mit russischem Namen und Akzent vor und gab vor, eine Kolonoskopie an Reeve durchführen zu müssen.

Erst nach einigen Minuten erkannte Reeve die Scharade. Und zum ersten Mal seit seinem Unfall konnte er wieder lachen. Wie Reeve später erklärte, war dies der Moment, da ihm bewusst wurde, dass das Leben weiterging.

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Williams blieb nur kurz an der Juilliard. Seine Lehrer waren von seinem Talent sehr angetan, doch Houseman meinte, er verschwende es hier an der Schule. Vielmehr sollte er hinausgehen und es direkt einsetzen.

Der junge Mann folgte dem Rat des erfahrenen Lehrers und fand schnell als Stand-up-Comedian Aufmerksamkeit. Vielleicht erkannte er es damals noch nicht, aber was Houseman ihm sagte, war, dass er ein hervorragender Komiker war, der ein untrügliches Gespür für Improvisation hatte. Ob es für echtes Schauspiel reichte, stand jedoch auf einem anderen Blatt.

Schon als Kind war er ein Komiker. Er war immer etwas dicker als die anderen und viel allein, doch als er begann, komisch zu sein, als er Leute nachahmte und für Spaß sorgte, da wurde er plötzlich jemand.

Williams tauchte mehrmals als Komiker bei Fernsehshows auf und ging schließlich zu einem Vorsprechen zu Garry Marshall, der gerade nach dem passenden Schauspieler für den außerirdischen Mork suchte, der in einer Folge der Erfolgsserie „Happy Days“ auftreten sollte. Als Williams eintrat, bat Marshall ihn, sich zu setzen, was der Schauspieler nur quittierte, indem er ein paar Verrenkungen vornahm und sich schließlich auf den Kopf setzte.

Marshall engagierte Williams vom Fleck weg, denn “er war der einzige Außerirdische, der zum Casting kam.”

Ursprünglich nur als Gastfigur geplant, tauchte Mork noch ein zweites Mal auf. Doch schon im Jahr 1978 erhielt er seine eigene Serie: „Mork und Mindy“.

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Spinat macht stark

Die Serie war ein riesiger Erfolg. Die Grußformel des Orkianers - “Nanu, Nanu” - wanderte in den festen Sprachschatz des Publikums, ebenso wie “Shazbot”, das Mork gerne als Fluch benutzte.

Die Serie lief vier Jahre lang und Williams wurde praktisch über Nacht zum Star. Dabei stellte er bei „Mork und Mindy“ auch sein außergewöhnliches Improvisationstalent unter Beweis, denn oftmals hielt er sich nicht an die vorgegebenen Texte, sondern sagte einfach, was ihm in den Sinn kam. Die Autoren nutzten dies später gar, indem sie gar nicht mehr erst großartig Dialoge für ihn schrieben, sondern im Drehbuch nur vermerkten: “Mork legt los.”

Und das tat Williams, der schon früh versuchte, ins Filmgeschäft einzusteigen.

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Robin Williams: Er brachte die Welt zum Lachen.
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Williams erste Rolle sollte etwas Besonderes sein. Robert Altman bereitete eine Realverfilmung des Zeichentrickhelden „Popeye“ vor, der mit Spinat zum stärksten Matrosen aller Zeiten wird. Da die Figur beliebt und der Regisseur angesehen war, hätte man sich fast keinen besseren Einstieg wünschen können, doch Altman lag das Material nicht. Er musste mit einem Drehbuch kämpfen, das kaum der Rede wert war (O-Ton Williams: “Es gibt einen Plot, wenn man den Film rückwärts ansieht.”).

Die Millionenschwere Produktion erwies sich im Kinojahr 1980 als gigantischer Flop. Doch Williams fiel weich, denn nach wie vor war „Mork und Mindy“ sehr erfolgreich.

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Wieder geht´s von vorne los

Nach dem Ende der Serie versuchte sich Williams wieder im Kino. Der Stoff, den er gewählt hatte, war vielversprechend: „Garp und wie er die Welt sah“ basiert auf einem Roman von John Irving und ist eine von Regisseur George Roy Hill feinsinnig inszenierte Mischung aus Drama und Komödie. Williams wollte sich hier als Schauspieler, nicht nur als Komiker beweisen, doch gerade deswegen schien das Publikum fernzubleiben. Seine Fans erwarteten die Überdrehtheit eines Mork und erhielten den leisen Humor eines Woody Allen. Der Film erhielt einige Oscar-Nominierungen, fiel an den Kinokassen jedoch durch.

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Noch einmal kam der Mork, allerdings in anderer Form. 1982 produzierte man eine Zeichentrickserie, in der Williams den Außerirdischen sprach. Der Spaß währte jedoch nur ein Jahr, dann war die Luft raus.

Für Williams brachen ein paar harte Jahre an. Der Mork-Ruhm war nach wie vor da, doch mit jedem weiteren Kinoflop war er weniger wert. 1983 spielte er in „Die Überlebenskünstler“ mit, in dem er an der Seite von Walter Matthau agierte, im Jahr darauf war er Vladimir Ivanov in „Moskau in New York“, in dem er erstmals auf der Kinoleinwand mit seinem herrlichen russischen Akzent agieren konnte.

Inhaltlich bot sich ihm hier viel, spielte er doch einen Musiker, der mit seiner Gruppe New York besucht, wobei er die Gelegenheit nutzt, um ins gelobte Land der unbegrenzten Möglichkeiten zu fliehen. Auch hier konnte Williams durch eine tragisch-komische Darstellung überzeugen.

Auch die weiteren Filme „Rocket Man“, „Club Paradise“ und „Das Geschäft des Lebens“ konnten ihr Publikum nicht finden. Ein kleiner Geheimtipp ist jedoch „Club Paradise“, in dem Williams einen Feuerwehrmann spielt, der sich auf eine karibische Insel zurückzieht und dort ein Hotel auf die Beine stellt. Die von Harold Ramis inszenierte Komödie mag man oder auch nicht - dazwischen dürfte es nur wenig geben. Für Fans des Komikers ist dieser Film jedoch ein richtiges Kleinod.

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Der Durchbruch

Was Williams bis zu diesem Punkt fehlte, war ein Film, der es ihm erlaubte, hemmungslos zu improvisieren. In seinem Schoß landete ein Drehbuch, das Adrian Cronauer nach seinen eigenen Erfahrungen als Radiomoderator in Vietnam geschrieben hatte.

Cronauer eckte damals mit seinen bissigen Kommentaren an und hatte seit 1979 versucht, jemanden für das Projekt zu begeistern. Williams erkannte, dass der Part des DJs ihm die Chance geben würde, seine ganz eigene Art der Komik voll auszuspielen. Das Drehbuch musste dafür entsprechend umgeschrieben werden, wobei sämtliche Radiomomente des Films voll und ganz von Williams improvisiert wurden.

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Good Morning, Vietnam!
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Cronauer bemerkte später, dass der Film nur etwa zu 45 Prozent akkurat war. Denn anders als im Film war er selbst nie gegen den Krieg, sondern nur gegen die Dummheit. Dazu, so bemerkte Cronauer, hätte man ihn vors Kriegsgericht gestellt, wenn er nur die Hälfte dessen gemacht hätte, was Williams in der Rolle tut.

Williams brilliert als moralisch geplagter Cronauer, der die Sinnlosigkeit des Kriegs erkannt hat und seine Position als DJ nutzt, um darauf aufmerksam zu machen. Er macht sich damit keine Freunde und wird schließlich gezwungen, den Job an den Nagel zu hängen und das Land zu verlassen.

Das wahre Leben war weit profaner, hörte Cronauer doch nur auf, weil seine Dienstzeit geendet hatte. „Good Morning, Vietnam“ ist ein Kriegsfilm ohne Krieg. Es bedarf keiner brutalen Schlachten, um eine Antikriegsstimmung zu erzeugen. Der Film ruht ganz und gar auf Robin Williams, der die Chance seines Lebens nutzte und mit einer Oscar-Nominierung als bester Hauptdarsteller belohnt wurde.

Der Titel des Films beruht auf Cronauers Begrüßungsformel im Radio, in der er langgezogen „Good Morning, Vietnam“ rief.

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Obwohl der Film keine Komödie ist, wohl aber Humor besitzt, nahm das Publikum Williams nun mehr denn je als einen Komiker wahr. Er spielte eine Nebenrolle in Terry Gilliams Millionengrab „Die Abenteuer des Barons Münchausen“ und zeigte sich 1989 von einer ganz anderen, weit sensibleren Seite in „Der Club der toten Dichter“.

Hier spielt Williams einen Lehrer, der sich für seine Schüler interessiert, der ihnen mehr als nur schulischen Stoff mit auf den Weg geben will. John Keating ist ein Lehrer, der seine Schüler zum Nachdenken erzieht und ihnen auch die Schönheit der Poesie nahebringt. Doch damit erweist sich Keating als progressiver Lehrer, der in der restriktiven Welt der 50er Jahre scheitern muss.

Waren Williams’ bisherige Filme immer auch derart gestrickt, dass er sein komisches Talent zur Schau stellen konnte, so war er hier ganz und gar als Schauspieler gefordert. Und es ist die sensible Darstellung dieses liebenswerten Lehrers, die das Publikum ansprach. Abermals wurde Williams für einen Oscar als bester Schauspieler nominiert, gewann ihn jedoch nicht.

Doch „Der Club der toten Dichter“ ist für ihn ein voller Erfolg geworden, denn er bewies, dass er auch in einem “normalen” Stoff funktionierte.

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Wechselbad der Gefühle

Das Jahr 1990 ließ Williams seine beiden Seiten zeigen: „Cadillac Man“ war eine nette, aber anspruchslose Komödie während „Zeit des Erwachens“ einer der schönsten und lebensbejahendsten Filme aller Zeiten ist. Williams spielt hier Dr. Sayer, der mit Patienten arbeitet, die an der europäischen Schlafkrankheit leiden und in einer Art Wachkoma sind. Einen Sommer lang erholen sich seine Patienten dank eines neuen Medikaments, doch die Wirkung ist nur von kurzer Dauer.

Williams spielt hier Seite an Seite mit Robert De Niro, der den wieder erwachten Leonard spielt. Und der Komiker, der auszog, ein ernsthafter Schauspieler zu werden, verblasst gegen einen der besten Schauspieler aller Zeiten etwas. De Niro hat ganz klar die saftigeren Szenen, dem Williams nur die warmherzige und menschliche Art seiner Figur entgegensetzen kann. Neben De Niro verschwindet Williams fast, obschon er sich sichtlich müht, zurückgenommen zu spielen.

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Robin Williams in "Zeit des Erwachsens".
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Das folgende Jahr war durchwachsen. Williams wirkte in Kenneth Brannaghs Thriller „Dead Again“ mit und spielte in Steven Spielbergs zuckersüßem, aber kaum erträglichen „Hook“ einen erwachsenen Peter Pan. Doch es war „König der Fischer“, in dem Williams wirklich strahlen konnte.

Williams spielt hier den obdachlosen Parry, der auf der Suche nach dem Heiligen Gral ist und den Radiomoderator Jack Lucas rettet, der später erkennen muss, dass Parry einer jener Menschen ist, die seinetwegen ihre Lebensgrundlage verloren haben. Denn Jack sagte einem Psychopathen, der ihn in seiner Show anrief und drohte, einige Menschen in einem Restaurant zu erschießen, dies doch einfach zu tun und ihn nicht weiter zu belästigen.

Dass Jack und Parry sich nun treffen, ist die Gelegenheit für den geplagten Moderator, endlich Buße zu tun.

„König der Fischer“ ist ein herausragendes Drama, das von Terry Gilliam inszeniert wurde. Williams, der abermals für einen Oscar nominiert wurde, macht betroffen. Sein Parry ist ein lebenslustiger, guter Kerl, doch auch er hat lichte Phasen, in denen ihn die Schrecken seiner Vergangenheit einholen.

Und Parry ist die perfekte Rolle für Williams, denn dieser Gralssucher braucht etwas Wahnsinniges, etwas Komisches, das ins Tragische abgleiten kann. Der Film spielt darum mit Williams’ Image und nutzt es perfekt für seine Geschichte. So passend wie hier sollten die Ausflüge ins ernste Fach nie wieder für den Schauspieler sein.

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Stimmerfolg

Mit Synchronisation hatte Williams schon Erfahrungen gesammelt, als er das Angebot annahm, den Djinn in Disneys „Aladdin“ zu sprechen. Es war auch seine umwerfende stimmliche Performance, die zeigte, dass ein Star-Casting für einen Zeichentrickfilm besonders gut funktionieren kann

In den folgenden Jahren sprach Williams noch in verschiedenen anderen Filmen, darunter auch „Happy Feet“, einem der erfolgreichsten Filme des letzten Jahres.

In den frühen 90er Jahren konzentrierte sich Williams mehr auf sein komödiantisches Profil. Er spielte im visuell ansprechenden, inhaltlich leeren „Toys“ und hatte als „Mrs. Doubtfire“ großen Erfolg in Frauenkleidern.

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Robin Williams als "Mrs. Doubtfire".
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Bei Filmen wie „Jumanji“ oder „Jack“ hat man dann auch eher das Gefühl, dass Williams diese vor allem für seine eigenen Kinder gemacht hat. Mit „The Birdcage“ hatte Williams 1996 einen weiteren Erfolgsfilm vorzuweisen, der auf dem französischen Streifen „Ein Käfig voller Narren“ basiert.

Im selben Jahr spielte er in Kenneth Brannaghs „Hamlet“ Osric, war im nächsten Jahr mit dem Disney Remake „Flubber“ noch einmal auf witzigen Pfaden unterwegs und erhielt für „Good Will Hunting“ endlich den Oscar in der Kategorie des besten Nebendarstellers. Williams ließ es sich auch später nicht nehmen, seiner deutschen Synchronstimme Peer Augustinski, der bis zu seinem Schlaganfall die Feststimme für den Schauspieler war, eine kleine Oscar-Replik zu schicken und ihm zu danken, dass er ihn in Deutschland berühmt gemacht hat.

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Während „Hinter dem Horizont“ etwas zu sehr im Kitsch versank, aber traumhaft schöne Bilder bieten konnte, war „Patch Adams“ wieder ein Film für die lieben Kleinen. Als „Jakob der Lügner“ versuchte er, den Mitinsassen im KZ das Leben etwas zu erleichtern und ihnen Hoffnung zu schenken. Der Film kommt nicht an Roberto Benignis „Das Leben ist schön“ heran, lebt aber auch von der tragisch-komischen Komponente, die Williams hier nutzen kann.

Im selben Jahr war er „Der 200-Jahre-Mann“, ein Roboter, der im Verlauf seines Lebens immer menschlicher wird. Die Beschäftigung mit der künstlichen Intelligenz setzte sich in Steven Spielbergs A.I. fort, in dem Williams Dr. Know sprach.

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Der Weg zum Bösen

Das Jahr 2002 brachte zwei herausragende Rollen für Robin Williams. Er spielt in Mark Romaneks „One Hour Photo“ den Fotolaboranten Sy Parrish, der die Fotos einer Familie seit Jahren entwickelt und sich immer mehr in der Phantasie verliert, ein Teil dieser Familie zu sein.

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Robin Williams als Sy Parrish.
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Sy Parrish ist kein Killer, aber er ist ein psychisch schwer gestörter Mann. Williams, hier platinblond, spielt Sy mit einem solchen Schmerz in der Mimik, das es fast unerträglich ist, sich diesen Film anzusehen. Er erschafft das Porträt eines einsamen Mannes, der niemanden hat und von dem eine latente Gefahr ausgeht. Ohne Zweifel lieferte Williams hier eine der besten Darstellungen seiner Karriere ab.

Im selben Jahr vollführte er den Weg zum Bösen in Christopher Nolans „Insomnia“ jedoch ganz, denn dort spielt er einen Killer, der sich mit Al Pacino einen Schlagabtausch liefert. Dabei schägt er jedoch in eine andere Bresche als Hannibal Lecter oder ähnliche Kino-Psychopathen.

Mit Nolan verstand sich Williams sehr gut, weswegen er auch signalisierte, dass er durchaus bereit wäre, den Riddler zu spielen, sollte dieser in einer Fortsetzung von „Batman Begins“ auftauchen. Schon einmal hätte Williams diese Rolle spielen sollen, als noch geplant war, dass Tim Burton „Batman Forever“ inszeniert. Doch als Joel Schumacher ans Ruder kam, besetzte dieser Jim Carrey.

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Während „Big White“ eine nette, zwar an die Coens erinnernde, deren Qualität aber nicht erreichende makabre Komödie ist, ist „The Night Listener“ ein Film, der ganz und gar von Williams lebt. In diesem ungewöhnlichen, ganz entgegen üblicher Konventionen verlaufenden Thriller ist Williams der Schriftsteller Gabriel Noone, der mit dem totkranken Jungen Pete in Kontakt gerät. Pete telefoniert regelmäßig mit Gabriel, doch dieser muss sich irgendwann die Frage stellen, ob es Pete überhaupt gibt oder ob dieser nicht nur eine Erfindung seiner angeblichen Mutter Donna ist.

Filme wie dieser, die langsam, leise und mit sich ruhig aufbauender Spannung erzählt werden, sind im Kino selten große Hits. Das weiß auch Williams, doch hatte er hier die Gelegenheit, dem eigenen Anspruch an sich selbst zu frönen und sich als Schauspieler zu versuchen, ganz und gar ohne jedwede Komik.

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Robin Williams in "The Night Listener".
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Dass er im Herzen aber nun einmal ein Komiker ist, zeigen schon die Dreharbeiten seiner ernsthaften Filme, von denen Kollegen berichten, dass Williams seine ernsthafte Maske ablegt, sobald der Regisseur “Cut” ruft. Und dann ist er so witzig, wie man es sich nur vorstellen kann, was für die Kollegen natürlich auch herausfordernd ist, stellen sie sich doch auf einen ernsthaften Film ein, werden jedoch ständig zum Lachen gebracht.

Mit einem komödiantischen Stoff hatte er dann wieder Erfolg, nachdem die Ausflüge ins ernste Fach zumindest kommerziell nicht überzeugen konnten. Doch in „Nachts im Museum“ ist er als Präsident Teddy Roosevelt an der Seite von Ben Stille nur in einer Nebenrolle zu sehen. Dieselbe Rolle spielte er dann auch im zweiten Teil.

In den letzten Jahren wechselte Williams zwischen Anspruch und Humor. Er war in „Shrink“ und „Old Dogs“ komisch und in „Der Butler“ ernst. Zudem kehrte er mit der Serie „The Crazy Ones“ ins Fernsehen zurück, aber die Serie war nicht so erfolgreich, wie erwartet wurde. Zuletzt plante er, ein Sequel zu „Mrs. Doubtfire“, aber dazu wird es nun nie mehr kommen.

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Robin privat

Williams war von 1978 bis 1988 mit Valerie Velardi verheiratet. Aus dieser Ehe ging der gemeinsame Sohn Zachary hervor, der im April 1983 geboren wurde. Als die Ehe ihrem Ende entgegenging, lernte Williams seine zweite Frau Marsha Garces kennen, die als seine Assistentin bei „Good Morning, Vietnam“ tätig war. Beide verliebten sich und heirateten schon im April des Jahres 1989. Sie haben zwei Kinder, Zelda Ray, geboren im Juli 1989, und Cody Alan, geboren im November 1991. Die Familie lebt in San Francisco.

Williams war ein bekennender Gamer und liebte auch Onlinespiele wie “Warcraft”. Darüber hinaus war er ein Fan von „Star Trek“ und hätte 1991 beinahe einmal in einer Folge von „Star Trek: The Next Generation“ den Betrüger Berlinghoff Rasmussen gespielt, doch Terminschwierigkeiten verhinderten dies, so dass die Rolle von Matt Frewer übernommen werden musste.

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Robin Williams mit seiner Tochter Zelda.
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Williams war ein aktiver Liberaler und unterstützte die Demokraten. Er bezog Stellung gegen den Krieg im Irak, hat aber auch regelmäßig die Truppen in Übersee besucht und unterhalten. In dieser Beziehung verglich man ihn mit Bob Hope, der durch Auftritte vor US-Truppen im Ausland helfen wollte, die Moral der Truppe aufrecht zu erhalten.

Als Williams vor den Truppen im Irak mit seiner Stand-up-Comedy auftrat, begann er mit den Worten: “Ich sehe eine große Menge von schwer bewaffneten Leuten hier. Und darum sag ich mir: Wenn Du nicht lustig bist, dann hast Du ein Problem.

Zusammen mit seiner Frau Marsha gründete er die Windfall Foundation, die Gelder für gute Zwecke sammelt. Aus seiner eigenen Tasche bezahlte er einige der Behandlungskosten von Christopher Reeve und im Jahr 2006 unterstützte er das Buchprojekt “Home Wasn’t Build in a Day” des Non-Profit-Writing-Centers Valencia 826.

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Robin Williams war ein Mann, der mit seinen eigenen Dämonen zu kämpfen hatte. Und die finden sich nicht nur in seinem Suchtpotenzial - die additive Persönlichkeit zeigte sich in harmloser Form auch bei seinem Faible für Spiele -, sondern auch in dem unterbewusst sicherlich vorhandenen Wunsch, als ernstzunehmender Schauspieler anerkannt zu werden.

Er hatte sicher den Anspruch an sich selbst, sich als ernsthafter Schauspieler zu bewähren - und die Nominierungen sowie der spätere Oscar gaben seinem Ansinnen auch Recht -, aber im Selbstverständnis des Robin Williams war er ein Komiker. Das war er in seiner Kindheit, das war er als er Juilliard besuchte, das war er, als er Erfolge feierte.

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O Captain, mein Captain!
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Erst mit diesen erkaufte er sich die Eintrittskarte ins ernste Fach. Und anders als viele seiner Kollegen konnte er verhältnismäßig oft ernsthafte Rollen spielen, wobei es auch häufig eine Mischung aus Tragischem und Komischem war, mit der er das Publikum begeistern konnte. Er war ein Spaßmacher, aber einer, der auch gerne mal ins ernsthafte Fach reingeschnuppert hat. Sein Spiel war immer kraftvoll, es war menschlich und hoffnungsfroh.

Er war die Art Schauspieler, die Menschen das Gefühl geben können, dass die Welt ein besserer Ort sein kann, als sie eigentlich ist. Robin Williams war inspirierend, und das nicht nur als Lehrer John Keating in „Der Club der toten Dichter“. Sein Licht ist nun erloschen, doch er bleibt unvergessen. Auf Wiedersehen im nächsten Leben, O Captain, mein Captain.

Robin Williams - Comedy-Star mit Herz: Robin Williams

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