Meister-Regisseur Christopher Nolan ist derzeit mit seinem neuesten Film Interstellar in den Kinos. Doch was sagt der Meister über J.J. Abrams' Star Wars: Episode VII - The Force Awakens, James Bond und Ben Affleck als Batman in Zack Snyders Batman v. Superman: Dawn of Justice?

Mit Interstellar hat sich Regisseur Christopher Nolan einen lang gehegten Wunsch aus seiner Kindheit erfüllt. Als Siebenjähriger habe er Star Wars gesehen, und seither niemals die unglaubliche Anziehungskraft eines solchen Erlebnisses vergessen. Auch Stanley Kubricks 2001: A Space Odyssey war ein solches Erlebnis. Und dieses Erlebnis wollte er dem Publikum mit Interstellar ebenfalls ermöglichen.

Da Disney an neuen 'Star Wars'-Filmen arbeitet, stellt sich natürlich die Frage, ob auch Nolan Interesse daran gehabt habe, bei Star Wars, vielleicht sogar bei Star Wars Episode VII - The Force Awakens Regie zu führen.

"Ich bin ziemlich gespannt darauf, zu sehen, was J. J. Abrams damit machen wird. Es freut mich, zu sehen, dass er tatsächlich aufFilm dreht, und den Millennium Falcon gebaut hat", so Nolan. "Was die Sache angeht, ob ich es gemacht hätte oder nicht, die Wahrheit ist, ich denke, ich hätte zuviel Angst gehabt, Hand anzulegen. Er (Abrams) bewegt sich mutig dort hin, wo er schon mit Star Trek war, und es braucht schon kolossale Eier, um das zu tun. Ich mach es mir leicht, und versuche mehr mein eigenes Ding durchzuziehen statt das Gewicht und die Erwartung der gesamten Welt zu tragen - ganz speziell von 40-Jährigen wie mir, die für jede noch so kleine Information über Star Wars sterben. Aber ich bin sehr gespannt darauf, was er macht."

Da untertreibt der Gute doch etwas, schließlich ist man als Regisseur mit einem Franchise wie Star Wars auch auf der sicheren Seite. Nolan selbst ist dagegen in der Lage, als einer der wenigen Regisseure in Hollywood auch völlig eigenständige und neue Filme jenseits der 150-Millionen-Dollar-Budget-Grenze zu inszenieren. Was denkt Nolan über die Unmengen an Sequels? Seiner Meinung nach bestand dieser Konflikt in Hollywood zwischen aufregenden neuen Filmen und der sicheren Bank des Sequels schon immer. "Wenn man sich die Big-Budget-Streifen anschaut, ist es selten, dass Filmemacher dabei die Gelegenheit erhalten, ihrer Leidenschaft zu folgen, und etwas Neues zu erschaffen."

Etwas Neues schuf Nolan auch mit seiner 'Dark Knight'-Trilogie. Auch wenn Tim Burton mit seinen beiden Batman-Filmen von 1989 und 1992 den Ton angab, so war es Nolan, der das düstere Setting von Gotham City perfektionierte. Zwar habe Nolan zumindest in absehbarer Zeit nicht mehr vor, bei einem Superhelden-Streifen Regie zu führen, doch sei er noch als Executive Producer in beratender Form bei Zack Snyders Batman v. Superman: Dawn of Justice an Bord. Was dachte Nolan über das Casting von Ben Affleck als Bruce Wayne / Batman?

"Als sie mir mitteilten, dass Ben Affleck daran interessiert wäre, dachte ich mir nur, 'Wie aufregend!' Das ist der Kerl, der gerade als Regisseur und Schauspieler den Oscar für den Besten Film gewonnen hat, und ich dachte mir, dass es eine tolle Sache sei, dass er bereit ist, es zu machen. Meiner Meinung nach ist dieser Kerl unglaublich talentiert und ich bin gespannt darauf, was Zack Snyder und Ben Affleck zusammen machen werden."

Nolan selbst weiß noch nicht, was er als nächstes in Angriff nehmen wolle, doch was wäre mit James Bond? Schließlich ist er auch ein erklärter Fan des Agenten ihrer Majestät. "Ich liebe James Bond, und ich habe über die Jahre auch mit den Produzenten darüber gesprochen, aber bislang ist nichts dabei herausgekommen. Sie machen eine großartige Arbeit, momentan brauchen sie mich nicht, und Sam Mendes ist ein außerordentliches Talent. Ich werde definitiv in der ersten Reihe stehen, um mir den nächsten James Bond Film anzusehen, so wie ich es bisher immer getan habe."