Das Gesicht der Science-Fiction hat sich im letzten Jahrzehnt ganz gewaltig verändert – rein filmisch betrachtet. Der Superheld hat seinen Siegeszug angetreten und ein Ende ist mit mehr als 30 Filmen, die bis 2020 kommen sollen, noch lange nicht in Sicht. Was dabei etwas unter die Räder gekommen ist, ist die klassische Space Opera, die Weltraumoper, wie sie 1977 durch „Star Wars“ salonfähig gemacht wurde.

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Begeben wir uns zurück in die späten 1970er Jahre. Der Erfolg von „Star Wars“ gebar eine ganze Welle ähnlich gelagerter, meist aber günstigerer und schlechterer Filme. Aber dennoch, bis 1984 war diese Spielart der Science Fiction extrem populär, immer wieder angeheizt durch einen neuen Teil der klassischen Trilogie.

Star Wars Inside - Wohin des Wegs, du olle Space Opera?

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Der 09.02.1978: die Space Opera war geboren.
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Nicht nur in Hollywood, auch im Rest der Welt, vor allem aber in Italien, sprang man auf den Zug auf. Es waren paradiesische Zeiten für Science-Fiction-Fans, aber mit der „Rückkehr der Jedi-Ritter“ fand das auch alles sehr abrupt sein Ende. Die Space Opera klassischen Zuschnitts war plötzlich nicht mehr populär, der Trend nach etwas mehr als sechs Jahren ausgelutscht. Im Grunde hielten nur die Fortsetzungen von „Star Trek“ das Feuer noch am Leben, die Science Fiction als Ganze wandte sich aber anderen Themen zu.

Als 1999 „Episode I“ debütierte, da hatte so mancher insgeheim auch gehofft, dass damit eine neue Welle von Space Operas kommen würde. Der Erfolg, so das Kalkül, müsste auch Nachahmer auf den Plan rufen. Aber dem war nicht so. Weder die erste, noch die zweite, noch die dritte Episode waren der Startpunkt für neue Weltraumopern. Sie blieben insuläre Ereignisse innerhalb eines Genres, das gerade im Inbegriff war, sich neu zu definieren. Denn nicht lange nach „Episode I“ begann das Zeitalter der Superhelden, als „X-Men“ im Jahr 2000 zeigte, was fortan möglich sein sollte.

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Selbst Episode I konnte die Space Opera nicht wiederbeleben...
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Zwischenspiel

Es ist nicht so, dass in den letzten Jahren nicht versucht wurde, die Space Opera ins Kino zurückzubringen. Nur der Erfolg blieb in der Regel auf der Strecke. So gab es zwar „Ender’s Game“ oder auch „After Earth“, aber keiner von beiden war das Blockbuster-Leuchtfeuer, das nötig gewesen wäre, um andere Studios umdenken zu lassen.

Der Erfolg der Superhelden ist ja auch nur deshalb so gewaltig, weil nach den ersten Blockbustern alle anderen auf den Zug aufsprangen. Das könnte auch im Bereich der klassischen Science-Fiction möglich sein, aber es bedarf der Initialzündung.

Wahrscheinlich dachten die Wachowski-Geschwister, dass sie eine solche mit „Jupiter Ascending“ liefern würden, zu dem sie im Vorfeld gleich vollmundig verkündeten, es handele sich ja eigentlich um eine Trilogie. Aber angesichts der Qualität des Films darf angezweifelt werden, dass es je ein Sequel geben wird. Der Film wird es schwer genug haben, das exorbitant hohe Budget auch nur halbwegs zu amortisieren.

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Leider auch nur heiße Luft und ganz viel Glitzer: Jupiter Ascending.
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Gäbe es nicht „Star Wars“, man könnte die Wachowskis eher als Totengräber eines Subgenres bezeichnen, aber am Horizont ist eine neue Hoffnung zu erblicken.

Episode VII und darüber hinaus

Im Dezember kommt der langerwartete „Star Wars: Episode VII“. Sicher kann man anzweifeln, ob dies nun der Startschuss ist, der andere Hollywood-Studios auf den Space-Opera-Zug aufspringen lässt. Das hat schließlich mit der vorherigen Trilogie auch nicht funktioniert. Diesmal ist es aber anders.

Nicht nur ist dies der Start einer neuen Trilogie, sondern auch der Beginn einer „Star Wars“-Expansion, die mittelfristig auf zwei Filme pro Jahr auflaufen wird. Schon jetzt ist klar, dass zwischen den Episoden neue Spin-off-Filme entstehen. Damit sind die ersten sechs Jahre abgedeckt. Danach kann man aber erwarten, dass Disney denselben Weg wie bei Marvel geht: Man baut das Programm kontinuierlich aus, zuerst auf zwei, später vielleicht sogar auf drei Filme pro Jahr.

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Belebt Episode VII die Space Opera wieder?
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Das wiederum heißt, dass es Jahr für Jahr Space Operas geben wird, die im Grunde den Erfolg eingebaut haben. Es steht kaum zu erwarten, dass ein „Star Wars“-Film jemals wirklich floppen wird.

Damit hält Disney aber auch eine Farbe der Science-Fiction konstant im Kino. Dies könnte und sollte der Anheizer sein, damit auch andere Studios sich erneut auf dieses Genre-Segment einlassen. Paramount hat bereits „Star Trek“, andere Studios können mit originären Stoffen oder Buch-Adaptionen (zum Beispiel bietet sich der Lensmen-Zyklus an) nachziehen.

Es steht zu erwarten, dass die Weltraumoper eine Renaissance erlebt, die noch weit prächtiger und umfassender sein wird, als es in den Jahren 1977 bis 1984 der Fall gewesen ist. Was nun beginnt, ist nichts anderes als ein Goldenes Zeitalter der Science Fiction.