Neuerdings geht das Gerücht um, dass Netflix nicht nur an einer, sondern gleich an drei „Star Wars“-Serien arbeiten würde. Das mag auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinen, ergibt aber durchaus Sinn.

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Netflix hat das Serienfernsehen stark verändert. Lineares Schauen – also streng nach Sendeplan gängiger Anstalten – wird immer unbeliebter, frei einteilbares Fernsehen, gerne auch richtig viel am Stück, immer beliebter. Das wird man auch bei Disney festgestellt haben, wo man mit ABC, aber auch den Disney-Kanälen einige Fernsehsender hat. Und nicht nur das, das Disney-Unternehmen Marvel Studios arbeitet auch bereits mit Netflix zusammen, um weitere IP aus dem Hause Marvel umzusetzen. Der Sprung dazu, dass auch „Star Wars“ dort ein Heim findet, ist darum nicht allzu groß. Er ist tatsächlich sogar logisch, da Disney hier ein neues Auswertungsfeld findet.

Star Wars Inside - Star Wars im Serienwahn

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Bei "Daredevil" hat das Netflix-Serienprinzip gut funktioniert. Warum also nicht auch bei Star Wars?
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Die herumliegenden Drehbücher

Jahre bevor George Lucas seine Firma an Disney verkauft hat, ließ er eine Fernsehserie entwickeln. Es wurden einige Drehbücher geschrieben – seinerzeit geisterte sogar die Zahl von einhundert herum. In Produktion ging das Ganze nicht, weil man nach einem Weg gesucht hat, eine solche Serie auch umsetzen zu können. Immerhin ist es „Star Wars“ – und das kostet mit all den Effekten nun mal was.

Damals nannte man zu erwartende Kosten von fünf Millionen pro Episode, was zu viel war. Heutzutage hat sich das längst relativiert. So manche Serie kommt längst an diese Budgetdimensionen heran. Zumal die Kriegskasse sowohl von Disney als auch von Netflix stark gefüllt ist.

Man kann es sich also leisten. Die Spekulation ist darum, ob die schon vorhandenen Drehbücher vielleicht verwendet werden. Es hieß vor einiger Zeit, dass einiges des für diese Live-Action-Serie geschriebenen Materials für „Star Wars Rebels“ Verwendung finden könnte, es sieht aber eigentlich nicht so aus, als ob das der Fall gewesen wäre.

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Könntet ihr euch eine Star-Wars-Serie vorstellen?
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Denn damals hieß es auch, dass es eine Serie sein sollte, die nicht auf bekannte Figuren zurückgreift und keinen roten Handlungsfaden verfolgt. Es sollte vielmehr eine Art Anthologie sein, in der man bestimmten Figuren immer wieder begegnet, manche aber auch nur einmal zu sehen sind. Da hätte man durchaus auch bekannte Charaktere einbringen können, für eine oder eine Handvoll Folgen. Die Möglichkeiten wären sehr weitreichend gewesen, da das Format eine starke Flexibilität mit sich brächte.

Genau das ließe sich nun auch für Netflix umsetzen. Oder anders gesagt: Wenn es wirklich so viele schon fertige Drehbücher gibt, lassen sich daraus vielleicht sogar drei eigenständige Serien machen. Sicherlich müsste man das eine oder andere umschreiben und bräuchte hier und da ein Drehbuch mit einer Geschichte, die vorhandenes ergänzt oder erweitert, aber grundsätzlich denkbar ist das schon.

Lohnt Serienfernsehen überhaupt?

Nun könnte man argumentieren, dass Live-Action-Serien den Appeal der Filme verwässern könnten, aber das wäre zu einseitig gedacht. „Star Wars“ ist als Franchise so groß und reichhaltig, dass man in alle Richtungen gehen kann. Dabei ist es nicht notwendig, den Fernseh-Output nur auf Animationsserien zu beschränken.

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Zumal gerade Netflix auch einen anderen Ruf genießt. Eine Netflix-Serie ist im Grunde sogar weniger eine Serie als vielmehr ein zehn bis zwölfstündiger Film, den man in den meisten Fällen ohnehin am Stück genießt.

Das ist im Endeffekt die ideale Ergänzung zu den Kinoplänen mit der neuen Trilogie und den verschiedenen Spin-off-Filmen. Das eine kommt dem anderen nicht in die Quere, gemeinsam wird der „Star Wars“-Wandteppich aber immer weiter geknüpft, immer filigraner und immer reichhaltiger.

Wie gut das funktionieren kann, hat das Marvel Cinematic Universe vorgemacht, das auch erst im Kino begann und dann mit Fernsehserien bei normalen Sendern, aber auch bei Netflix das Programm erweitert hat.

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Warten wir erst einmal, was uns "Episode VII" bringt...
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Dabei ist niemand gezwungen, alles zu sehen, aber wenn man das tut, dann hat man einen vollständigeren Überblick darüber, was sich im jeweiligen Universum tut. Der Gelegenheitszuschauer kann sich herauspicken, was ihm gefällt, der harte Fan goutiert einfach alles – am Ende ist jeder glücklich.

Der Gelegenheitszuschauer, weil er im Idealfall ein gutes SF-Abenteuer gesehen hat, der Fan, weil er noch tiefer in sein bevorzugtes Universum eintauchen kann, und der Produzent, weil das Format „Star Wars“ dadurch noch weiter gestärkt wird.

Es ist eine Win-Win-Situation für alle. Darum würde es mich schon sehr verwundern, wenn es nicht wirklich diesen Weg gehen und wir nicht in absehbarer Zeit auch aufwendige „Star Wars“-Serien zu Gesicht bekommen würden.