Am Mittwoch erscheint in den USA von Marvel die erste Ausgabe der neuen Comic-Serie „Star Wars“ von Jason Aaron und John Cassaday. Seit der Übernahme von Lucasfilm durch Disney war klar, dass die „Star Wars“-Comics zu Marvel zurückkehren würden. Immerhin gehört der Verlag zum Disney-Imperium, womit sich ganz andere Synergie-Effekte ergeben und natürlich auch weit mehr Gewinn reingeholt werden kann, als es durch das simple Verkaufen der Lizenz an einen Verlag wie Dark Horse Comics möglich gewesen wäre.

Star Wars: Episode VII - Das Erwachen der Macht - Deutscher TV Spot mit Rey im Fokus17 weitere Videos

Nun also beginnt eine neue Ära, mit der sich auch ein Kreis schließt. Denn „Star Wars“ in Comic-Form gab es früher schon von Marvel. Damals war die Serie derart erfolgreich, dass sie es problemlos mit den verkaufsträchtigsten Titeln des Verlags mithalten konnte.

Star Wars Inside - Marvels großer Plan mit den Star-Wars-Comics

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 102/1051/105
Wenn ihr wirklich alle sammeln wollt, habt ihr ganz schön was vor euch...
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Bis vor kurzem waren „Star Wars“-Comics jedoch kein Goldesel mehr. Lediglich die Adaption von George Lucas‘ originalem Drehbuch „The Star Wars“ war ein Verkaufserfolg mit sechsstelliger Auflage. Doch gegen die neue Serie ist das gar nichts. Denn Marvel will nicht kleckern, hier ist man angetreten, um zu klotzen.

Die erste Ausgabe von „Star Wars“ geht mit einer Auflage von einer Million Exemplaren an den Start. Dazu muss man sich verdeutlichen: Die wenigsten Comics in den USA verkaufen mehr als 100.000 Exemplare, wenige Erfolgsserien schaffen es, mehr als eine Viertel Million Exemplare zu verkaufen und von manchen Jubiläumsausgaben (wie zum Beispiel die 100. Ausgabe von „The Walking Dead“) gehen mehr als eine halbe Million Exemplare über den Ladentisch.

Eine Million Hefte zu verkaufen, ist darum eine enorme Leistung, und ein noch gigantischerer Erfolg. Aber ohne Hängen und Würgen, ohne Tricksen war das nicht möglich.

Star Wars Inside - Marvels großer Plan mit den Star-Wars-Comics

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 102/1051/105
Star Wars in Comicform gibt es schon seit einer ganzen Weile.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Hundert Cover

Wenn man wie Marvel einen Erfolg generalstabsmäßig plant, dann muss man sich schon anstrengen. In dem Fall heißt das: Man muss ein ganzes Heer von beliebten Zeichnern anheuern, um Variant Cover zu erschaffen.

Normalerweise gibt es von namhaften Titeln ein oder zwei Variant Cover. Hin und wieder gab es auch schon mal mehr, besonders dann, wenn eine Nummer im Titel oder eine erreichte Jubiläumsnummer es als genialen Coup erscheinen lässt, ein Dutzend oder mehr Cover zu produzieren.

Im Fall von „Star Wars 1“ hat man es aber mit mehr als 100 Variant Covers zu tun! Das ist eine immense, bislang nicht gekannte Zahl, die es dem Komplettisten zudem fast unmöglich macht, wirklich alle zu sammeln.

Denn Marvel produziert nicht nur Variant Cover, die jeder Shop erwerben kann, wenn er nur genügend Exemplare der Normalausgabe erwirbt. Es werden auch Cover produziert, die spezifisch für einen Händler gestaltet worden sind.

Diese exklusiven Variant Cover erhält ein Shop allerdings nur, wenn er gleich 3.000 Stück ordert. Dazu gibt es auch eine Schwarzweiß-Variante desselben Motivs, das aber auch in einer Anzahl von 1.500 Stück geordert werden muss. Nur die wenigsten Händler können diese Menge an Heften aber absetzen – einige haben sich dennoch darauf eingelassen.

Star Wars Inside - Marvels großer Plan mit den Star-Wars-Comics

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 102/1051/105
Eine Million Exemplare sollen verkauft werden. Wir sind gespannt...
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Weitere Variant Cover erhalten Shops nur, wenn sie bestimmte Mengen der Normalausgabe erwerben. Auch hier ist es der Fall, dass kaum ein Shop Hunderte, wenn nicht gar Tausende Hefte der Normalausgabe absetzen kann. Das Interesse an „Star Wars“ ist gerade in diesem Jahr hoch und der Titel wird ein Bestseller werden, aber bei einer Million Exemplaren – selbst wenn man alle Variant Cover rausrechnet – bleiben mehr als genug Hefte als Blei in den Regalen zurück (und finden sich dann bald in den Kisten mit den Ramschtiteln).

Der Supergau für Sammler

Wer wirklich jedes Variant Cover haben will, der wird wohl auf lange Sicht als Jäger und Sammler unterwegs sein müssen, um den Satz zu komplettieren. Und er sollte über eine sehr dicke Geldbörse verfügen, da einige Titel sehr selten sind. Von manchen Variant Covers erhalten Shops nur ein oder zwei Exemplare.

Eine zusätzliche Schwierigkeit ist dabei, dass man diese unglaubliche Menge an Variant Covers auch erst identifizieren muss. Mehr als 100 Stück sollen es sein, eine komplette Übersicht gibt es bislang aber nicht.

All das ist natürlich nur ein Problem für Sammler der Original-Hefte. Bei Panini setzt man einfach nahtlos seine „Star Wars“-Publikationen fort. Ein oder zwei Varianten mag es angesichts der neuen Marvel-Serien schon geben, eine derartige Menge wie in den USA wird es aber nicht geben.

Eine Million Exemplare – das ist schon etwas. Das Jahr fängt für Marvel und für „Star Wars“ gut an, aber spannender ist eigentlich, wie es um die zweite und dritte Ausgabe bestellt sein wird. Der Sturz ohne die Variant Cover dürfte tief sein, zumal der Schwund an Käufern von der ersten zur zweiten (und von der zweiten zur dritten) Ausgabe generell hoch ist. Der große Erfolg könnte auch nur ein Strohfeuer sein.