In den letzten Wochen gab es einiges an News zu „Star Wars: Rogue One“, dem ersten Film, der außerhalb der in Episoden nummerierten Saga dem Zuschauer geboten wird. Viel ist ohnehin noch nicht bekannt: Felicity Jones spielt die Hauptrolle, der Rest ist hauptsächlich noch Gerücht. Etwa, dass ein junger Han Solo und Boba Fett dabei sein werden und dass vom Diebstahl der Baupläne des Todessterns erzählt wird.

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Aber darum soll es hier gar nicht gehen, vielmehr finde ich den Punkt interessant, dass ständig vom ersten Spin-off zur „Star Wars“-Saga gesprochen wird. Dabei wird „Rogue One“ nicht der erste Film sein, der ohne die Skywalkers auskommt. Diese Ehre gebührt „Ewoks – Karawane der Tapferen“. Das war zu einer Zeit, als „Star Wars“ fast schon tot war – zumindest in Hinblick auf die große Saga. Zwar hatte man 1984 durchaus Hoffnung, dass George Lucas sich baldigst an die Episoden I bis III machen würde, aber nur wenige Jahre später war das im Grunde ein Running Gag: Irgendeine Filmzeitschrift kündigte mal wieder den Produktionsstart an, aber es kam nichts.

Star Wars Inside - Den ersten Spin-off gibt’s schon lange!

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"Ewoks - Karawane der Tapferen". Das erste Star-Wars-Spin-Off.
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Als dann in den USA „Ewoks – Karawane der Tapferen“ im Fernsehen kam, war das zumindest ein neues Stück „Star Wars“. Aber ausgerechnet mit den knuddeligen Teddybären aus „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“, die dort als Ersatz für eine zuerst angedachte Horde von Wookiees daherkamen, mochte man doch auch nicht unbedingt einen Film sehen.

Zwischen Episode V und VI

Angeblich spielt „Ewoks – Karawane der Tapferen“ ja zwischen „Das Imperium schlägt zurück“ und „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“. Eine offizielle Bestätigung gab es dafür meines Wissens nach nie. Das ist aber auch irrelevant. Abgesehen von Wicket erkennt man sowieso kaum einen der Ewoks wieder.

Wer den Film nicht gesehen hat: Erzählt wird davon, wie der Teenager Mace und seine kleine Schwester Cindel auf Endor abstürzen. Sie werden von ihren Eltern getrennt, treffen aber auf die Ewoks. Eine Karawane der Tapferen bildet sich schließlich, um den beiden Menschen zu helfen, die Eltern zu suchen und zu finden. Die Karawane ist darum vonnöten, weil Endor deutlich gefährlicher ist, als man das in „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ hätte meinen können.

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Wolltet ihr wirklich mehr von den kleinen Teddys sehen?!
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Abgesehen von den Ewoks – und der Tatsache, dass Mace einen mittlerweile in „Star Wars“-Kreisen berühmten Namen hat und ein bisschen wie Luke Skywalker aussieht – hat der Film natürlich nicht besonders viel mit der Sternen-Saga zu tun. Darum wird in Fankreisen auch darüber gestritten, ob er nun offizieller Kanon ist oder nicht.

Gefilmtes „Star Wars“ – noch dazu solches, das auf einer Story von George Lucas basiert – sollte man aber schon als offiziell ansehen. Und damit hat man auch den ersten echten Spin-off der „Star Wars“-Saga.

Aber es ist doch Fernsehen

Natürlich könnte man sagen, dass „Karawane der Tapferen“ nur eine Fernsehproduktion ist. Dementsprechend wäre „Rogue One“ als erster Kinofilm abseits der Saga doch der erste Spin-off. Aber das ist auch nur halbherzig gedacht, denn zum einen sind beides Filme, zum anderen turnten die Ewoks auch im Kino herum.

Ob ein Film nun für das Fernsehen oder für die große Leinwand produziert wird, hat im Endeffekt keine Relevanz. Schon gar nicht, wenn man später die DVDs oder Blu-rays im Regal stehen hat.

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Das Sequel zum Ewok-Abenteuer.
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Und dann wurde „Ewoks – Die Karawane der Tapferen“ eben auch im Kino ausgewertet. Zugegeben, nicht in den USA, aber dafür in fast allen großen europäischen Märkten ebenso wie in Japan. In Deutschland kam der Film am 5. April 1985 in die Kinos.

Und das dürfte sich durchaus gelohnt haben, denn 1985 war der Name „Star Wars“ selbstverständlich zugkräftig, und ich dürfte bestimmt nicht das einzige Kiddie gewesen sein, das die Eltern genervt hat, ins Kino zu gehen. Damals war ich nicht enttäuscht, weil die Ewoks für Kinder schon ganz cool sind.

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Aus heutiger Sicht muss man natürlich die rosarote Nostalgie-Brille aufsetzen, um dem Ganzen etwas abgewinnen zu können. Aber das ändert nichts daran, dass der erste Spin-off zu „Star Wars“ nicht erst 2016 kommt, sondern schon seit 1984 existiert. Und nicht nur das, 1985 gab es mit „Ewoks – Kampf um Endor“ sogar noch ein viel actionreicheres Sequel.

Das wird aber natürlich nichts dran ändern, dass weiterhin vom ersten Spin-off gesprochen wird, wenn es um „Rogue One“ geht. Auch wenn’s nie ganz richtig sein wird.