Am einen Tag erfährt man, welche Figur Gwendoline Christie spielt. Am nächsten wird der Name von Andy Serkis‘ Figur publik. Dann wiederum behauptet eine Website, den Plot von „Episode VII“ zu kennen. Stars sprechen auf Cons. J.J. Abrams twittert. An ruhigen News-Tagen gibt es ein Preview-Cover für ein Buch oder ein neuer Comic wird angekündigt, die Ur-Trilogien kommen als digitale Kollektionen oder neue Games werden beworben.

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Kurz gesagt: Die Mühle steht nie still!

Jeden Tag gibt es etwas Neues, mal größer, mal kleiner, mal relevanter, mal unwichtiger, aber immer mit Flair des Marktschreierischen versehen. Denn in einer Welt, in der News eine Währung sind – Klicks – ist Geschwindigkeit König. Niemand möchte die neuesten Infos als letzter haben, der Leser erwartet, auf dem Laufenden gehalten zu werden. Sofort, ohne Verzögerung, ratzfatz, wie ein nicht endender „stream of consciousness“.

Star Wars Inside - Morgen, Kinder, wird’s was geben

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Neue Informationen; jeden Tag.
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Der Vergleich mit dem literarischen Bewusstseinsstrom ist gar nicht so abwegig, besonders, wenn man seine News nicht selbst über viele verschiedene Websites abschöpft, sondern das Schwarminteresse der sozialen Medien nutzt. Was auch immer viele Leute interessiert, taucht sehr schnell in der Timeline, wird wiederholt, fast endlos multipliziert, aber nie variiert. Allenfalls die Kommentare ändern sich, aber selbst die werden schnell zu Hintergrundrauschen.

Voll informiert

„Das ist doch eine tolle Sache“, mag der eine oder andere sagen. Und ja, das ist es durchaus. Das Informationszeitalter, in dem wir heute leben, war vor wenigen Jahren noch undenkbar. Aber es ist dadurch nicht unbedingt eine leichtere Zeit geworden.

Heute könnte man fast das Gefühl bekommen, man verpasst etwas, wenn man schlafen geht. Das sind ja doch mehrere Stunden, in denen News auflaufen, in denen Fans sich austauschen, in denen vielleicht Elementares für „Episode VII“ gepostet wird. Und das erfährt man dann erst am nächsten Morgen!

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Aber das ist schon paradiesisch, wenn man kurz innehält und zurückblickt. In eine analoge Zeit, als News noch nicht tagesaktuell zur Verfügung standen, sondern man gedruckte Magazine erwerben musste, um auf den neuesten Stand zu kommen. Und dieser neueste Stand war die Information von vorgestern. Die Crux dabei ist natürlich, dass nichts so alt ist wie die Nachricht von gestern. Das gilt aber mehr für Weltgeschehen als für Popkultur. Damals kannte man es nicht anders, man konnte darum damit umgehen.

Es war eine langsamere Zeit, in der News in kleineren Dosen dargeboten wurden. Das machte sie wertvoller, denn jeder kleine Info-Nugget, den man irgendwo fand, war etwas, das gar nicht so viele andere Leute gesehen hatten. Wer ein Heft verpasste, für den war es das. Einen Monat aus dem Handel draußen, und nur noch Sammler konnten nachschlagen, wie es um die chronologische News-Entwicklung stand.

Das ist natürlich auch ein Nachteil. Der Vorteil war indes, dass man sich weit mehr auf eine Nachricht einlassen konnte. Sie war nicht so flüchtig wie heute, weil es nicht schon am nächsten Tag den nächsten großen Scoop gab.

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Schnell ist das Leben – und granatenstark

Man kann heute das Gefühl haben, von der News-Flut erschlagen zu werden. Es ist sogar ein bisschen betäubend. Wenn es nicht gerade ein neuer Trailer ist – oder wenigstens irgendein exklusives Bild aus dem Film –, dann hat das doch kaum einen „Aha“-Effekt. „Nett“, denkt man dann. „Ist ja echt interessant“, denkt man dann. Aber hibbelig und aufgeregt? Das gibt’s dann nur, wenn die Marketing-Maßnahmen das ganz schwere Geschütz auffahren.

Ich habe noch beide Zeiten erlebt, ich kann die Vor- und Nachteile sowohl des einen als auch des anderen einschätzen. Und ich möchte tatsächlich weder die eine noch die andere Zeit missen. Nur manchmal, da sieht das Gras auf der anderen Seite des Zauns eben doch saftiger aus. Ist man aber dann auf der anderen Seite, kehrt sich dieser Eindruck ganz schnell wieder um.

Weil es als Fan natürlich schon schön ist, direkt am Puls zu sein, alles mitzubekommen, immer nur einen Mausklick von der nächsten Überraschung entfernt zu sein. In dem Sinne: Mal schauen, was es morgen Neues gibt.

Hier geht es weiter: "Star Wars Inside - Der Wow-Moment!".