In einem Interview sprach der enorm Star Wars-erfahrene Drehbuchautor Lawrence Kasdan über die Sci-Fi-Reihe und plauderte ein wenig über die Zukunft von Star Wars.

Star Wars - Drehbuchautor Lawrence Kasdan spricht über die Zukunft von Star Wars

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Lawrence Kasdan schreibt auch das Drehbuch zum Han Solo-Spin-off
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Lawrence Kasdan ist kein Unbekannter im Star Wars-Universum. Er verfasste das Drehbuch zum bis heute beliebtesten Teil Das Imperium schlägt zurück und schrieb auch das Drehbuch zum Merchandise-lastigen Rückkehr der Jedi-Ritter. Nach über 30 Jahren kehrte er nicht nur für J.J. Abrams' Star Wars. Episode VII - Das Erwachen der Macht zurück, gemeinsam mit seinem Sohn Jon Kasdan wird er auch das Drehbuch zum Star Wars Anthology Film über einen jungen Han Solo verfassen, bevor er sich erneut verabschiedet. Doch auch dazwischen war er nicht untätig - Kasdan zeichnete für die Story des N64-Spiels Shadows of the Empire verantwortlich. Ihr seht, Kasdan ist ein wahrer Star Wars-Veteran.

Kasdan hätte nicht gedacht, dass er noch einmal zurückkehren würde

Und dennoch nahm er nach Die Rückkehr der Jedi-Ritter an, dass sein Part beendet sei und er nie wieder an der Reihe arbeiten würde. In der Zeit danach arbeitete er als Autor und Regisseur an Western und Dramen, bevor er 2012 einen Anruf von Lucasfilm-Präsidentin Kathleen Kennedy erhielt.

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Die Helden der ersten Trilogie
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"Ich war mir nicht sicher, ob an irgendwas arbeiten wollte, aber ich sagte, 'Ich könnte den Han Solo-Film machen' - weil er mein Lieblingscharakter ist. Dann heuerten sie mich als Berater für Episode VII an. Und innerhalb von Wochen kam Disney in den Besitz des Ganzen und alle waren geschockt."

Genauso geschockt, aber auf eine positive Weise, war Kasdan, als er erfuhr, dass sie J.J. Abrams als Regisseur an Bord holten. Innerhalb von nur sechs Wochen hatten sie eine erste Drehbuchfassung erstellt.

Ein Sequel mit 30 Jahren Verspätung

Es sei von Anfang an der Plan gewesen, das Ganze so anzugehen, als seien 30 Jahre vergangen, seit man die liebgewonnenen Helden zuletzt gesehen hat. Das Besondere sei gewesen, dass tatsächlich auch 30 Jahre vergangen waren. Das sei das Element der Nostalgie. Und dann sei da noch das Frische, das durch den neuen und jungen Cast dazukomme. "Die Filme drehten sich schon immer um Generationen und Familien und dem Weiterreichen an Wissen und darum, was vermittelt werden kann und was im Universum verwurzelt ist."

Jeder Film wird anders sein

Offensichtlich ist Kasdan begeistert darüber, dass mit J.J. Abrams (Episode VII), Rian Johnson (Episode VIII) und Colin Trevorrow (Episode IX) drei völlig unterschiedliche Regisseure an die einzelnen Filme der neuen Trilogie arbeiten werden.

"Die Filme werden alle so unterschiedlich sein. Rian Johnson ist ein Freund von mir - er wird so seltsame Dinge machen. Wenn ihr Rians Arbeit (Looper, Brick) gesehen habt, wisst ihr, dass es mit nichts vergleichbar sein wird, was ihr jemals in Star Wars gesehen habt. Man könnte keine unterschiedlicheren Regisseure haben als J.J., Rian und Colin Trevorrow. Diese Filme werden Star Wars als Grundlage haben, aber alles andere wird sich unterscheiden. Und dann werden Phil Lord und Chris Miller den Han Solo-Film inszenieren und ich kann mir nicht vorstellen, wie das aussehen wird - und dabei schreibe ich ihn!"

Lord und Miller haben gemeinsam die beiden 21 Jump Street-Filme und The Lego Movie inszeniert.

Han Solo-Spin-off

Gemeinsam mit seinem Sohn Jon wird Kasdan auch das Drehbuch zum Han Solo-Spin-off verfassen. Da Solo sein Lieblingscharakter ist, dürfte es eine besondere Ehre sein, einen jungen Han Solo zu schreiben. Vor allem, da er wesentlich jünger als bisher sein wird. "Wisst ihr, er ist in diesem Spin-off wesentlich jünger. Und das macht Spaß, weil man sich ihn noch einmal 10 Jahre jünger vorstellen muss, in seinen 20ern. Wie war er da, bevor er sich abhärtete? Bevor er einige Rückschläge erleiden musste? Bevor er zynisch wurde? Was hat ihn geformt?"

"In den 80ern gab es nichts dergleichen"

Keine Frage, Star Wars: Episode VII - Das Erwachen der Macht wird ein riesiger Erfolg. Und den Großteil des Erfolgs werde wohl auch die komplette Vernetzung der Welt ausmachen. "Die Art, wie die Welt heutzutage vernetzt ist, die Tatsache, dass heute alles sofort für jeden verfügbar ist, dass man einen Trailer veröffentlicht und fünf Minuten später ist er auf der ganzen Welt zu sehen - sowas gab es damals nicht", so Kasdan. "Damals in den 80ern hieß es, 'Hast du den Trailer schon gesehen?' 'Nein, ich muss mir noch einen Film ansehen, vor dem er läuft.' Ich meine, Das Imperium schlägt zurück und Die Rückkehr der Jedi-Ritter waren große Filme. Aber es war eine andere Welt."

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Star Wars-Fans anno 1983
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Die Welt war auch Anfang '99 noch nicht so weit. Einen gewissen Anteil seiner Einnahmen machte Martin Brests Rendevouz mit Joe Black wohl auch damit, dass er einer der wenigen bestätigten Filme war, vor dem ein Trailer zu George Lucas' Star Wars: Episode I - Die dunkle Bedrohung gezeigt wurde. In Scharen rannten die Fans in den Film und verließen das Kino bereits nach dem Trailer. Das würde es heute, rund 16 Jahre später wohl nicht mehr geben. Heute heizen sich die Fans gegenseitig im Internet an und werden zusätzlich durch die Medien derart beeinflusst, dass Star Wars: Episode VII - Das Erwachen der Macht allein dadurch schon zum erfolgreichsten Film des Jahres werden muss. The Hype is real.

Star Wars: Episode VII - Das Erwachen der Macht startet am 17. Dezember dieses Jahres in den Kinos.