In einem Interview mit dem Playboy-Magazin sprach Regisseur J.J. Abrams über seine Arbeit an den 'Star Trek'-Filmen und darüber, warum er sich doch noch dazu entschieden hat, Star Wars: Episode VII zu drehen.

"Ich habe soviel beim ersten 'Star Trek'-Film gelernt," so Abrams. "Ich hatte zuvor noch nie irgendein Weltraum-Abenteuer oder etwas in derselben Größenordnung gemacht. Wir wussten, dass der zweite Film größer sein musste und nicht nur der Größe wegen. Dahin führte uns nun mal die Geschichte. Wir hatten richtig gute Eindrücke von der Enterprise im ersten Film. Dieses Mal werden wir Bereiche des Schiffes sehen, die noch nie jemand zuvor zu Gesicht bekommen hat. Und der Bösewicht ist dieses Mal auch komplexer. In unserem ersten Film spielte Eric Bana einen wunderbar wütenden Romulaner, angepisst und voller Rachedurst. In diesem hier, ist der Böse immer noch brutal und furchteinflössend, aber er hat auch eine viel interessantere und aktivere Geschichte. Wir mussten uns an viele Facetten seines Charakters herantasten. Er ist grundsätzlich ein Weltraum-Terrorist und Benedict Cumberbatch, den die Leute aus BBCs Sherlock kennen, ist in dieser Rolle ausgezeichnet. Kirk und der Rest der Crew versuchen herauszufinden, wie sie die Oberhand über diesen Kerl gewinnen sollen. Die Dunkelheit ist wahrhaftig in diesem Film, sie ist unglaublich herausfordernd und angsteinflössend und sie kann gewiss tödlich sein. Man braucht diesen Grat, teilweise auch, weil Star Trek in den letzten Jahren so unaufhörlich parodiert wurde."

Angesprochen auf Star Trek und Star Wars, antwortet Abrams, dass sie beide völlig unterschiedliche Welten hätten. Das sei auch der Grund gewesen, warum er anfangs die Regie für Star Wars: Episode VII ausschlug. Er war noch mit der Fertigstellung von Star Trek Into Darkness beschäftigt gewesen zu der Zeit und konnte sich einfach nicht vorstellen, an einem anderen Projekt zu arbeiten. Das sei ungefähr so gewesen, als hätte man ihn, der sich gerade an einem wunderschönen Strand befindet, gefragt, ob er mit zu einem wundervollen Berg wolle.

Doch Produzentin Kathleen Kennedy, eine langjährige Freundin konnte ihn schlussendlich doch noch dazu bewegen, die Regie zu übernehmen. Sie hätten lange über das Projekt diskutiert und die Möglichkeit, daran zu arbeiten, rückte für Abrams in greifbare Nähe. Nicht zuletzt seine Frau Katie hätte ihn darin bestärkt, es sich nochmal zu überlegen.

Was die Vorwürfe einiger Kritiker anbelangt, die ihm vorwerfen, aus der 'Star Trek'-Reihe einen 'Star Wars'-Klon gemacht zu haben, antwortet er, "Wie mit allem auch, sollten sie sich, aufgrund ihrer unterschiedlichen Welten, auch ästhetisch nicht ähneln. Das können sie nicht, das ist richtig. Aber nochmal, ich stelle nicht erst die Ästhetik ein und passe dann den Film darauf an. Wenn ich auf diese Weise an Star Trek herangegangen wäre, hätte ich mich wahrscheinlich nur selbst behindert. Der Vorteil bei Star Wars ist, dass wir noch immer George Lucas haben und Fragen stellen und seine Meinung zu den Dingen erhalten können, was ich auf jeden Fall tun werde. Mit Star Trek ist es schwerer, da ich kein 'Star Trek'-Fan war. Ich hatte nicht dieselbe emotionale Bindung, und ich hatte auch nicht Gene Roddenberry (Schöpfer von Star Trek). Aber ich habe die Welt von Star Trek verstehen gelernt, und ich begrüße, was die Fans bei diesem Universum und diesem Franchise fühlen und woran sie glauben."

Auf die Frage, ob er sich vorstellen könne, auch einen dritten 'Star Trek-Film zu drehen, antwortet Abrams, dass es durchaus eine Möglichkeit sei. "Wir versuchen den nächsten Schritt herauszufinden. Aber es verhält sich dabei wie mit allem: Alles beginnt mit der Geschichte."

Star Trek Into Darkness wird am 9. Mai den Kinosommer einläuten, während Star Wars: Episode VII laut Disneys 'Star Wars'-Plänen im Sommer 2015 in den Kinos laufen soll.