Deep Space Nines erste Folgen krabbelten zwei Jahre nach dem Tod von Star Trek-Gottheit Gene Roddenberry auf die hiesigen Bildschirme, und das war vor vielen, vielen Jahren, in den unendlichen Weiten der 90er – genau genommen: 1993. Vor Voyager, aber nach Star Trek: The Original Series und während The Next Generation in der 7. Staffel dem Ende entgegen flog. Auf der alljährlichen Star Trek-Convention in Las Vegas verriet der ehemalige Show-Runner Ira Behr nun, dass er ein völlig anderes Ende der Serie geplant hatte – eines, das nicht nur Deep Space Nine, sondern alle Star Trek-Serien in ein anderes Licht gebeamt hätte.

Deep Space Nine war die erste Star Trek-Serie, die ohne Roddenberrys und nur mit seinem Segen verwirklichte wurde – es ist auch die erste, die einen schwarzen Mann als Captain und Protagonist etablierte:

In der sechsten Staffel von DS9 schickt die Folge “Jenseits der Sterne” – einer meiner persönlichen Lieblings-Episoden – Capt. Sisko in eine fiktive Vergangenheit, eine Vision, die er bei einem Zusammenbruch erleidet: Hier heißt Sisko Benny Russell und lebt als Sci-Fi-Autor im New York der 1953er. Eine Zeit, in der die Rechte der Schwarzen auf den Straßen noch mit Füßen getreten werden; jedoch auch eine Zeit, in der erste Versuche gestartet werden, genau das zu ändern. Russell, der wie Sisko selbst schwarz ist, schreibt in diesem Zuge an einem Science-Fiction-Roman, der den schwarzen Captain einer Raumstation in den Mittelpunkt stellt. Und der Name? Deep Space Nine natürlich.

Die Folge endet offen, als Sisko aus seinem ‘Traum’ erwacht, nachdem er in diesem ebenfalls zusammenbricht – was Realität ist, scheint klar zu sein: Russel existierte nur in den Gedanken des Captains.

Ist es alles nur in seinem Kopf?

Oder doch nicht?

Show-Runner Behr erklärte jetzt, 25 Jahre nach dem Serienende, dass er diese Erzählung gern aufgegriffen und ihr den Abschluss der gesamten Serie gewidmet hätte:

Es gab einen Pitch, in dem ich Rick Berman vorstellte, wie Benny Russell in der allerletzten Episode durch die Räumlichkeiten von Paramount wandert und realisiert, dass dieses gesamte Konstrukt, die ganze Serie, die wir sieben Jahre produziert haben, nur in Bennys Kopf existierte. So wollte ich die Serie enden lassen. Und Rick hat gesagt ‘Heißt das, The Original Series war auch nur in Bennys Kopf? Heißt das, Voyager war auch nur in Bennys Kopf?’, und ich sagt, ‘Hey man, es ist mir egal, wer diese Shows träumt, ich kümmere mich nur um Deep Space Nine und ja, Benny Russell träumt Deep Space Nine.’ Er war nicht einverstanden.

Und so endete Deep Space Nine mit dem Finale des folgenübergreifenden Kriegs gegen das feindliche Alien-Volk Dominion; so, wie eine Sci-Fi-Serie üblicherweise das Zepter an die nächste abgibt. Dahinter jedoch; dahinter verbirgt sich ein erfolgreicher Autor, der diese Vision einer Sci-Fi-Serie erträumt – und verwirklicht hat. Da gibt es keine Zweifel.