In einem ausführlichen Interview beantwortete Regisseur Justin Lin einige fundamentale Fragen zu Star Trek: Beyond. Die Antworten wecken durchaus die Hoffnung, dass der Film nicht nur aus reiner Action besteht.

Star Trek Beyond - Regisseur Justin Lin spricht über den Film

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Die USS Enterprise wird wohl zerstört
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Der erste Trailer zu Regisseur Justin Lins Star Trek: Beyond ist veröffentlicht worden und wie erwartet polarisiert die im Trailer gezeigte Ausrichtung mehr denn je. Wurde schon J.J. Abrams zuvor vorgeworfen, zu viel Action in Star Trek eingebracht zu haben, wirkt der Trailer zu Lins erstem Star Trek-Film wie einer für seine Fast & Furious-Reihe, inklusive Sabotage von den Beastie Boys. Wobei hier gesagt werden muss, dass der Song eine Anspielung auf die Einführung von James T. Kirk zu Beginn vom 2009er Star Trek darstellt.

In einer Interviewrunde sprach Star Trek-Fan Lin nun über den Film und einige Aspekte davon.

Titel

Die Idee zum Titel Star Trek: Beyond kam tatsächlich Drehbuchautor und Scotty-Darsteller Simon Pegg. "Es kam bei der ersten Unterhaltung mit J.J. Abrams. Er suchte mich auf und wir sprachen und ich wusste nicht, was mich erwarten würde", so Lin. "Ich dachte, er wolle mir anbieten, ein Drehbuch zu inszenieren, das bereits existiert und er sagte, 'Nein, es ist deins. Geh und sei mutig und nimm die Aufgabe an. Sei mutig und mach daraus, was du aus Star Trek machen würdest.' Und je mehr wir darüber sprachen, umso mehr sagten wir, 'Lasst uns vorstoßen, lasst uns weiter vorstoßen.' Und dann sagte Simon Pegg, 'Nun, es sollte Star Trek: Beyond heißen', und es war seine Idee und sie kam durch all unsere Gespräche und dann schauten wir einander an und dachten, 'Oh! Das hört sich wie der Titel des Films an.'"

Beastie Boys - Sabotage

So wie es klingt, wird es den Song nicht nur im Trailer geben, sondern auch im Film selbst. Für Lin repräsentiere der Song einen Teil der DNA des Films. "Wir gingen durch verschiedenen Iterationen des Teasers und ich wollte sicherstellen, dass was auch immer wir taten, es alle Elemente des Films beinhaltet. Und der Song ist ein Teil von Kirks Reise, also hatte ich das Gefühl, dass er sich sehr organisch im fertigen Film anfühlt."

So wie der Song also für Kirks Waghalsigkeit stand, so soll er auch für das Risiko stehen, das Lin und sein Team für Star Trek: Beyond auf sich genommen haben.

Der Film beginnt damit, dass sich die USS Enterprise knapp zweieinhalb Jahre in ihrer Fünf-Jahres-Mission befindet. Für Lin sei es wichtig gewesen, zu erforschen, warum Kirk und seine Crew ihre Mission absolvieren und nicht einfach nur zu zeigen, dass sie es tun.

Das Ziel des Films

Wie man im Trailer bereits konnte, wird die Crew ihr Schiff verlieren und sich auf einem fremden Planeten wiederfinden. Für Lin war es das Ziel, das von Abrams' zusammengestellte Team auf die Probe zu stellen. Zu sehen, wie die Crew-Mitglieder auf Situationen reagieren. "In dieser Zeitlinie wollte ich etwas innerhalb der Fünf-Jahres-Mission kreieren, innerhalb derer wir erforschen und voranschreiten können, neue Spezies einführen und sie in Situationen bringen, die wiederum als eine Reflexion über die Erforschung der Menschheit dienen. Ich denke, das ist wichtig."

Idris Elbas Rolle

Idris Elba versprach in einem Interview, dass er einen Bösewicht spielen werde, der nicht einfach nur böse sei, der vor allem kein eindimensionaler Charakter sein werde, sondern ein "bahnbrechender" Feind mit einem Twist.

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Idris Elba ist kein gewöhnlicher Gegner
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Für die Rolle des Krall musste Elba jeden Drehtag für rund vier Stunden in die Maske, um das Make-up aufzutragen. Doch die Mühe hat sich wohl gelohnt. Laut Lin habe man versucht, keinen Bösewicht zu kreieren, der nur der Story diene. Elbas Charakter folge einer ganz bestimmten Philosophie, die schlüssig und nachvollziehbar sei. "Es ist einfach, darüber zu predigen, wofür die Föderation steht und wie man zu handeln hat", erklärt Lin. "Aber was passiert, wenn man das wegnimmt? Wer ist man dann? Das zu erforschen ist etwas, worauf ich mich gefreut habe."

Hier treffen also zwei Philosophien aufeinander. Die von Krall und die der Föderation, repräsentiert durch die Crew der USS Enterprise. Was ist richtig? Was ist falsch? Es gibt wohl keine klaren Strukturen. So wie in der Realität eben.

Trekkis oder Mainstream-Publikum?

Die wahrscheinlich wichtigste Frage überhaupt. Für Paramount Pictures waren die ersten beiden Star Trek-Filme von Abrams nicht erfolgreich genug. Sie spielten zwar zusammen weltweit rund 850 Millionen Dollar ein, aber das ist nichts im Vergleich zu ähnlichen Filmen wie Marvel Studios' Guardians of the Galaxy. Die Frage lautete also: Will man einem Mainstream-Publikum gefallen oder doch die wahren Trekkies bedienen? Eine Frage, die auch bei Star Trek: Beyond aufkam. Das große Thema von Star Trek ist die Erforschung der Weiten des Alls und die Entdeckung neuer Spezies. Doch meistens wurden die neuen Spezies nur am Rande erwähnt und allzu schnell hinter sich gelassen. Für Lin war es also wichtig, das Element einer neuen Spezies mit der Handlung zu verknüpfen. Die Einführung von Sofia Boutellas Charakter Jaylah sei genau aus diesem Antrieb heraus entstanden.

Derzeit befinde sich Star Trek: Beyond in der Post-Production. Lin könne sich durchaus vorstellen, weitere Star Trek-Filme zu inszenieren. Gleichzeitig gebe es aber auch eine Menge anderer Projekte, denen er sich widmen wolle. Vor Star Trek: Beyond plante Lin eine Neuverfilmung von Masters of the Universe, was dann gecancelt wurde. Dennoch sei er sehr glücklich darüber, ein Teil dieser Mannschaft rund um Abrams gewesen zu sein.

Star Trek: Beyond startet voraussichtlich am 21. Juni 2016 in den Kinos.