Die Aussicht auf eine weitere Melissa-McCarthy-Komödie ist nach „Voll abgezockt“, „Tammy“ und „Taffe Mädels“ keine allzu rosige. Angetrieben durch (ausschließlich amerikanischen) Box-Office-Erfolg, hat die Frau ihre Nische als pöbelndes Pummelchen nachhaltig besetzt und denkt offenbar gar nicht daran, auch mal mit einer anderen Masche beim Publikum zu landen. Breitarschige Frauenpower als Identifikationsangebot, ein weiblicher Doug Heffernan mit Rattermundwerk. Es war nur eine Frage der Zeit, bis das fleischgewordene McCarthy-Klischee auf das fleischgewordene James-Bond-Klischee losgelassen wird...

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From zero to Wuchtbrumme

*Bing*, diese Zeit ist nun gekommen: Mit „Spy – Susan Cooper Undercover“, einer lautstarken Actionkomödie, die sie schon wieder mit Paul Feig, dem Regisseur von „Brautalarm“ und „Taffe Mädels“, vereint. Melissa McCarthy spielt hier eine mausgraue CIA-Analystin, die Superagent Bradley Fine (Jude Law) unterstützt und auf einmal, als ebenjener Agent gekillt wird, ihren ersten Frontauftrag bestreiten darf. Das Ziel: Waffenhändlerin Rose Byrne. Der Weg dorthin: Lockenperücke und Katzen-T-Shirts. An ihrer „Seite“: Jason Statham; noch so ein Superagent, der sich schon mal selbst einen abgerissenen Arm wieder angenäht hat.

Spy - Susan Cooper undercover - Ein lautstarkes Pummelchen auf James-Bond-Mission

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Voll durch die Matschepampe: Melissa McCarthy als Susan Cooper.
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Eine klassische „from zero to hero“-Geschichte also, eingetaucht in ein James-Bondiges-Umfeld, das über die Hauptfigur ständig vorgeführt und „ironisiert“ wird. Rowan Atkinson hat das Gleiche schon mal mit den „Johnny English“-Filmen gemacht, genauso wie natürlich die zahllosen Bond-Parodien à la „Derek Flint“, die vor allem in den Sechzigern am Coolness-Kuchen mitknabberten, und auch die „Austin Powers“-Reihe – die allerdings viel weiter Richtung Humor geht als es hier der Fall ist. „Spy – Susan Cooper Undercover“ ist (natürlich) vor allem in der Mitte der Mainstream-Autobahn unterwegs, wenngleich zum Glück deutlich näher an der Leitplanke als der bemitleidenswerte Kollege Paul Blart.

Doppelagenten und nasser Beton

Kein ausgelassener Spoof ist das hier geworden, auch keine Meta-Überhöhung Marke „Kingsmen: The Secret Service“, sondern einfach nur eine straighte Actionkomödie. Die sicher nicht das Rad neu erfindet, aber immerhin sehr unterhaltsam ist und mehr Gagtreffer besitzt als alle McCarthy-Filme seit „Brautalarm“ zusammen. Das Drehbuch (ebenfalls von Paul Feig) melkt die zugrundeliegende „high concept“-Idee nach allen Regeln der Kunst und findet erstaunlich viele Lacher auf der von Bondiger Coolness und pummeliger Rumpeligkeit eingezäunten Reibungsfläche. Man muss Melissa McCarthy schon grundsätzlich ertragen, dann kann hier tatsächlich vergnüglicher Krach genossen werden.

Spy - Susan Cooper undercover - Ein lautstarkes Pummelchen auf James-Bond-Mission

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Eine Verkleidung mal ohne Katzen-T-Shirt. Danke dafür!
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Was dem Film in dieser Hinsicht sehr guttut, ist die fähige Inszenierung von Paul Feig, der nicht nur Gags das richtige Timing geben kann, sondern auch schnittige Action mit erstaunlichen Härten hinbekommt. Anders als viele Komödien, die irgendwann ihr Heil in Krach suchen, weil einfach schon alles erzählt ist, werden Shootouts und Verfolgungsjagden hier gleich ins stimmige Konzept eingeplant. „Spy – Susan Cooper Undercover“ lebt als geschäftige Sause, die Action und Komödie gleich gewichtet und in ihrer unterhaltsamen Betriebssamkeit sogar wohlige Erinnerungen an achtziger-/ neunziger-Jahre Krachklassiker vom Schlage „Beverly Hills Cop“ oder -Stichwort: Poster-Artwork- „Lethal Weapon 3“ hervorruft. Melissa McCarthy, die Inkarnation von Joe Pesci.

Nein, aufrichtige Sympathie kann man dieser Frau immer noch nicht entgegenzubringen, aber ihre bisher beste Rolle ist Susan Cooper auf jeden Fall. McCarthy kann definitiv mehr als wabbeln und pöbeln, und auch wenn beides hier ausgiebig anwesend ist, hat man zumindest nicht ständig das Gefühl, für übermäßig blöd verkauft zu werden. Wie es so richtig richtig geht, beweist vor allem Jason Statham, der sich auf grandiose Weise zum ultracoolen Affen macht, und wenn die Hauptdarstellerin ebenfalls mal irgendwann so viel Traute aufbringen sollte, werden ihr volle Multiplexkinos auch außerhalb von Amerika sicher sein. Unter ausdrücklicher Berücksichtigung der relativen Brille auf der Nase: „Spy – Susan Cooper Undercover“ ist Melissa McCarthys bisher bester Film.

Spy - Susan Cooper undercover - Bilder zum Super-Agenten-Klamauk

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