So wie es aussieht, befindet sich die Spider-Man-Reihe im stärkeren Umbruch als bislang erwartet. Sony Pictures hat nicht nur The Amazing Spider-Man 3 komplett gestrichen, man plant sogar ein Reboot der ganzen Spider-Man-Reihe - schon wieder. Und Andrew Garfield ist dementsprechend raus aus dem Boot.

Spider-Man - Sony Pictures plant erneuten Reboot, Andrew Garfield womöglich schon raus

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The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro war wohl Andrew Garfields letzter Auftritt
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The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro spielte zwar weltweit rund 700 Millionen Dollar ein, lag damit aber weit unter den Erwartungen von Sony Pictures. Auch was die Qualität des Films betrifft, waren die Kritiken eher unterdurchschnittlich. Selbst Komponist James Horner wollte nicht mehr den Score beisteuern, da der Film in seinen Augen einfach nur "furchtbar" war.

Sony Pictures zog unverzüglich Konsequenzen. Offiziell wurde The Amazing Spider-Man 3 direkt nach hinten verschoben, um sich erst einmal auf die geplanten Spin-offs Venom, The Sinister Six, und weitere Filme wie Glass Ceiling zu konzentrieren. The Amazing Spider-Man 3 sollte dann erst 2018 folgen. Das war die offizielle Seite. Wie es wirklich hinter den Kulissen aussieht, das haben nun die Email-Leaks im Zuge des #GoP-Hacks bei Sony Pictures gezeigt. Und bei der Spider-Man-Reihe ist wohl ein riesiger Umbruch im Gange. Aus den Emails geht hervor, dass man äußerst unzufrieden mit dem Einspielergebnis von The Amazing-Spider-Man 2: Rise of Electro war. So weit, so bekannt. Doch man hat The Amazing-Spider-Man 3 nicht etwa nach hinten verschoben, sondern komplett abgesagt. Der Film scheint momentan also kein Thema mehr zu sein.

Stattdessen plant Sony Pictures wieder einmal ein Reboot der kompletten Spider-Man-Reihe, das in einem 8-seitigen Dokument niedergeschrieben steht, welches von Studio 8-Chef Jeff Robinov an Sony Pictures' Motion Picture Chief Amy Pascal geschickt wurde. Darin wird Spider-Mans weitere Präsenz dadurch gerechtfertigt, dass er ähnlich wie James Bond ein individueller und eigenständiger Charakter sei. Zu sagen, dass es keinen Platz mehr für Spider-Man gäbe, weil es genug andere Superhelden gibt, die ebenfalls schweben, fliegen oder sich schwingend fortbewegen, sei so, als würde man behaupten, es gebe keinen Platz mehr für James Bond im Spionage-Genre.

Ein Reboot, so irrsinnig die Idee auch scheint, schließlich wäre es das zweite Reboot nach gerade mal zwei Filmen und zwei Jahren, sei angeraten. Doch man dürfe nicht erneut in die Teenagerzeit von Peter Parker zurückkehren. Es dürfe nicht eine neue Origin-Story werden, sondern, und da setzt Robinov erneut bei James Bond an, man müsse die Geschichte da fortsetzen, wo sie zuvor endete. Robinov schlägt sogar vor, Peter Parker als Erwachsenen darzustellen. Etwas, das er bislang in keinem Film sein durfte. Als potentielle Filmemacher für den Reboot nennt er unter anderem Brad Bird, James Gunn, Edgar Wright, Joe Cornish, und Colin Trevorrow.

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Ein Reboot der Reihe mit der Storyline aus Kraven's Last Hunt?
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Storytechnisch könne sich Robinov die Storyline Kraven's Last Hunt von 1987 vorstellen, die unter Spider-Man-Fans als die beste Spider-Man-Story aller Zeiten gilt. Hier ist Spider-Man bzw. Peter Parker auch erwachsen, und mit Mary Jane Watson verheiratet. Darin verwundet Kraven Spider-Man schwer, und lässt ihn zum Sterben zurück, um selbst in das Spider-Man-Kostüm zu schlüpfen, und Verbrecher zu jagen. Als Spider-Man wieder erwacht, und sich aus seinem Grab befreien kann, stellt er Kraven, doch dieser wehrt sich nicht. Denn alles, was er beweisen wollte, war es, dass jeder Spider-Man sein kann.

Was auch immer Sony Pictures plant, ein Reboot bedeutet auch das Aus für Andrew Garfield, den derzeitigen Darsteller von Peter Parker / Spider-Man in der aktuellen Amazing-Spider-Man-Reihe. Und so wie es aussieht, ist Garfield auch seit dem 21. Oktober nicht mehr an Bord. Dem ging wohl ein Affront voraus, als Garfield buchstäblich in letzter Sekunde ein Corporate Dinner von Sony absagte, obwohl er gemeinsam mit Sonys CEO Kaz Hirai und weiteren Top-Managern an einem Tisch speisen sollte, und extra genannt wurde.

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Spider-Man könnte doch noch einen Auftritt in Captain America: Civil War erhalten
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Pascal erwägt offenbar auch noch immer einen Auftritt von Spider-Man in Captain America: Civil War. So ging sie in einem Memo alle Möglichkeiten durch, wie man Spider-Man in Captain America: Civil War unterbringen könne. Nicht nur die finanzielle Komponente sei wichtig, sondern eben auch die kreative Kontrolle. So wolle man, dass Marvel Studios erst Sony Pictures' Okay für den Cast von Spider-Man und Tante May einholt, bevor etwas entschieden wird. Auch das Spider-Man-Kostüm müsse Marvel Studios erst absegnen lassen. Des Weiteren sei es wichtig, zu erfahren, wie lange Spider-Man in Captain America: Civil War auftauchen soll, wie getreu man der Civil War-Storyline der Comics sein wolle, und ob noch weitere Spider-Man-Charaktere genutzt werden sollen. Pascal fragt sich auch, ob man im Gegenzug für die Gefälligkeit auch auf Marvel-Charaktere zurückgreifen dürfe. Beispielsweise, ob man Captain America nutzen dürfe, um die Sinister Six einzuführen.

Wer dann auch immer als Spider-Man für Captain America: Civil War in Frage kommt, Pascal sieht darin eine Chance, mit diesem Darsteller die Spider-Man-Reihe neu zu starten. Wie dem auch sei, die Zukunft von Spider-Man hängt mal wieder buchstäblich am seidenen Faden.