Von dem unsäglichen Untertitel sollte man sich nicht blenden lassen, er hat mit dem eigentlichen Film nichts zu tun. „Sparks“ ist aber tatsächlich ein Superheldenfilm, irgendwo angesiedelt zwischen „Watchmen“ und einem Film Noir, groß in der Ambition, günstig in der Umsetzung, aber mit reichlich Charme.

Sparks - Avengers from Hell - Official Trailer

In allererster Linie ist „Sparks“ auch der Beweis, dass man eine interessante Superhelden-Geschichte erzählen kann, ohne ein Multi-Millionen-Dollar-Budget zu haben. Was Christopher Folino hier abliefert, sieht teilweise günstig aus, aber das macht der Film durch eine interessante Geschichte mehr als wett.

Sparks - Avengers from Hell - Watchmen trifft Sin City

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Der Film erscheint bei uns am 15.08.2014 auf Blu-ray und DVD.
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Ian Sparks (Chase Williamson) hat als Kind seine Eltern bei einem Unfall verloren. Von diesem Moment an träumte er davon, ein Superheld zu werden – und schaffte dies auch. Als Sparks kämpft er gegen Gauner aller Art, findet in Lady Heavenly (Ashley Bell) nicht nur eine Mitstreiterin, sondern auch Liebhaberin, und lebt das gute Leben. Doch dann holt die Realität ihn ein, als die Lady und er dem Serienkiller Matanza (William Katt) nachstellen.

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Was dann passiert, ändert alles. Sparks bleibt demaskiert und entehrt zurück, doch noch ist er nicht bereit aufzugeben. Noch gibt es einen Killer zu stellen. Doch der Weg zur Rache ist ein steiniger und mit zahlreichen Hindernissen versehen.

Vom Comic zum Film

Christopher Folino hat „Sparks“ zuerst als Motion-Comic, dann als Graphic Novel und schließlich als Film verwirklicht. Das ist eine bemerkenswerte Leistung, da er stets abseits der großen etablierten Firmen agierte. Auch sein Film wurde mit bescheidenem Budget umgesetzt, aber dafür ist es umso erstaunlicher, dass er seine Geschichte in den späten 1940er Jahren angesiedelt hat, da mit Kostümen und Props natürlich deutlich mehr Aufwand und Kosten verbunden sind.

Sparks - Avengers from Hell - Watchmen trifft Sin City

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Regie führten Todd Burrows und Christopher Folino.
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Wenn der Film auf CGI-Effekte zurückgreifen muss – bei Explosionen, dem Zugunglück oder auch Morphing – dann ist das nicht besonders überzeugend. Das kaum vorhandene Budget scheint dann einfach durch, wirklich negativ ist dies aber nicht. Immerhin versteht der Film es ansonsten, mit Hilfe von Green Screen ein New York City im Sin-City-Stil auferstehen zu lassen. Auf die Spitze getrieben worden wäre dies nur, wenn „Sparks“ auch schwarzweiß gewesen wäre.

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Real-Life-Superhero-Feeling

Natürlich lässt sich „Sparks“ nicht mit „Watchmen“ vergleichen, aber das grundsätzliche Gefühl von normalen Menschen, die zu Superhelden werden wollen, ist auch hier vorhanden. Stärker als in Zack Snyders Film wird dies hier durch Kostüme illustriert, wie normale Menschen sie eben auch machen könnten. Das wirkt nicht besonders beeindruckend, bringt aber eine gewisse Authentizität mit.

„Sparks“ ist allerdings kein Film, der ohne phantastische Elemente auskäme. Auch hier emuliert er, was „Watchmen“ vorgemacht hat, indem er in beschränktem Maße Figuren mit besonderen Fähigkeiten in die Handlung einbaut.

Sparks - Avengers from Hell - Watchmen trifft Sin City

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Originaltitel: "Sparks - The Origin of Ian Sparks".
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Der Blick zurück

Die Geschichte operiert stark mit Rückblicken. Folino folgt hier einer geradezu klassischen Struktur des Film Noir und erzeugt sofort Spannung, als am Anfang Ian Sparks in ein Polizeirevier kommt und erklärt, er möchte seinen eigenen Mord anzeigen. Was folgt, ist seine Erzählung, wie er an diesen Punkt in seinem Leben gekommen ist.

Der Wechsel zwischen den Zeitebenen funktioniert reibungslos. Selbst Rückblicke innerhalb von Rückblicken – immer eine sehr diffizile Angelegenheit – werden hier erfolgreich gemeistert. Sehr schön ist dabei auch die Wiederholung einer Schlüsselszene, die jedoch immer um ein Element erweitert wird beziehungsweise sich verändert, weil die Hauptfigur und der Zuschauer Informationen erlangen, die zuvor nicht vorhanden waren.

„Sparks“ ist in vielerlei Hinsicht ein klassischer Film Noir, ein Film, in dem es mehr um das „Wer“ als um das „Wie“ geht. In Sachen Action bietet er nicht wirklich viel, dafür fehlte letzten Endes auch das Budget, aber die durchaus komplex gestaltete Geschichte um den moralischen Abstieg eines Helden ist umso packender. Eben das ist auch eine der besonderen Stärken des Films, da Sparks nicht als völlig guter Mensch gezeichnet, sondern vom Leben gebrochen wird, was sich auch in seiner Moral niederschlägt.