30 Millionen Dollar ließ sich Toei die Wiedergeburt von Captain Harlock kosten. Das hat für einen spektakulären, großartig animierten Film gereicht, der zumindest visuell zur ganz großen Space Opera geworden ist. Schade nur, dass es nicht auch für ein besseres Drehbuch gereicht hat.

Space Pirate Captain Harlock - Internationaler Trailer

Universum veröffentlicht den Film am 22. August auf DVD und Blu-ray, einen Kinoeinsatz hat man nicht gewagt. Das ist verständlich, auf der großen Leinwand hätte dieses Spektakel aber sicherlich gut ausgesehen.

Die Erde ist verlassen, die Menschheit ist ins All aufgebrochen. Doch nach langen Jahren wollen die Menschen – zu viele von ihnen – zurück in die Heimat. Ein Krieg entbrennt, der damit endet, dass die Gaia-Koalition die Erde zum Sperrgebiet erklärt. Sie ist heiliges Gebiet und sie darf nicht mehr betreten werden.

Space Pirate Captain Harlock - Bombastische Space Opera mit mythischem Helden

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Der Film erscheint am 22.08.2014 auf Blu-ray und DVD.
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100 Jahre später wird Yama auf die Arcadia - das Schiff des Weltraumpiraten Captain Harlock - eingeschleust, der ein Dorn in der Seite der Gaia-Koalition ist und einen Plan verfolgt, mit dem er nicht nur eigene Schulden tilgen, sondern dem Leben selbst eine neue Chance geben kann.

Ein neuer Harlock

Alles begann mit einem Manga im Jahr 1977, dem ein Jahr später die erste Zeichentrickserie folgte. Der schlossen sich zwei Kinofilme und verschiedene OAVs an. Die muss man aber alle nicht kennen, um sich „Space Pirate Captain Harlock“ anzusehen, denn eine Fortsetzung ist dieser Film nicht, eher eine Neuerfindung. Die Figur des Captain Harlock ist immer noch vorhanden, und großteils seinen alten Inkarnationen treu geblieben, aber auch hier gibt es Änderungen.

Packshot zu Space Pirate Captain HarlockSpace Pirate Captain Harlock

Zudem konzentriert man sich auf eine gänzlich neue Geschichte, verzichtet auf einige andere altbekannte Figuren und – das ist besonders kurios – macht Harlock in seinem eigenen Film zur Nebenfigur.

Space Pirate Captain Harlock - Bombastische Space Opera mit mythischem Helden

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Der Captain als Nebenfigur in seinem eigenen Film. Kurios.
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Ein mythischer Held

Harlock ist hier seit 100 Jahren aktiv, das macht ihn zu einer mythischen Gestalt, von der nur die wenigsten wissen, was von ihr zu halten ist. Dem trägt auch der Film Rechnung, indem er den Coolness-Faktor der Figur kräftig nach oben schraubt, den Einsatz aber zugleich so stark limitiert, dass man nur schwerlich ein Gefühl für den Captain bekommen kann. Man erlebt den ihn durch die Augen anderer, was dem mythischen Aspekt zupass kommt, aber auch keinerlei Identifikationsmöglichkeit offenlässt.

Die eigentliche Hauptfigur ist Yama, der als Spion in Diensten seines Bruders agiert, aber dann beginnt, für sich selbst zu denken. Immer wieder ist er in seiner Loyalität hin und her gerissen. Er ist es, der in diesem Film die emotionale Reise durchmacht, der reift und schließlich an den Punkt kommt, an dem der Staffelstab übergeben werden kann.

Eine wirre Geschichte schadet dieser Space Opera. Die Action entschädigt aber ein bisschen dafür.Fazit lesen

Das ist okay, zumal Yama, aber auch sein Bruder und dessen Frau Nami ordentlich entwickelte Figuren sind, aber letzten Endes hätte man doch einfach gerne mehr Harlock gesehen.

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Originaltitel: Uchū Kaizoku Kyaputen Hārokku.
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Treehugger im All

Die Geschichte des Films ist recht wirr gestaltet, der Plan von Captain Harlock ausgesprochen schwammig und der Gaia-Mumbo-Jumbo nur bedingt interessant. All das Geschwätz über den blauen Planeten, über die wiedererblühten Blumen, über das Leben, das einen Weg findet, lässt den Film wie den feuchten Traum eines Ökos erscheinen. Was per se nicht verwerflich ist, nur eine handfestere Geschichte hätte man sich schon gewünscht. Zumal gerade bei japanischen SF-Stoffen das Gaia-Thema sowas von ausgelutscht ist.

Das Drehbuch enttäuscht, und das gilt umso mehr, da die ersten 20 Minuten mit einer phantastischen expositorischen Einführung und feiner Weltraum-Action Hoffnung auf einen ganz großen Film machen. In visueller Hinsicht liefert „Space Pirate Captain Harlock“ auch ab, was hier geboten wird an Raumschiffen, die anderen im Kampf begegnen, kann sich mit den größten Hollywood-Filmen messen. Darüber hinaus gefällt, dass es interessante Ideen gibt, wie die Fortbewegung der Raumschiffe aussieht, das Springen und Verlassen des Hyperraums hat man so noch nicht gesehen.