Der Slasher-Film funktioniert seit mehr als 30 Jahren nach demselben Muster. Ausbrüche aus der Genreformel gibt es selten. Seit „Scream“ 1996 das Subgenre revitalisierte und Ironie ins Spiel brachte, haben Epigonen sich daran gemacht, typische Slasher-Geschichten mit etwas Humor zu würzen. Auch „Sorority Party Massacre“, der von Splendid am 22. März auf DVD und Blu-ray veröffentlicht wird, versucht dies. Aber ist die Mixtur auch gelungen?

Die junge Frau Holly will nach Grizzly Cove, wo sie eine von mehreren Finalistinnen einer elitären Schwesternschaft ist. Doch sie kommt niemals dort an, sondern fällt einem Killer zum Opfer. Ihr Vater ist Polizist in L.A. und schickt Detective Bill Watts los, um nach dem Rechten zu sehen.

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Als Watts in Grizzly Cove ankommt, trifft er auf den trotteligen Sheriff Lumpkin und stellt fest, dass in der Gegend im Lauf der Jahre schon zahlreiche Frauen verschwunden sind. Während er nach dem Serienkiller sucht, kommt es in der Schwesternschaft zu weiteren Opfern. Schon bald muss sich Watts fragen, ob er einer falschen Fährte gefolgt ist und ob in Grizzly Cove nicht vielleicht mehr als nur ein Killer sein Unwesen treibt.

Eine Mordsparty

Die ersten Minuten sind sehr deutlich von „Scream“ inspiriert, nur dass sich der Autor weit weniger um die innere Logik schert, als das sein großes Vorbild getan hat. Das unterminiert die Wirkung dieser typischen Standards folgenden Sequenz, die auch davon lebt, dass das Opfer eines Slashers grundsätzlich strunzdumm sein muss.

Sorority Party Massacre - Alle heißen Girls und Mörder sind schon da

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So heiß, dass nur noch der Feuerlöscher helfen kann.
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Im weiteren Verlauf versucht „Sorority Party Massacre“ als eine Art Parodie auf das Genre zu fungieren. Dabei folgt der Film keiner in sich stimmigen Handlung, sondern mäandert nach Lust und Laune. Authentizität bei den Figuren sucht man vergeblich. Das ist zwar bei einem B-Film wie diesem auch nicht unbedingt zu erwarten, der Mörderreigen wird aber von Mal zu Mal abstruser – nämlich immer dann, wenn das Skript einen neuen Killer aus dem Ärmel schüttelt. Mitunter hat man das Gefühl, dass in Grizzly Cove keine normalen Menschen mehr leben.

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Das kann man als gewollte Übersteigerung der Genre-Konventionen sehen, aber das Skript ist nicht elegant genug, um dem auch Rechnung zu tragen. Es wirkt plump und unsinnig.

Cameos

Der Film hat einige bekannte Gesichter zu bieten – nur zwei von ihnen haben aber auch größere Rollen inne. Ed O’Ross kennt man noch als Schurken aus „Red Heat“ und Leslie Easterbrook war einst die begehrenswerte Ausbilderin in den „Police Academy“-Filmen. Die größten Namen im Ensemble von „Sorority Party Massacre“ sind sie aber nicht.

Immerhin bieten die Sorority-Girls was fürs Auge. Das ist bei diesem Film schon ein Pluspunkt.Fazit lesen

Kevin Sorbo („Hercules“), Porno-Star Ron Jeremy und Richard Moll („Harrys wundersames Strafgericht“) absolvieren jedoch nur mickrige Gastauftritte, die nicht weiter von Belang sind.

Humor ist, wenn man trotzdem lacht?

Der Film müht sich sichtlich, mit Komik, aber auch einer coolen Inszenierung zu punkten, lässt aber Maß und Ziel vermissen. Das merkt man sehr schön bei der langgezogenen Sequenz, in der die Hauptdarstellerinnen vorgestellt werden. Diese Form – der Name wird eingeblendet, danach kommt eine Rückblickmontage, die ein Gefühl für die Figur vermitteln soll – ist per se nicht schlecht, müsste aber dosiert werden.

Sorority Party Massacre - Alle heißen Girls und Mörder sind schon da

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Die Axt im Haus sorgt für das Holz vor der Hütte.
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Sie sechsmal hintereinander zu bemühen, sorgt nur dafür, dass das Interesse des Zuschauers verloren geht. Sie anders im Film zu arrangieren, hätte aber natürlich auch ein besseres Drehbuch erfordert, in dem die Figuren nach und nach eingeführt werden.

Lacher gibt es nur wenige. Man merkt dem Film jedoch an, dass er eigentlich lustig sein will. Allein, ihm fehlen die Möglichkeiten, das Zwerchfell des Zuschauers zu reizen.