Der neue Zeichentrickfilm „Son of Batman“, der am 9. Oktober auf DVD und Blu-ray erscheint, hat viele Väter, allesamt sind sie Meister ihrer Zunft. Die Vorlage zu diesem Film bildet der Batman-Zyklus von Grant Morrison, der mit Damian Wayne die wohl originellste und interessanteste neue DC-Figur des letzten Vierteljahrhunderts erschaffen hat.

Son of Batman - Trailer

Der Comic dient aber nur als lose Vorlage, die Geschichte des Films wurde wiederum von James Robinson entwickelt. Auch er ist ein exzellenter Comic-Autor, der unter anderen mit „Starman“ ein ganz großes Epos geschrieben hat, während er im Bereich des Films nicht gar so erfolgreich war – von ihm stammt das Drehbuch zu „Liga der außergewöhnlichen Gentlemen“.

Das Drehbuch von „Son of Batman“ hat aber wiederum kein Geringerer als der Schriftsteller Joe R. Lansdale geschrieben (auf dessen Vorlage auch „Cold in July“ basiert, der in diesem Jahr auf einigen Festivals für Furore gesorgt hat).

Son of Batman - Joe R. Lansdales Batman!

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Der Film basiert auf dem gleichnamigen DC Comic.
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Vielleicht ist es dem Einfluss von Lansdale zu verdanken, vielleicht liegt es auch einfach nur daran, dass der Film in den USA ein PG-13-Rating erhalten hat, aber „Son of Batman“ ist deutlich erwachsener und in der Gewaltdarstellung auch erheblich kompromissloser, als man das bei einer Zeichentrickproduktion erwartet. Wenn hier Menschen mit Schwertern gegeneinander kämpfen, dann fließt auch Blut.

Batmans Sohn

Ra’s al Ghuls Mordliga wird von dem abtrünnigen Deathstroke angegriffen. Deathstroke tötet Ra’s, aber dessen Enkel Damian sticht ihm dafür im Kampf ein Auge aus. Während Deathstroke die Mordliga übernimmt, flieht Talia und bringt ihren Sohn nach Gotham, wo sie Batman eröffnet, dass Damian sein Sohn ist.

Packshot zu Son of BatmanSon of Batman

Zehn Jahre wurde der Junge ausgebildet, er ist ein perfekter Kämpfer und ein kaltblütiger Mörder, aber nun soll ihn Batman unter seine Fittiche nehmen. Kein leichtes Unterfangen, will Damian doch Rache für den Tod seines Großvaters und widersetzt sich wiederholt dem Willen seines Vaters. Aber Batman gibt den Jungen nicht auf. Er macht ihn zu Robin, in der Hoffnung, ihn lehren zu können, was die Ausbilder der Mordliga versäumt haben.

Son of Batman - Joe R. Lansdales Batman!

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Talia eröffnet Batman, dass er vater ist. Na, damit kommt sie ja früh...
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Viel Stoff in 70 Minuten

Das größte Problem des Films ist im Grunde, dass er nicht den zeitlichen Rahmen hat, die Beziehung zwischen Vater und Sohn richtig abzustecken. Was in den Comics über Dutzende von Heften geschehen ist, muss hier innerhalb von 70 Minuten mit einem Anfang, einem Mittelteil und einem Ende gestaltet werden. Das sorgt dafür, dass die charakterliche Entwicklung etwas untergeht.

Sie ist vorhanden, macht Damian doch eine emotionale Reise durch – vom ruchlosen Killer, wie er von seinem Großvater ausgebildet wurde, zu einem Jungen, der nicht tötet, wie es sein Vater ihm gelehrt hat. Allein, es wirkt ein bisschen gehetzt, wie das vonstattengeht. Allerdings hilft es, wenn man die Comics im Hinterkopf hat. Aber zugegeben, das ist nicht die Idealsituation. Ein Film soll und muss für sich allein bestehen können.

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Viel Action

Im Gegensatz zu den Realfilmen gibt es hier kaum etwas von Bruce Wayne zu sehen. „Son of Batman“ konzentriert sich auf die kostümierten Helden und bietet für jede einzelne Figur gerade so viel Charaktermaterial, dass sie gut etabliert ist, ansonsten zelebriert der Film aber vor allem seine Actionmomente. Das macht Spaß, da in „Son of Batman“ unglaublich viel reingesteckt worden ist. So kämpft man nicht nur gegen Deathstroke, sondern auch gegen Manbats und Killer Croc, wobei diese Figuren im Grunde keinerlei Bedeutung für die Geschichte haben.

Rasanter Superhelden-Film, der die Vorlagen variiert und zu wenig Zeit für die Charakterzeichnung hat, aber unterm Strich knackig unterhält.Fazit lesen

Deathstroke als Schurke ist etwas unterentwickelt. Hier wäre mehr drin gewesen, der Kampf zwischen Damian und ihm am Ende ist aber erstaunlich hart ausgefallen. Das kratzt zwar, wie so vieles an diesem Film, an der Glaubwürdigkeit, zu Gunsten hoher Coolness kann man die aber schon mal opfern.