Solo: A Star Wars Story ist mittlerweile in den Kinos gestartet und manch ein Fan mag sich fragen, wie wohl die Version der geschassten Regisseure Phil Lord und Chris Miller wohl ausgesehen hätte. Beteiligten zufolge "wesentlich düsterer".

Da war die Welt für das Regieduo Miller und Lord noch in Ordnung

Am ersten Startwochenende hat Solo: A Star Wars Story weltweit rund 168 Millionen Dollar eingenommen. Vielerorts ist der Film direkt auf Platz eins der Kinocharts gesprungen. Eigentlich ein Grund zur Freude. Doch damit landete der Film von Regisseur Ron Howard nicht nur das schwächste Startergebnis seit Disneys Machtübernahme, er blieb auch unter den erwarteten 130 bis 150 Millionen Dollar für den nordamerikanischen Markt. Da fiel das magere Ergebnis im zweitstärksten Markt, in China, mit lediglich drei Millionen Dollar gar nicht mehr auf.

Vielleicht war das Zeitfenster so kurz nach Star Wars: Episode VIII - Die letzten Jedi einfach zu kurz? Vielleicht macht sich auch einfach eine gewisse Star-Wars-Müdigkeit bei der Hauptzielgruppe ohne Fan-Status breit? Aber vielleicht war das potenzielle Publikum abgeschreckt von den ganzen Negativ-Schlagzeilen im Vorfeld?

Lord und Miller wollten ein düsteres Abenteuer

Bekanntlich wurden die eigentlich als Regisseure gesetzten und im Vorfeld noch von Lucasfilm-Präsidentin Kathleen Kennedy mit vielen Vorschusslorbeeren bedachten Filmemacher Phil Lord und Chris Miller kurz vor Drehschluss von Kennedy gefeuert und durch Filmveteran Ron Howard ersetzt worden.

Die Freihalter-Ausrede "kreative Differenzen" wurde abermals bemüht. Aber offenbar ging es in erster Linie um die Stimmung des Films. Überraschend ist, dass Miller und Lord wohl einen düsteren Film inszenieren wollten. Dabei wurden sie gerade aufgrund ihrer heiteren Machwerke wie 21 Jump Street und Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen engagiert. "Wenn man morgens ans Set eines Star-Wars-Filmes geht, warten Tausende Leute auf einen und man muss entschlossen und schnell entscheiden können. Und wenn man diese Entscheidungen trifft, von denen es Millionen am Tag gibt, muss man sich einer gewissen Stimmung, einer Fahrtrichtung verschreiben. Und wenn die Produzenten denken, dass dies nicht die Richtung für den Film sein sollte, hat man ein Problem", so Lawrence Kasdan, Drehbuchautor bei Solo: A Star Wars Story und einer derjenigen, die mit dem Regieduo über die Stimmung des Filmes in Streit geraten sein sollen.

Am Ende wurde Howard an Bord geholt und er drehte rund 70 Prozent des Materials nochmal nach. Von der eigentlichen Version, die Miller und Lord andachten, wird es wohl nie eine eigenständige Fassung geben. Ein Trailer soll existieren, aber Lucasfilm hat diesen nie freigegeben - aus gutem Grund.

Kommt euch das bekannt vor? Auch schon bei Gareth Edwards' Rogue One: A Star Wars Story hieß es, dass er eine dreckigere, düstere Star-Wars-Fassung im Kopf hatte und Rogue One mehr an Saving Private Ryan denn an Star Wars anlehnen wollte. Das soll mit ein Grund gewesen sein, warum Kennedy die umfassenden Nachdrehs von Tony Gilroy hat übernehmen lassen, um den Film auf eine familiengerechtere und humorvollere Schiene zu hieven.