Beim Vulture Fest brachen die Regisseure Chris Miller und Phil Lord ihr Schweigen in Bezug auf das wenig schöne Ende ihrer Arbeit an Solo: A Star Wars Story.

Mittlerweile dürfte ein jeder verstanden haben, dass Lucasfilm-Präsidentin Kathleen Kennedy ein harter Brocken ist. Sie sucht sich zwar die hippsten und vielversprechendsten Filmemacher für die einzelnen Star-Wars-Filme heraus, die dürfen die Filme aber nur nach der Vorstellung der Alteingesessenen um Kennedy inszenieren. Josh Trank? Raus. Colin Trevorrow? Raus. Chris Miller und Phil Lord? Raus. Gareth Edwards' Rogue One: A Star Wars Story? Nur nach umfangreichen Nachdrehs durch Tony Gilroy. Jemand wie J.J. Abrams wird mit Kusshand genommen. Genauso wie Rian Johnson. Die beiden sind von allen wohl die klassischsten Filmemacher.

Eine Enttäuschung

Überraschend war das Feuern von Miller und Lord insbesondere aus zwei Gründen: Kennedy suchte die beiden selbst für den Job aus, da sie einen "unterhaltsamen und witzigen" Film wollte. Zudem waren die Dreharbeiten schon sehr weit fortgeschritten. Dass die Macher der Jump-Street-Filme zu einem so späten Zeitpunkt die Koffer packen mussten, lässt darauf schließen - und das bestätigten zahlreiche Insider - dass die "kreativen Differenzen" am Set lange brodelten. Als Lord und Miller sich anders als Edwards weigerten, die Verantwortung für die Nachdrehs abzugeben, setzte sie Kennedy letzten Endes vor die Tür und engagierte Routinier Ron Howard.

Und Miller und Lord? "Manchmal trennen sich Leute", so Lord. "Und das ist wirklich traurig und wirklich enttäuschend, aber sowas passiert. Wir haben eine Menge von unseren Partnern gelernt und wir haben uns als Filmemacher weiterentwickelt. Wir sind wirklich stolz auf unsere Arbeit und wir wünschen allen nur das Beste."

Die Erfahrung am Filmset, sind sich die beiden einig, war eine wunderbare. "Alle sind mit den besten Absichten in die Produktion gegangen. Unsere Vorstellung vom Film war aber eine andere als die von denen. Das war ein wirklich großer Abgrund, den es zu überbrücken galt. Am Ende zu groß."

Nach der Kündigung haben die beiden erst einmal eine Auszeit gebraucht, wie Miller bestätigt. Nun, mit neuer Kraft, seien sie derzeit mit der Arbeit an einem Lego-Movie-Sequel beschäftigt und produzierten einen Spider-Man-Animationsfilm mit Miles Morales in der Hauptrolle.

In Regisseur Ron Howards Solo: A Star Wars Story spielen neben Alden Ehrenreich als Han Solo und Joonas Suotamo als Chewbacca noch Emilia Clarke, Woody Harrelson, Thandie Newton, Paul Bettany, Donald Glover als Lando Calrissian, Warwick Davis, Clint Hooward, Richard Dixon und Deepak Anand mit.

Kinostart für den zweiten Anthology-Beitrag innerhalb des Star-Wars-Universums ist der 24. Mai 2018.