So viele Leute haben sich den Trailer angesehen. Zumindest bis zu dem Zeitpunkt, an dem das Cover für diesen DVD-Release gedruckt wurde. Das sind viele, keine Frage, aber einen Trailer ansehen ist halt doch noch mal etwas ganz anderes als sich den fertigen Film zu Gemüte zu führen. Da waren es weit weniger Leute, die dazu bereit waren. Darum kommt „Smiley“ hierzulande auch gleich auf DVD, eine Kinoauswertung hat man sich gespart. Nicht überraschend, wie man hinzufügen möchte.

Smiley - Das Grauen trägt ein Lächeln - Deutscher TrailerEin weiteres Video

Ashley ist neu am College und wird von Proxy zu einer Party geschleppt. Dort erlebt sie mit, was es mit Smiley auf sich hat. Man logt sich in ein Chatsystem ein, bei dem man mit willkürlich ausgewählten Fremden sprechen kann. Wenn man dann dreimal „I did it for the lulz“ eingibt, erscheint hinter dem Chatpartner der Killer Smiley und macht dem Opfer den Garaus.

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Anfangs glaubt niemand so recht an einen Killer namens Smiley ...
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Ashley ist schockiert, glaubt aber zuerst, dass das alles nur ein Fake ist. Zusammen mit Proxy probiert sie es schließlich selbst aus. Ihr Gegenüber wird auch prompt von Smiley umgebracht. Ashley fühlt sich nun von Smiley verfolgt. Sie geht sogar zur Polizei, aber da nie Leichen auftauchten, will man ihr dort nicht glauben. Sie steht allein – und Smiley treibt weiterhin sein Unwesen.

Zur Seite, Bloody Mary, weg da, Candyman!

Früher, in der analogen Steinzeit, als es solch Spielzeug wie das Internet nicht gab, musste man sich schon vor einen Spiegel stellen und mehrmals den Namen von Bloody Mary rufen (später dann auch vom Candyman). Nach fünfmaliger Namensnennung erschien er dann und tötete den, der ihn gerufen hat.

Mit Smiley ist man nicht nur in der Moderne angekommen, nein, man muss auch nicht selbst draufgehen, sondern kann andere über die Klinge springen lassen. So sieht der Fortschritt aus, der abgesehen von dieser technologischen Neuerung nichts Neues zur altbekannten Geschichte beizutragen hat. Denn „Smiley“ ist handelsübliches 08/15-Horrorkino, das keinerlei originellen Ideen besitzt, aber dafür mit einem Ende daherkommt, wie es abstruser nicht sein könnte.

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... Das ändert sich natürlich ziemlich schnell.
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Der Twist im Twist

Okay, den Spoiler hauen wir hier natürlich nicht raus. Wer sich „Smiley“ ansieht, soll zumindest die Befriedigung haben, die Auflösung schon zehn Meilen gegen den Wind gerochen zu haben. Aber natürlich ist es so, dass es am Ende richtig, richtig überraschend wird. Zumindest dann, wenn man ein kleines Kind ist und noch nicht viel gesehen hat oder irgendwann in den 60er Jahren des vorherigen Jahrhunderts aufgehört hat, Filme zu gucken.

Chatrooms sind gefährlich, vor allem, wenn fiese Chatpartner Smiley auf einen hetzen. Halbgarer Horrorquatsch mit vorhersehbarem Ende.Fazit lesen

Für alle anderen ist die Auflösung kristallklar zu sehen. Ja, sogar der Twist im alles auf den Kopf stellenden Ende ist keinerlei Überraschung. Last Scares gehören zum Horrorfilm heutzutage einfach dazu, auch wenn man dafür das letzte bisschen Logik über Bord werfen muss.

Gerade in der Disziplin bekleckert sich „Smiley“ nicht mit Ruhm. Mit viel gutem Willen kann man die Auflösung noch halbwegs rechtfertigen, wenn man davon ausgeht, dass selbst die größten Zufälle fabriziert werden können. Aber dann eine totale Kehrtwende hinzulegen, erfordert schon Chuzpe – oder völlige Ignoranz.

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Wer überlebt, wer stirbt? Na, ja. Wer die letzten 10 Jahre Horrorfilme geguckt hat, kann es sich bereits denken ...
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Vermutlich war es letzteres. Die Filmemacher sind einfach schmerzbefreit und dachten, dass sie sich vor allem auf zwei Sachen verlassen können: die coole Maske von Smiley und ein paar gute Horrormomente.

Überschaubar blutig

Etwas rabiater sind die „gory outtakes“, die sich im Bonusmaterial finden lassen, sie sind aber zum Teil doch eher auf Spaß am Set zurückzuführen. Generell wirkt „Smiley“ ziemlich zahm, womit er sich eine FSK-16-Freigabe redlich verdient hat. Nun sind Gewaltspitzen sicherlich nicht essenziell, wenn man aber einen Film hat, der nach Malen-nach-Zahlen-Prinzip funktioniert, also wenig eigenständige Ideen zu bieten hat, dann können ein paar gut positionierte Effekte durchaus positiv wirken.

Aber gut, offenbar wollten die Macher mehr auf Spannung, denn auf Splatter setzen. Das funktioniert leidlich gut. Wirklich langweilig ist „Smiley“ nicht, nur so aufregend, wie ihn sich die Macher vorstellten, ist er eben auch nicht.