Die siebente Reise des Seefahrers und Abenteurers Sindbad kennt man – sie ist 1958 mit großartigen Stop-Motion-Effekten von Ray Harryhausen umgesetzt worden. Die Kunst der Stop-Motion ist seitdem schon lange obsolet geworden. Es gibt sie noch, aber kaum ein Film setzt sie noch ein. In Zeiten von CGI ist das wirtschaftlich nicht mehr wirklich effektiv einsetzbar. Aber bei „Sindbads fünfte Reise“ hat man zumindest teilweise darauf zurückgegriffen, dann aber auch mit dem Computer gearbeitet.

Sindbads fünfte Reise - U.S. Trailer #2Ein weiteres Video

Der Charme längst vergangener Tage ist in dieser durchaus kostengünstigen Version von Sindbads Abenteuern mehr als gegeben. Zumindest dann, wenn man ein Faible für die alten Ray-Harryhausen-Klassiker hat.

Die Geschichte ähnelt dabei durchaus der aus „Sindbads siebente Reise“. In der fünften erlebt Sindbad Ähnliches. Die Prinzessin Parisa wird von einem bösen Magier entführt, weswegen Sindbad mit seinen Leuten in See sticht, um die Frau seiner Träume aus den Klauen des bösen Hexers zu befreien. Aber das ist eine Reise, die lange, beschwerlich und höchst gefährlich ist.

Sindbads fünfte Reise - Stop-Motion-Kämpfe und Plastik-Monster: Hommage an den Klassiker von 1958

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Der Film erscheint bei uns ab dem 28.10.2014 auf Blu-ray und DVD.
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Der Magier bringt Sindbads Schiff zum Kentern, aber sowohl er als auch seine Männer überleben. Sie finden sich wieder auf einer Insel, auf der zahlreiche Gefahren lauern, von gigantischen Monstern bis zu Kolossen. Doch Sindbad trotzt jeder Gefahr, um seine Angebetete zu retten.

Wo ist Patrick Stewart?

Auf dem Cover steht sein Name, in den Credits wird er als erster genannt, aber sehen kann man Patrick Stewart nicht. In der englischen Fassung ist er aber hörbar. Er ist der Erzähler, Sindbad selbst, der dem Zuschauer davon berichtet, wie diese Reise verlief. Klar, mit Stewarts Namen will man gerne werben, aber er hat so wenig zu tun, dass sein Name auch nicht weiter ins Gewicht fällt.

Packshot zu Sindbads fünfte ReiseSindbads fünfte Reise

Harmloser Spaß

Man merkt „Sindbads fünfte Reise“ schon an, dass das Budget sehr überschaubar war, aber daraus gewinnt der Film Stärke, denn er ist eine von Nostalgie gesäumte Verbeugung vor den großen Klassikern der 1950er bis 1970er Jahre, und hier natürlich vor allem den Filmen, die mit den Effekten von Ray Harryhausen aufwarten konnten.

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Stop-Motion-Monster, wie wir sie lieben.
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Das erste grüne Monster in diesem Film - aber auch die Kali, der Riesenvogel und der Koloss, um nur ein paar zu nennen - ist effekttechnisch so gestaltet, dass es den Charme alter Stop-Motion verbreitet. Das ist aber natürlich ein zweischneidiges Schwert.

Wer an diesen Film herangeht und herausragende Effekte erwartet – selbst solche CGI-Effekte, wie man sie bei Syfy-Channel-Heulern zu sehen bekommt –, der mag bitter enttäuscht werden. Denn die Bewegungsmuster der hier gezeigten Kreaturen sind zackig, so wie es bei Stop-Motion eben der Fall ist. Insofern zielt der Film hier vor allem auf ein älteres Publikum ab, das die Klassiker und deren Effekte zu schätzen weiß.

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Die Schwächen

Natürlich bietet ein Film wie dieser auch einige Schwächen. Das gilt vor allem für einige der Darsteller (vor allem die, die überhaupt nicht nach Arabern aussehen), aber auch die Inszenierung ist nicht immer stilsicher. Man hat bisweilen das Gefühl, dass hier Laien am Werk waren. Das ist bei weitem nicht durchgehend so, aber im Großen und Ganzen ist die narrative Ebene etwas holprig.

Keineswegs perfekt, aber eine schöne Hommage an die alten Klassiker.Fazit lesen

Dem gegenüber stehen aber durchaus auch ein paar Stärken, darunter die, aus einer Not eine Tugend zu machen. Die Inszenierung der etwas phantastischeren Elemente – so zum Beispiel die Gespräche des Magiers mit seiner Gefangenen – hat eine (alb)traumhafte Qualität und lebt von einer surrealen Atmosphäre.