Hinter „Shutter Island“, der neuesten Regiearbeit von Martin Scorsese, stand seit letztem Oktober ein Fragezeichen. Zu diesem Zeitpunkt nämlich beschloß Paramount, den Film nicht ins Oscar-Rennen zu schicken, sondern ihn lieber auf Februar zu verschieben. Sollte etwa der große Martin Scorsese ein Opfer geschmackloser Studio-Honchos geworden sein…oder ist „Shutter Island“ einfach nur so schlecht, dass man ausbleibende Oscar-Nominierungen und negative Presse vermeiden wollte?
Mit einer gewissen Erleichterung darf man am Ende des Films zu dem Schluß kommen, dass keine der beiden Alternativen ins Schwarze trifft. „Shutter Island“ ist zwar auf keinen Fall ein hell strahlendes Glanzlicht in der Karriere seines Regisseurs, doch unter satte Mainstream-Unterhaltung der gehobenen Güteklasse rutscht er zum Glück auch nicht. Kein Fall für die Oscars, Tatsache, sondern lieber ein Kandidat für ein reißerisches Genre-Puzzle. Fast könnte man gar nicht merken, dass „Shutter Island“ filigrane Tiefgründigkeit fehlt, so laut und forsch wird hier um unsere Aufmerksamkeit gebuhlt.
Die US-Marshalls sollen einen mysteriösen Fall aufklären: Eine Patientin ist trotz extremer Sicherheitsmaßnahmen verschwunden.Die Geschichte des Films basiert auf dem Bestseller von Dennis Lehane und erzählt von einem US Marshal (Leonardo DiCaprio), der zusammen mit seinem Partner (Mark Ruffalo) eine auf einer abgelegenen Insel vor der amerikanischen Ostküste gelegene Anstalt für geistesgestörte Gewaltverbrecher aufsucht. Früher wandelte in dem majestätischen Schatten-Labyrinth wahrscheinlich ein gewisser Dr. Caligari, doch jetzt hausen hier sinistre Ärzte und jede Menge mysteriöse Geheimnisse. Eines davon ist zugleich der Anlass für den Besuch der beiden Dicks: eine Patientin (Emily Mortimer) ist spurlos aus der Anstalt verschwunden.
Was bei „Shutter Island“ zunächst auffällt, ist seine saftige Inszenierung. Kameramann Robert Richardson („Inglorious Basterds“) haut auf die geleckte Film Noir-Kacke, dass es eine wahre Freude ist, Cutterin Thelma Schoonmaker zündet sämtliche bekannte Trick ihrer Zunft und auf der Soundtrack-Spur, wir befinden uns schließlich in einem Martin Scorsese Film, ertönt eine selbstredend eklektische Mixtur aus großartigen Songs und vollem Orchester-Einsatz. Das Motto dabei: der Zuschauer soll keinen Film Noir sehen, sondern einen FILM NOIR.
Bildsprache, Sound, Schnitt - alles schreit hier nach "Film Noir".Bei vielen anderen Regisseuren wäre die Genrebezeichnung in Großbuchstaben ein Widerspruch in sich, doch Martin Scorsese kriegt tatsächlich weitgehend die Kurve. „Shutter Island“ schlängelt sich mit Kinetik, Verve und enormer Stilsicherheit durch sein vertracktes Plot-Puzzle und reichert die Film Noir-Basis mit breiten Pulp-Strichen, psychothischen Thriller-Schatten und deftigen B-Schüben an. Im Grunde rumort hier nichts anderes als ein klassischer Genrefilm, der tatsächlich mit beiden Beinen in seiner Ecke bleiben möchte und dabei aber ein geradezu überschäumendes Mainstream-Buffet hochkocht.
Regie: Martin ScorseseGenre:ThrillerFilmstart: Darsteller:Emily Mortimer, Elias Koteas, Jackie Earle Haley, Michelle Williams, Ben Kingsley, Max von Sydow, Mark Ruffalo, Leonardo DiCaprio
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from paris with love 7/10
shutter island 7/10
keine fragen mehr! danke und tschüss auf nimmerwiedersehen...
Ich habe mir den Film angesehen weil so viele von einer überraschenden Wendung und guter Story geredet haben. Als ich den Kinosaal verlassen habe (die letzte halbe Stunde hab ich geschlafen) war ich wütend.
Wo war der überraschende Twist? Wo die gute Geschichte? Das einzig Unterhaltsame an dem Film waren die Drogenträume von unserem Psycho. Nachdem unser Sherlock erfahren hat, dass ein Patient vermisst wird war mir schon klar was dieser überraschende "Twist" ist. Kommt schon Leute, wenn ihr nicht gerade während euer Kindheit das Hirn mit Kleber weggeschnüffelt habt.
Wie auch immer, ich hab 8€ dafür bezahlt dass ich eine halbe Stunde schlafe.... :(
ein guter film, eine wundervolle umsetzung, jedoch zu viel erklärung. die geschichte war interessant, wenn auch schon bekannt. von mir gäbe es ca. 7/10 punkten.
Zum Glück hatte ich vorher rein gar nichts über den Film gelesen, das ist auch ein Film den man am besten mehrmals ansieht. Freue mich schon wenn der auf DvD/BlurRay rauskommt.
Meiner Meinung nach ist Kritik nur angebracht von anderen Regisseuren, denn diesen haben Ahnung wovon Sie reden. Also sollte Kritik nur von denen verlautet werden die wissen wovon sie reden.
Kann aber auch daran liegen, dass sich sonst eher weniger Psycho-Thriller schaue.
Aber Shutter Island hat mir sehr gut gefallen -> 8/10
(Memento + Fight Club + Einer flog übers Kuckucksnest)*Film Noir = Shutter Island