Würde man Sylvester Stallone nicht ansehen, dass er über 60 Jahre alt ist, könnte man durchaus meinen, ein filmisches Relikt der 80er Jahre vor sich zu haben. Der Film hält sich strikt an die Regeln des Buddy-Movies, hat eine kompakte 90-minütige Laufzeit, viel Action, ein paar gute Sprüche und das, was Fans bei dieser Art von Film einfach erwarten: viel Unterhaltungswert.

Jimmy Bobo (Sylvester Stallone) und Louis Blanchard (Jon Seda) sind Auftragskiller. In einem Hotel nieten sie einen korrupten Polizisten um und gehen danach in eine Bar, wo sie bezahlt werden sollen. Doch statt des erwarteten Honorars taucht ein Killer auf. Er tötet Louis, versagt jedoch dabei, auch Jimmy umzulegen.

Der Washingtoner Detective Taylor Kwon (Sung Kang) ermittelt wegen des Mordes an dem Polizisten. Als er auf die Leiche von Louis stößt, führt ihn dies auch zu seinem Partner Jimmy. Kwon will den Auftraggeber, aber Jimmy möchte nicht mit ihm zusammenarbeiten. Dann rettet er dem jungen Polizisten jedoch das Leben – und plötzlich sitzen beide im selben Boot.

Sie raufen sich trotz unterschiedlicher Methoden zusammen, um herauszufinden, wer der Aufraggeber ist, und diesen zur Strecke zu bringen. Für Kwon heißt das, ihn zu verhaften, für Jimmy, ihn umzulegen. Aber wer von beiden setzt sich durch?

Formelhafter, aber flotter Haudrauffilm, der genau das bietet, was man erwartet: Action wie in den 80er Jahren.Fazit lesen

Ein klassisches Muster

Nichts an „Shootout – Keine Gnade“ ist in irgendeiner Weise originell. Die Geschichte besteht aus Versatzstücken Dutzender Actionfilme der letzten Jahrzehnte, vor allem ist sie jedoch dem Genretypus der 80er Jahre verpflichtet. Sylvester Stallone spielt praktisch immer noch dieselben Rollen, die er auch vor 25 Jahren schon zum Leben erweckte. Das kann man natürlich schlecht finden, aber es geht am Punkt vorbei.

Shootout - Keine Gnade

- Wie in den guten alten 80ern: Sylvester Stallone in Hochform
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Holla! Sylvester Stallone ist immer noch top in Form.
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Die neuen Filme von Stallone (und auch Arnold Schwarzenegger) wollen gar nichts anderes sein als Werke, die nach gängigen Blaupausen entstehen. Tatsächlich möchten viele seit dem Revival der alten Recken mit „The Expendables“ diese am liebsten in Filmen sehen, die eben an die gute alte Zeit erinnern. In der Disziplin schlägt sich „Shootout – Keine Gnade“ sehr gut.

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Walter hat’s noch drauf

„Shootout – Keine Gnade“ ist aber nicht nur die Rückkehr des Action-Helden Stallone, sondern vielmehr noch die von Walter Hill („Nur 48 Stunden“, „Red Heat“) auf den Regiestuhl. Der Action-Maestro hat seit über zehn Jahren keinen Film mehr inszeniert, erinnert in den besten Momenten seines neuen Werks aber daran, warum er zu einem der Großen dieses Genres geworden ist.

Er findet in dieser 08/15-Geschichte mit sicherem Gespür die Momente, die sich filmisch maximal ausnutzen lassen. Wenn bei Walter Hill Gewalt stattfindet, dann nicht als Zelebration, sondern als schockierender Moment. Das kann durchaus auch mit einem „Wow“-Moment verbunden sein (Stichwort: das Ende des Verhörs!), lebt aber vor allem von seiner authentischen Effizienz.

Nur einmal geht es mit Hill durch, beim großen Finalkampf zwischen Stallone und seiner Nemesis Jason Momoa, bei der beide mit Äxten aufeinander einschlagen. Einerseits ist das Ganze zu schnell vorbei, andererseits arbeitet er hier etwas zu sehr mit dem Schnitt.

Das mag auch dem Umstand geschuldet sein, dass sein Star 66 Jahre ist, aber in anderen Momenten erweist sich Stallone immer noch als sehr vitaler und körperbetonter Darsteller, der sichtlich ohne Doubles noch immer Herr der Lage ist.

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Kompromisslose Action: wie damals in den 80er Jahren.
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Und der Killer weiß, was er tut?

„Shootout – Keine Gnade“ ist die Art Film, über die man nicht allzu lange nachdenken sollte. Sonst würde man sich fragen, was die höchst merkwürdige Motivation von Keegan (Jason Momoa) eigentlich ist. Im Grunde gibt es sie nicht, er ist ein narrativer Wendehals und lediglich Gegenpol zu Stallones Jimmy. Letzten Endes ist er das, was Antonio Banderas in „Assassins“ für Stallones Figur war: Der junge Profi, der den alten umlegen will, um sich selbst zu profilieren. Nur richtig herausgearbeitet wird das nicht.