Sherlock Holmes – Filmkritik

Guy Ritchie + Krimilegende = Lethal Weapon

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von Peer Kröger, 27. Januar 2010 09:58 Uhr

Sherlock Holmes ist eine der bekanntesten literarischen Figuren aller Zeiten, und auch eine der meistverfilmten. Nun schickt der Meister des coolen Gangsterfilms, Guy Ritchie, Sherlock Holmes auf die Leinwand zurück und versucht dabei, jegliche Klischees über Bord zu werfen und der Materie einen frischen Anstrich zu verpassen. Doch das Resultat ist nicht modern – sondern sehr altmodisch.

Sherlock Holmes, das Ekel

Besser als erwartet – Holmes ist eine tempo- und actionhaltige Buddy-Komödie. Mit dem legendären Detektiv hat das aber nicht mehr viel zu tun.FazitDer moderne Holmes (Robert Downey Jr.) trägt kein Karo, hat nicht ständig eine Lupe vor der Nase und auch den bekannten Hut sucht man vergeblich. Holmes ist kein hagerer, hakennasiger Gentleman-Ermittler, der seine Langeweile mit Drogen bekämpft und jeden neuen Fall als eine sportliche Herausforderung sieht. Der neue Film bemüht sich, kein einziges Klischee zu bedienen und wirklich überall andere Wege zu gehen. Der moderne Holmes ist ein Soziopath – ein Ekel, der sich zum Zeitvertreib in billigen Spelunken prügelt, keine Manieren kennt und auch äußerlich eher einem Penner gleicht als einem Meisterermittler.

Screenshot zu: Guy Ritchie + Krimilegende = Lethal WeaponZauberei? Bösewicht Lord Blackwood (Mark Strong) hat vermeintlich übernatürliche Kräfte!

Dann gibt es natürlich noch Holmes ewigen Begleiter, den gutmütigen Dr. Watson, der ewig staunend über Holmes Logikkunstücke so etwas wie die Fanboy-Position in der ersten Reihe einnimmt. Aber auch hier ist nichts, wie es sein sollte: Guy Ritchies Watson (Jude Law) ist ein notorischer Spieler, scharfzüngig und brillant, und als einziger in der Lage, mit Holmes in jeder Beziehung mitzuhalten – sowohl, was die physischen, als auch was die geistigen Herausforderungen angeht. Tatsächlich agiert das Duo wie gleichwertige Partner, die sich den ganzen Film über ironische Wortgefechte liefern, während sie der dunklen Bedrohung in Form des Lord Blackwood (Mark Strong) auf die Spur kommen und die Geheimnisse hinter seinen vermeintlich übernatürlichen Fähigkeiten aufklären.

Woher kennt man das? Zwei Ermittler, die ohne den nötigen Ernst durch ein actionreiches Abenteuer stolpern und den bösen Buben immer mit einem Witz auf den Lippen das Handwerk legen? Richtig – das ist das Erfolgsrezept der Buddy-Komödien wie etwa der Lethal Weapon-Reihe. In den 80er und 90er Jahren erfreuten sich diese Filme überaus großer Beliebtheit. Doch irgendwann war dies vorbei und der Buddy-Film gilt seit vielen Jahren als tot. Nun wurde dieses alte Genre von Guy Ritchie reanimiert – für Sherlock Holmes.

Screenshot zu: Guy Ritchie + Krimilegende = Lethal WeaponSherlock Holmes und Dr. Watson suchen das Abenteuer – und beziehen dabei öfters Prügel. Oder landen im Knast.

Der echte Holmes-Fan wird sich jedoch angewidert abwenden, angesichts der groben Vergewaltigung des geliebten Stoffes. Zwar gibt sich Guy Ritchie die größte Mühe und flechtet viele Verweise auf die Geschichten Arthur Conan Doyles ein, verbeugt sich immer wieder vor anderen verfilmten Sherlock-Holmes-Vorgängern und baut auch die Gestalten aus den Geschichten ein - wie Inspektor Lestrade, die Haushälterin Mrs. Hudson oder die smarte Irene Adler (Rachel McAdams). Aber wieder wird das Ausgangsmaterial verändert: Adler wird im Film kurzerhand zu Holmes großer Liebe gemacht und Inspektor Lestrade (Eddie Marsan) muss sich immer wieder von Holmes und Watson verarschen lassen, bleibt dabei aber trotzdem immer ein Bewunderer und treuer Freund. So eine Beziehung gab es übrigens in den Lethal-Weapon-Filmen auch, das war damals Leo Getz (Joe Pesci).

Kommentare 22
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_ProGamer__ProGamer_02.01.2011 00:42
Richtig guter Film!!!
Besonders die Szenen in denen er seine Angriffe in SlowMo plant finde ich geil.
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HarlequinHarlequin17.02.2010 03:04
Werde mir den Film auf jeden fall ansehen, da ich einfach das setting so sehr mag.
Ich werde mir den Film jedoch nicht als "Sherlock Holmes" ansehen sondern einfach nur asl actionkrimi mit etwas humor. Einen guten alten buddy-film eben. Würde ich ihn als einen echten Sherlock ansehen...nunja...ich müsste mich wohl übergeben...
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EuerUntergangEuerUntergang06.02.2010 23:58
So hab mir den Film jetzt auch mal angeschaut^^, und bin tatsächlich positiv überrascht^^. Ich muss zugeben alle Bücher habe ich nicht gelesen, allerdings finde ich den Film trotzdem gelungen. Ich meine damit Holmes wurde nicht entwürdigt, denn seine Brillianz kommt hervorragend zur geltung. Jedoch sollte man Buch und Film nicht allzusehr miteinander vergleichen, das ist wie bei Herr der Ringe alles ist für sich genial^^ und Meinungen sind unterschiedlich^^^.
Zuletzt editiert am 02.01.2011 00:44
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RafoltaRafolta30.01.2010 02:41
Mir hat der Film auch sehr gefallen, obwohl jeder wohl ein anderes Bild von Sherlock Holmes im Kopf hat. Ein prügelnder Säufer der total verplant ist aber was solls, es passt irgend wie. Der Film und sein Konzept geht auf. Ich freu mich auf eine Fortsetzung angeblich soll Brad Pitt Prof. Moriaty spielen er hat wohl noch eine Schuld bei Guy Ritchie einzulösen ;)
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madonna = moriaty29.01.2010 21:58
Danke Lord Guy Richie. Jawohl, da lest ihr zurecht. Ich sehe ihn jetzt als Lord. Und ebenso haben wir nun gesehen das Madonna eine absolute Antimuse ist.

Best regards to the Lord.
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eccelsoeccelso29.01.2010 21:56
Ich bin mal ehrlihc, dass ich die Kritik nicht unterstützen kann. Und bevor man mir vorwirft ich würde nur auf überall gemochten Mainstream stehen und wäre ein Kunstbanause: Ich war immer ein Fan der alten Sherlockteile, finde aber, der neue Film geht gekonnt einen neuen Weg; was auch notwendig war. Ich finde sogar, es wurde mehr ersetzt als hinzugefügt und der werte her Holmes wirkt sehr viel "echter" als der damalige. Aus welchem Gedankengängen der Satz, es gäbe keine schlauen Kombinationen mehr kommt, will ich wissen; stellt er doch den Eindruck, das wäre verloren gegangen. ISt es aber nicht, sondern wird sehr schön aufgegriffen; natürlich offenbart Holmes seine ganze kombinatorischen Gedankengänge erst am Ende, aber das war in den früheren Filmen und auch in den Büchern nicht anders.

Ich glaube hier hat Gamona bewiesen, selbst von Vorurteilen geprägt zu sein. Alles was ich hier an Kritik gelesen habe, waren genau die Kommentare die von allen Seiten, nach dem Trailer kamen. Vielleicht hier doch weniger gekonntes SChlussfolgern, als mehr eine Wunschkritik für die Leser?
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Shadow28.01.2010 16:21
Wie kann man nur die Geschichten um Holmes und Watson so verunstalten. -.-

Gruß Opferlamm
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John_Locke hat recht28.01.2010 13:34
Die alten Filme waren in kaum einer Weise mit den dazu vorliegenden Büchern übereinstimmend, was die beiden Hauptpersonen anging.

Man könnte sich vorstellen, dass die damalige Zeit, in der die Filme gedreht wurden, weniger mit alten Action-Heroen klar gekommen wären und deshalbd Sherlock & Watson abgeändert wurden.

Der neuste Film ist in jedem Fall eine Granate.
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John_Locke28.01.2010 01:32
Aber die Figur des Dr. watson wird hier teilsweise aus den Büchern von Doyle wiedergegeben. Denn Dr. Watson wird im Buch als ein mittelgroßer, athletischer Mann in Holmes' Alter dargestellt,welcher in den Büchern auf Holmes' weibliche Klienten oft attraktiv wirkt. Und im Buch kann Watson mit Holmes Intellekt mithalten, auch wenn die beiden unterschiedliche Fähigkeiten besitzen. z.B. hat Holmes' geringe Kenntnisse menschlicher Anatomie und kein politisches Wissen.
Somit kann keine Rede davon sein das in den Verfilmungen im Bezug auf diese Figur einfach nur ein Klischee bedient wurde, hier aber in der actiongeladenen Verfilmung teilweise reinpasst, welch Ironi ^^
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Darnox28.01.2010 01:26
Da bekomme ich echt Angst ins Kino zu gehen. Schade, dass Jeremy Brett zu früh gestorben ist. Der wahrscheinlich beste Holmes Darsteller ever.
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Darnox28.01.2010 01:22
Da bekomme ich echt Angst ins Kino zu gehen. Schade, dass Jeremy Brett zu früh gestorben ist. Der wahrscheinlich beste Holmes Darsteller ever.
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pandarocpandaroc27.01.2010 23:52
Also ich glaube auch das Gamona hier einen anderen Film gesehen hat als meine Wenigkeit. Ich fand den Film erfrischend und die Figur des Sherlock Holmes wird doch vom Charakter her ganz gut vermarktet. Die Wertung wird dem Film in keinster Weise gerecht. Ich für meinen Teil freue mich auf eine Fortsetzung
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Boris27.01.2010 17:35
"...generell nicht sonderlich intelligenten Publikums..."

Danke, dass ich pauschal als "nicht sonderlich intelligent" bezeichnet werde.

Manche Dinge kann man sich wirklich sparen.
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nobbienobbie27.01.2010 16:36
Am besten sind die alten Kamellen mit Basil Rathbone und der 'Hund von Baskerville' mit Peter Cushing. Danach kommt erstmal lange Zeit nichts, aber diesen hier finde ich doch recht erfrischend.
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Peer KrögerPeer Kröger27.01.2010 16:20
hüstel, der Film spielt aber nicht vor den Geschichten von AC Doyle, sondern irgendwann dazwischen, und er zeigt auch keine jungen Holmes:
Holmes und Watson kennen sich seit langem und sehr gut, und sie lösen gerade ihre WG auf, da Watson heiraten will. Sie blicken auf viele Fälle zurück (z.B. Begegnungen mit Irene Adler), sind Moriaty aber noch nicht begegnet.
Ich glaube auch nicht, dass aus dem "neuen" Holmes der "bekannte" Holmes hervorgehen oder abgeleitet werden könnte... dafür ist er im Film einfach viel weltfremder und merkwürdiger als sogar in den Geschichten. Aber das kann natürlich jeder halten, wie er mag.
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Dude27.01.2010 15:38
Ich kenne meinen Holmes auch, Werkausgabe sei dank und ich fand diese Interpretation eines jungen Holmes sehr schlüssig.
Man darf nicht vom alten Holmes auf den neuen Zurücksehen, sondern andersherum und es erscheint mir auch hier schlüssig das aus dem Holmes dieses Films der stereotypisch bekannte Holmes wird.

Das 'erratic behavior' ist wunderbar getroffen, die ganzen 'quirks' (Mir fehlen gerade die deutschen Worte, pardon) zeichnen sich ab usw.
Man identifiziert mit Holmes und Watson immer etwas leicht trockenes, aber ich muss sagen das es sich dort um ältere, etwas "eingefahrene" Versionen handelt, die Conan Doyle da geschrieben hat.

Guy Ritchie zeigt uns, was davor war. Und das durchaus gut und schlüssig.
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Silfar27.01.2010 13:43
Habe ihn mir vor einigen Wochen im OV angesehen und sage:

Man stelle sich Sherlock Holmes so vor, wie er vor seiner uns eigentlichen bekannten Art und Weise war.

Dann passt es.

Ansonsten fand ich den Film spannend, aucch die Schlussfolgerunngen (gerade gegen Ende) waren typisch.

Soll sich aber bitte jeder seine eigene Meinung darüber bilden :)
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EvangelionEvangelion27.01.2010 13:13
Hab "nur" einige der Romane gelesen und auch nur auf Deutsch und das was ich bislang vom "neuen" Holmes so gehört habe stößt mich eher ab als, dass es mich ins Kino ziehen würde. Es ist fast das selbe wie mit dem neuen Kurs von James Bond, auch da kann ich den Craig´schen Filmen nichts abgewinnen.

Da wird das Original auf dreckig und actionreich getrimmt und fast nichts was traditionell die Hauptfiguren ausgemacht hat überlebt. Nichts gegen Veränderungen, aber sind heutige Filmmacher so unfähig, dass sich es nicht schaffen Altes und Neues zu verbinden? Warum konnte Holmes nicht Holmes bleiben und trotz dessen einen modernen Film spendiert bekommen? CSI funktioniert auch ohne viel Action und auch als Doppelfolge, dies nun mit etwas besseren Effekten in Kinoqualität und im früheren England umzusetzen kann doch nicht unmöglich sein. Mann muss nicht gleich Holmes auf Mainstream zurechtschneiden. Vielleicht aber mangelte es den Storywirter an Kiminalerfahrung. So dass eben fehlende Spannung beim Ermitteln durch Action ersetzt wurde, für mich eine miese Entscheidung.
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-.-27.01.2010 13:05
aber genau darum sollte es doch gehen wenn der titel sherlock holmes ist....... eigtl. war es mir schon vorher klar das die nen schice bauen und zuviel hollywood wieder sein wird.. trotzdem bin ich enttaeuscht das es so ist^^
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SturmprophetSturmprophet27.01.2010 12:59
Copy pwnd bei Peer.

Gut gemacht ;)
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Peer KrögerPeer Kröger27.01.2010 11:38
@copy:

Ja, ich habe tatsächlich ALLE Original-Holmes-Geschichten von Arthur Conan Doyle gelesen. Mehrfach. Auf Deutsch und Englisch. Und glaub mir, in den Büchern ist er kein witzelnder Soziopath - da gab es etliche Verfilmungen, die sehr viel näher am Material waren.
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CopyCopy27.01.2010 11:22
"Mit dem legendären Detektiv hat das aber nicht mehr viel zu tun."

Die Bücher über Sherlock Holmes gelesen? Dann würde man erfahren, dass diese Interpretation der Figur Sherlock Holmes der Romanvorlage sogar am Nächsten kommt.
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Sherlock Holmes
Sherlock Holmes FilmplakatRegie: Guy RitchieGenre:ActionFilmstart: Darsteller:Mark Strong, Rachel McAdams, Jude Law, Robert Downey Jr.
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