Oh je. Schon wieder ein Monsterfilm aus der Corman-Werkstatt. Und schon wieder ein Rezensent, dessen Hirnzellen beim Anschauen wie Popkorn platzen. Egal. Ein Mann muss tun, was ein Mann tun muss und wenn diese Kritik nur EINEN unschuldigen Zuschauer vor einer kompletten Gehirnerweichung rettet, dann war das Opfer nicht umsonst! Also, auf in die Schlacht!

Öhm…Handlung?

Vorab schon mal eine Entschuldigung falls die Geschichte nicht in ihrer ganzen, komplexen Pracht wiedergegeben wird, beziehungsweise die folgende Zusammenfassung wie wirres Gefasel klingt, aber angesichts der Tatsache, dass Drehbuchautor Matt Yamashita den Vorgänger „Sharktopus Vs. Pteracuda“ immerhin halbwegs kohärent hinbekommen hat, drängt sich der Verdacht auf, dass hier Drogen der härtesten Art im Spiel waren.

Sharktopus taucht jedenfalls plötzlich wieder auf und schlägt mitten während einer Beerdigung zu, die auf dem Schiff des versoffenen Kapitän Rays (Casper Van Dien) abgehalten wird. Ray wiederum wird zusammen mit seinem derbst unlustigen, ständig notgeilen Sidekick Pablo (Jorge De Los Santos) von einem Voodoo-Priester (Tony Almont) beauftragt, Sharktopus das Herz rauszuschneiden und ihm zu bringen. Währendessen kuriert Schönheitschirurgin Dr. Reinhart den angeschlagenen Baseball-Spieler Felix Rosa (Mario Arturo Hernádez), indem sie seine DNA mit der eines Wales und eines Wolfs kombiniert.

Sharktopus vs. Whalewolf - Jetzt ist dann aber wirklich alles egal.

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Goofy auf Crack.
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Heraus kommt dabei etwas, was aussieht wie ein schlecht gezeichneter Goofy auf Crack, allerdings auch mit einem unersättlichen Appetit auf Menschenfleisch gesegnet ist und natürlich für massig Probleme sorgt. Und dann gibt’s da noch Rays Ex-Freundin, die Polizistin Nita, die eigentlich einen Hals auf Ray schiebt, aber irgendwie trotzdem nicht so ganz von ihm los kommt. Und es wird auch noch die Dominikanische Version vom „Bachelor“ gedreht, was komplizierter wird als angenommen, da alle Kandidatinen nach und nach gefressen werden. Und Iggy Pop hat einen Kurzauftritt als Krankenschwester. Undundund.

Absturz total

Ein neuer Tag, ein neues Creature-Feature, zumindestens fühlt es sich seit ein paar Jahren so an. Die Schwemme der ultrabilligen Monsterfilme aus dem Hause Asylum oder New Horizons reißt einfach nicht ab, leider macht sich aber nur selten ein Anflug von Kreativität bemerkbar, man knüppelt den Zuschauern mit beeindruckender Beharrlichkeit lieber immer und immer wieder die selben Zutaten in die Hirne, vereinzelte neue Elemente (bei diesem Kandidaten unter anderem Voodoo-Magie) wirken nur hilflos mit grober Naht reingeflickt: Man fand die ein oder andere Idee während dem Produktionsmeeting vermutlich voll crazy, weiß aber eigentlich nichts damit anzufangen.

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Immer noch besser als meine Ehe!
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Oder, die Vermutung liegt bei „Sharktopus vs. Whalewolf“ näher, es war nach dem Verlassen des Büros auch schon wieder völlig egal, was am Ende dabei rauskommt. Hauptsache es wird möglichst schnell irgendwas mit Monstern zusammengesteckt, um die Kuh noch vor der (hoffentlich bald eintretenden) Explosion so gut wie möglich zu entsaften. Eins muss man dem neusten Kandidaten aus der Corman-Schmiede nämlich noch vor allem anderen vorwerfen: Das kommerzielle Kalkül war bei Filmen dieser Art natürlich schon immer extrem dominant, aber bei diesem Kandidaten kommt noch eine totale „Mir egal, die Idioten fressen’s doch trotzdem“-Maximalverachtung des Publikums hinzu, die „Sharktopus vs. Whalewolf“ nicht nur schrottig, sondern auch ganz schön unverschämt wirken lässt.

Maximale Zuschauerverachtung - der Ofen ist jetzt nicht nur aus, sondern eiskalt!Fazit lesen

Das fängt bei den Effekten an, denn die sind - man ist solange ungläubig, bis man es tatsächlich sieht - tatsächlich schlechter als im Vorgänger, der immerhin dank ein paar handgemachten Einlagen in dieser Disziplin noch auf ein zart gehauchtes „okay“ kam (natürlich innerhalb des hier vorhandenen Rahmens gesehen). Diese gibt’s hier aber kaum noch und das Computergefummel ist so rasend schlecht und die Interaktion mit den Schauspielern so grausig, dass das unmöglich nur auf technisches Unvermögen zurückzuführen sein kann - es wird schlichtweg einfach nicht (mehr) gejuckt haben. Dazu passt auch, dass der „Whalewolf“ ursprünglich erst ein „Mermantula“, eine Mischung aus Mensch Piranha und Tarantel werden sollte, aber aus unbekannten Gründen - vielleicht weil zuvor „Wolfcop“ auf Festivals die Runde machte? - kurzfristig umgebastelt wurde.

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Da können auch Industrial Light & Magic nicht gegen anstinken.
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Eine ähnliche Arbeitsverweigerung findet sich beim Inhalt, dessen Hauptproblem ist, dass die Viecher verhältnismäßig selten zum Einsatz kommen. Stattdessen eiert die Handlung unentschlossen zwischen Komödie, Drama, Buddy-Film, Voodoo-Spuk und Monsterkloppe ohne je auch nur ansatzweise zu einem Ganzen zu finden. Oder, anders formuliert: Es wird viel zu viel Zeit mit dummen Geschwätz und wenig lustigen Gags verbracht.

Das einzige Plus

Apropos „zu einem Ganzen zu finden“: Das Darstellerehepaar Caspar von Dien („Starship Troopers“) und Catherine Oxenberg („Denver-Clan“) ließ sich 2015 scheiden und das scheint sich im Film wiederzuspiegeln, denn Oxenbergs Einsätze als durchgeknallte, deutschstämmige Wissenschaftlerin wirken völlig isoliert vom Rest, außer mit ihrer superheißen Krankenschwester-Gehilfin und den irre bekloppten CGIs kommt es zu keiner Interaktion, praktisch alle Szenen spielen am gleichen Ort.

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Buh!
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Die Trennung des einstigen Glamourpaares, das sich 2005 auch in einer Reality-Show („I Married A Princess“) exponierte, scheint sich vielleicht auch auf die schauspielerischen Leistungen in diesem Auffahrunfall von einem Film ausgewirkt zu haben, denn die beiden sind tatsächlich der einzige Grund, der für „Sharktopus vs. Whalewolf“ spricht: Oxenberg spielt ihre Rolle mit einem baumstammdicken, deutschen Akzent so unfassbar überdreht (und trällert in einer Szene sogar „Guten Abend, gut’ Nacht“ von Brahms!), dass man sich ein Schmunzeln kaum verkneifen kann und der immer noch blendend aussehende Van Dien wandelt mit einer entspannten, unverhältnismäßig spielfreudigen, wirklich sympathischen, mit besseren Texten vermutlich sogar tatsächlich komischen Vorstellung auf Bruce Campbells Spuren.

Doch auch das rettet „Sharktopus vs. Whalewolf“ leider trotzdem nicht vor dem Absaufen.

Bitte aufhören! JETZT!