Auf dem Papier sieht „Secret Agency“ ziemlich gut aus. Der Anfang ist auch vielversprechend, aber dann merkt man sehr schnell, wieso der neue Film mit Hailee Steinfeld, Samuel L. Jackson und Jessica Alba nicht in die Kinos gekommen ist, sondern sofort auf DVD und Blu-ray begraben wird. Er weiß nicht, was er eigentlich sein will und so ist er alles: Teenie-Komödie mit Action und überzogener Handlung. Kurz gesagt, nichts passt zusammen.

Secret Agency - Barely Lethal - Exklusive Szene aus der Action-Komödie mit Samuel L. Jackson und Jessica Alba2 weitere Videos

Megan Walsh (Hailee Steinfeld) ist ein 16-jähriges Mädchen, das nie gelernt hat, wie ein echtes Mädchen zu leben. Denn sie wurde all die Jahre zusammen mit anderen Mädchen ausgebildet, um als international tätige Attentäterinnen Aufträge zu erfüllen. Sie war Agent 83 – und sie war gut.

Secret Agency - Barely Lethal - Samuel L. Jackson trainiert kleine Killer-Mädchen

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Der Film erscheint bei uns am 20.10.2015 auf Blu-ray und DVD.
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Ihr letzter Auftrag bestand darin, die böse Victoria Knox (Jessica Alba) gefangen zu nehmen. Das gelingt auch, aber es scheint, dass sie dabei stirbt. Megan erkennt, dass dies ihre Chance ist. Sie klärt nicht auf, dass sie überlebt hat, sondern beginnt ein neues Leben. Als Austauschschülerin aus Kanada sucht sie sich eine Familie und will dann das Leben in der High School kennen lernen. Aber nichts hätte sie auf die Tatsache vorbereiten können, dass die High School die Hölle ist.

Starker Anfang

Anfangs hat man noch Hoffnung, dass „Secret Agency“ sich als kleiner Geheimtipp entpuppen könnte. Der Auftakt mit den kleinen Mädchen, die zu Killerinnen ausgebildet werden, hat Schmiss. Und das sogar, obwohl Samuel L. Jackson hier eine Parodie jener Autoritätsfiguren spielt, die er häufig in geradlinigeren Filmen darstellt.

Aber in dem Moment, in dem Megan auf die High School kommt, kollabiert alles. Der Film ändert seine Tonalität, aber das ist nicht das letzte Mal, dass er das tut. Er macht nicht genug aus dem Umstand, dass Megan nicht nur ein Fisch-auf-dem-Trockenen ist, sondern auch eine knallharte Attentäterin.

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Das Potenzial war da, es wurde nur nichts daraus gemacht.
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Sicher gibt es die ganzen Momente, in denen sie jemanden umhaut, der ihr zu nahe kommt. Oder wenn sie eine Situation falsch einschätzt. Aber das vorhandene Potenzial wird hier nie abgerufen. Stattdessen wird vorhersehbarer Standard geboten.

Hier wird jedes Klischee bedient, danach kommt, was kommen muss: Natürlich wird sie von Samuel Jackson aufgespürt. Was dann folgt? Eine Szene, in der man ihr droht, sie zu foltern. Ihr erinnert euch an die tonalen Schwankungen? Hier ist wieder so eine, denn die Szene soll irgendwie lustig, aber auch dramatisch sein, im Grunde ist sie aber nur eines: nicht funktionierend.

Unfertig

Das Problem von „Secret Agency“ ist recht simpel: Das Skript wurde zu früh umgesetzt. Denn angesichts der Grundidee und der Besetzung wäre mehr drin gewesen. Aber die Geschichte hätte besser ausgearbeitet werden müssen. Eine klarere Linie wäre hilfreich gewesen, etwas mehr Biss hätte dem Streifen gut getan.

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Ein bisschen hiervon, ein bisschen davon...
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Stattdessen gibt es ein Klischee nach dem anderen. Jeder Gag wird langwierig vorbereitet, geradeso, als würde man glauben, dass der Zuschauer zu doof sei, zu kapieren, wann er lachen soll. Aber gut, die ganz großen Lacher gibt es eh nicht, weil die High-School-Sequenzen auch nur eine Variation von oft Gesehenem sind. Der Umstand, dass Megan eine exzellent trainierte Attentäterin ist, wird hier nie wirklich ausgereizt.

Spy Kids meets Mean Girls, aber richtig was draus machen, kann der Film nicht.Fazit lesen

Chick-Flick

„Secret Agency“ zielt in erster Linie auf ein junges, weibliches Publikum ab. Diesem wird immerhin eine starke Identifikationsfigur geboten. Der Film versteht es aber nicht, auch das starke Geschlecht abzuholen. Auch hier bleibt er unter seinen Möglichkeiten.

Zumal er aus Samuel L. Jackson zu wenig macht. Was hier vonnöten gewesen wäre, wäre hemmungsloses Chargieren. Dass er dessen fähig ist, hat er unlängst in „Kingsman: The Secret Service“ gezeigt. Hier ist er jedoch reichlich langweilig – derart lahme Rollen hat Jackson in den letzten Jahren reichlich gespielt.