Manche Horrorfilme sind lustiger als viele Komödien. Das dachten sich auch die Macher von Scary Movie, als sie ihre erste Horrorfilmparodie in die Kinos schickten. Das ist nun 13 Jahre her und Scary Movie versucht immer noch Zuschauer vor Lachen zum Schreien zu bringen. In Teil 5 hat man es u.a. auf „Mama“, „Evil Dead“ und „Paranormal Activity“ abgesehen.

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So lange es Horrorfilme gibt, wird es auch Scary Movie geben. Zumindest, wenn es nach den Machern der beliebten Filmparodie-Reihe geht. Der letzte Teil ist nun allerdings schon sieben Jahre her. Produzent und Co-Autor David Zucker hat dafür eine einfache Erklärung: „Es gab lange keinen großen, richtungsweisenden Horrorfilm wie seinerzeit ‚Der Fluch‘ mehr. Bei ‚Scary Movie 3‘ und ‚Scary Movie 4‘ hatten wir uns ‚Saw‘, ‚Der Fluch‘ und ‚Ring‘ vorgeknöpft. Und jetzt haben wir ‚Paranormal Activity‘, ‚Black Swan‘, ‚Mama‘ und ‚Evil Dead‘ beim Wickel. Endlich gibt es wieder Stoff zum Veräppeln.“

Sinnvolle Handlung? Egal!

Und Veräppeln kann die Crew von „Scary Movie“ ja bekanntlich am besten. Die Handlung spielt dabei natürlich nur eine untergeordnete Rolle: Jody (Ashley Tisdale) und Dan (Simon Rex) sind ein glücklich verheiratetes Paar. Jeder von ihnen geht seiner Arbeit und seinen Hobbys nach: Dan arbeitet in einem großen Affenforschungszentrum, in dem man versucht, chemisch die Intelligenz der Schimpansen zu erhöhen, und Jody spielt in einer Rockband.

Als die Kinder von Dans verstorbenem Bruder nach drei Jahren endlich in einer Hütte im Wald gefunden werden, stehen sie vor einer schwerwiegenden Aufgabe: Die Kinder sind total verwildert und reden ständig von einer gewissen „Mama“, die anscheinend nur sie selbst sehen können und die sich in der Wildnis um sie kümmerte.

Trotzdem bemüht sich Dan um die Vormundschaft der Kinder. Unter der Auflage, in ein komplett videoüberwachtes Haus einzuziehen, um den Entwicklungsverlauf der Kinder kontrollieren zu können, dürfen Jody und er die drei mitnehmen. Doch schon bald geschehen bizarre Dinge, die sich auch auf Dans Job und Jodys neues Hobby, das Balletttanzen, auswirken. Experten für Paranormales und eine Traumextraktion sollen helfen, sich dem Problem zu nähern…

Scary Movie 5 - Rise of the Evil Paranormal Black Mama

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Charlie Sheen und Lindsay Lohan veräppeln sich selbst.
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Rise of the Evil Paranormal Black Mama

Vermutlich habt ihr allein durch die Inhaltszusammenfassung schon diverse Filme erkannt. Neben Horrorfilmen werden jedoch auch so manche genrefremde Blockbuster der letzten Jahre durch den Kakao gezogen: „Black Swan“ wird ebenso gnadenlos parodiert, wie auch „Planet der Affen: Prevolution“ und „Inception“. Ben Cornish, der den Traumexperten spielt, sieht Leonardo DiCaprio sogar zum Verwechseln ähnlich.

Packshot zu Scary Movie 5Scary Movie 5

Des weiteren sind auch wieder einige Prominente in Gastrollen mit von der Partie: Darunter Snoop Dogg, Mike Tyson, Bow Wow, Lindsay Lohan, Charlie Sheen, Heather Locklear, Kate Walsh, Terry Crews, Molly Shannon und sogar R&B-Star Usher Raymond. Vor allem Charlie Sheen und Lindsay Lohan beweisen Mut zur Selbstironie und nehmen sich diesmal selbst aufs Korn.

Pause fürs Gehirn

Ansonsten ist der Humor altbekannt: Viele übertriebene Slapstick-Einlagen, die meines Erachtens längst überholt sind und in der heutigen Zeit nicht mehr so ziehen wie vor ein paar Jahren, Späße unter der Gürtellinie und andere Albernheiten. Nur wenige Witze scheinen intelligent durchdacht, wirklich gefordert wird das Publikum nie.

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Auch genrefremde Filme wie Black Swan kriegen ihr Fett weg.
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Doch was mich am meisten störte, ist die Tatsache, dass Gags viel zu oft wiederholt und viel zu sehr in die Länge gezogen werden. So schlägt Judy das kleine wilde Kind nicht nur einmal ins Gesicht, sondern zwei Mal, drei Mal, vier Mal. Und auch Dan verletzt sich nicht nur einmal beim Anbringen von weiteren Überwachungskameras, sondern drei Mal, vier Mal, hundert Mal…

Furzhumor at its best! Ausgelutschte Parodie, deren Outtakes im Abspann lustiger sind als der ganze Film.Fazit lesen

Gen Ende werden sogar ganze Szenen mehrfach wiederholt, wobei automatisch ein genervtes, augenrollendes Stöhnen einsetzt, bei dem die Hand resignierend vor das Gesicht wandert – denn irgendwann reicht es einfach: „Ja, ich hab‘s verstanden! Ihr findet es urkomisch, dass die bibeltreuen Christen sich zerstückeln. Und nochmal. Und nochmal. Und nochmal. Und…“

Dann gibt es natürlich wieder die klassischen „Ekelfiguren“, diesmal z.B. in Form eines dicken, lateinamerikanischen Kindermädchens, das gerne viel zu kleine Bikinis anzieht oder auf der Toilette gezeigt wird. Typisch „Scary Movie“ eben. Das Rad wurde hier weder neu erfunden, noch hat es sich weitergedreht.

Parodie auf… was?

Die Voraussetzung, um jeden Witz verstehen zu können, ist die Kenntnis der parodierten Filme. Das wird diesmal jedoch extrem schwierig, da die Macher von „Scary Movie 5“ sich mit dem Drehbuch so sehr beeilt haben, um aktueller denn je zu sein, dass manche Filme in Deutschland noch gar nicht laufen oder gerade erst angelaufen sind.

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Wetten, dass hier gleich gepupst wird?
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Mama, der die komplette Rahmenhandlung vorgibt, lief in Deutschland erst eine Woche vor „Scary Movie 5“ an und Evil Dead, auf den auch reichlich Bezug genommen wird, kommt erst drei Wochen später (am 16. Mai) in unsere Kinos. „Man muss immer auf dem aktuellsten Stand sein – wir veralbern ja auch ‚Fifty Shades Of Grey‘, der noch nicht einmal gedreht ist. Und als nächstes parodieren wir die Idee, die M. Night Shyamalan heute Morgen beim Duschen hatte“, erklärt Zucker.

Was für einen enormen Unterschied dieses Unwissen über die parodierten Filme ausmacht, konnte ich am eigenen Leib erleben, da ich „Mama“ erst wenige Tage nach der Parodie gesehen habe – und im Nachhinein „Scary Movie 5“ dann sogar etwas lustiger fand.

Vor allem dachte ich an vielen Stellen, wie klischeehaft, durchschaubar und albern die Rahmenhandlung der Parodie ist, bis ich später sah, dass „Mama“ an besagten Stellen ebendiese Albernheit innehat und viele seltsame Momente tatsächlich vom Vorbild stammen. Wobei ich das Original sogar noch lustiger fand und dabei weitaus mehr lachen konnte.