Es ist das derzeit einzige wirkliche Horror-Franchise: Auf einen neuen „Saw“-Film ist jedes Jahr Verlass, und gewiss, die beständigen Folter-Sequels um den Jigsaw-Killer stehen damit in einer nostalgischen Genretradition, die von Slasher-Vorgängern wie der einst endlos erscheinenden „Freitag, der 13.“-Reihe ambitioniert begründet wurden. Die schwankende Qualität der jeweiligen Episoden liegt dabei in der Natur der Sache – nach einem gar nicht so uncleveren fünften ist der sechste „Saw“-Teil nun wieder Business as usual: Vertrackt erzähltes, sich selbst wiederholendes, ausgestelltes Metzelkino.
Und ewig kreist die Säge. Nichts Neues aus Jigsaw-Town, bietet „Saw VI“ immerhin gewohnt saftige Horror-Unterhaltung für gemäßigte Ansprüche.FazitInteressant an den schnell heruntergekurbelten und unverschämt erfolgreichen Filmen der Serie ist der Umstand, dass sie sich ihres meuchelnden Helden bereits im dritten Teil entledigt hatte. Das Markenzeichen der „Saw“-Fortsetzungen also, der greise Jigsaw-Mörder, spielt faktisch nur noch eine untergeordnete Rolle. Die Autoren hat das im vierten der stets schlicht ohne Zusatz nummerierten Filme zu einem neuen Konzept angeregt, nach dem der Killer seine Aufträge quasi aus dem Jenseits weit über seinen Tod hinaus erteilt.
Business as usual: Das Fallendesign war auch schon mal origeneller.So stellte uns „Saw IV“ einen Jigsaw-Nachfolger vor, der mit Ton- und Videobändern des längst verstorbenen Serienmörders operiert und dessen Gräueltaten nun munter fortsetzt – eine logistische Meisterleistung! Tobin Bell, der Star der „Saw“-Filme, tauchte seither jedoch immer wieder in Rückblenden (und hier auch Visionen) auf, die schließlich bis zum ersten Film der Serie reichten und alles noch einmal in einem anderen Licht erscheinen ließen.
„Saw V“ stellte dann innerhalb der Vorgänger gänzlich neue Bezüge her und schaffte in eindrucksvoll verwobenen Parallelplots weitere konfuse Zusammenhänge, die sich angesichts zahlreicher neuer Figuren und Gesichter wohl nur Hardcore-Fans der Serie gänzlich erschlossen haben dürften. Mit der Logik durfte man es dabei nie so genau nehmen, immerhin erscheinen die sorgfältig durchgeplanten Rätsel und Fallen des vor seinem Tod schwer krebskranken Jigsaws geradezu absurd.
Arm dran...äh, ab: Natürlich wird mit saftigen Einzelheiten nicht gekleckert.Regisseur Kevin Greutert, bisher als Cutter in der „Saw“-Familie tätig, knüpft nun erwartungsgemäß genau dort an, wo der fünfte Film endete: Detective Hoffman setzt die Arbeit des Jigsaw-Killers im Geheimen weiter fort, während ihm seine Kollegen allmählich auf die Spur kommen. Ein weiterer Erzählstrang widmet sich abermals diversen Flashbacks, die die Vergangenheit seines toten Auftraggebers beleuchten, auch wenn es da nunmehr nicht allzu viel zu beleuchten gibt – die Geschichte des Jigsaws ist längst zu Ende erzählt, erstmals wirkt er hier vollkommen deplatziert und handlungsirrelevant.
Da natürlich auch saftige Foltereinlagen nicht fehlen dürfen, verschreibt sich der dritte Plotteil des Films einem egoistischen Direktor einer Krankenversicherung, der sich mühsam durch (allmählich wenig originelle) Fallen und Todesapparate kämpfen muss, die ihm diverse Entscheidungen über Leben und Tod abverlangen. Und weil auch die „Saw“-Serie die Wirtschaftskrise offenbar nicht unkommentiert lassen möchte, dürfen in der obligatorischen Exposition dieses Mal zwei Kredithaie um ihr Leben kämpfen: Wer sich das meiste Fleisch selbst abschneidet und in eine Waagschale wirft, erhält des Mörders Gnade. Prost.
Regie: Kevin GreutertGenre:HorrorFilmstart: Darsteller:Costas Mandylor, Tobin Bell
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Davon abgesehen sind diesmal solch hahnebüchenen Begründungen am Start. Man bedenke wie die Reihe angefangen hat...jeder der umkam hatte Dreck am stecken...und nun wird der böse Hausmeister gekillt, weil er ...trommelwirbel, spoiler...RAUCHT! ??? WTF???
Und ja, Kult ist per Definition die Wiederkehr des ewig Gleichen. Nochmal zum Mitschreiben:
1. Mal = Das ist neu, unerwartet
2. Mal = Mih davunn
3. Mal = Widder dat selve
...
6. Mal = Echte Fründe....
Torture porn ist der Fachausdruck für die SAW-Filme (und ähnlicher Machwerke)...
Bildung hilft.
halt primitiver Splatterdreck, aber ich konnte sowiso nie verstehen warum Splatter mit Horror gleich gesetzt wird.
Aber wers mag, solls sich reinziehen.
Es könnten von mir aus noch 10 teile rauskommen ich würde mir jeden einzelnen ansehen ;)
aber nach den eher mageren(im vergleich zu den anderen teilen) kinoeinnahmen von saw 6 wird wohl die reihe bald ihr ende erreichen, was ich sehr schade finden würde
ich hoffe nur dass die serie im 7.ten teil einen qualitativen sprung nach vorne macht damit saw dann wieder für die mehrheit der leute zugänglicher und annehmbarer wird ;)
ein neuanfang oder eine neue story könnten die serie vl noch retten :)
Im sechsten Teil gibt es auch Überlebende - es besteht immer potentiell die Chance durch gesteigerten Eigennutz zu überleben. :D
ab dann war die story (hihi) noch wirrer (zu wirr!), die fallen drifteten immer mehr in richtung todesmaschine ab (vorher konnte man ja noch überleben, wenn man die "aufgabe" durchführt - die letzte falle in 5 war jedoch einfach nur mord) und ich seh' den sinn für jigsaws nachfolger einfach nicht.
daher kann mir dieses machwerk hier auch egal sein :)