"Kompromissloser Gangsterfilm, in dem es keine Guten gibt. Jeder ist böse, nur manche sind es mehr als andere." - Peter Osteried

Oliver Stones neuer Streifen ist ein eleganter Gangsterfilm, sozusagen ein Sunshine Noir, der technisch als später Kommentar auf seine experimentelle Phase gesehen werden kann. Inhaltlich orientiert sich das Werk auch an Stones frühen Produktionen. So besitzt „Savages“ viel von der rohen, urtümlichen Kraft, die die frühen Stone-Produktionen auszeichnete. Sogar etwas Humor ist geboten, auch wenn dieser nicht minder grimmig als der Rest der Geschichte daherkommt.

Würde man meinen, eine Geschichte wie diese kenne man ohnehin, so gibt es einige Überraschungen. Zum einen ist von Anfang an unklar, ob die Erzählerin O überhaupt überlebt. Sie sagt selbst, dass nichts sicher ist. Zum anderen gibt es dann ein Finale, das ganz und gar den Erwartungen entspricht und in seiner Freitod-Mentalität an Shakespeares „Romeo und Julia“ erinnert (nur waffenstarrender!).

Aber „Savages“ ist mehr als das, denn was auch immer man für ein Finale erwartet, Stone bietet mehr als das, sozusagen die Phantasie eines gewalttätigen Endes und die Vorstellung eines Happy-Ends. Eine clevere Idee, die Os anfänglichen Voice-over, in dem sie erklärt, dass sie nur, weil sie diese Geschichte erzählt, sie nicht zwangsläufig überlebt haben muss, zugleich wahr und unwahr werden lässt.