Die Stärke des Films, der auf einem Roman von Don Winslow basiert, ist ganz klar, dass die Figuren allesamt rund erscheinen. Niemand ist gänzlich böse, jeder hat auch gute Seiten. Besonders beeindruckend zeigt sich das bei Hayek, die als Patin brutal, bösartig, sympathisch, liebevoll und menschlich zugleich ist. Besonders stark kristallisiert sich das in der Szene heraus, in der sie mit O gemeinsam isst.
Regie-Legende Oliver Stone kehrt zu seinen Wurzeln zurück.Man hat das Gefühl, dass sie dem Mädchen innerhalb eines gewissen Rahmens helfen will, spürt aber auch zugleich, dass sie sie ohne mit der Wimper zu zucken töten lassen wird, wenn es notwendig ist.
Diese Ambivalenz besitzen alle Handlungsträger, allenfalls bei Agent Dennis ist es nicht so spürbar, was wohl auch daran liegt, dass der Part eher klein ist.
Roman und Film haben einen cleveren Titel. Mehrmals in der Geschichte beobachten Protagonisten andere und kommentieren deren Treiben damit, dass es sich um Wilde handelt. Dabei ist keine Figur ausgenommen, es kommt immer nur auf den Blickwinkel an. Letzten Endes ist ein jeder nur ein Wilder, wenn man das Korsett der Zivilisation abstreift oder jedwedes Denken durch Gier ersetzt.
Lange nicht gesehen: John Travolta.In der Welt von „Savages“ geht es nicht um Menschenleben, um Loyalität oder Ehre, sondern nur um „das Zeug, für das wir uns alle gegenseitig umbringen“, wie es O so schön auf den Punkt bringt.
Regie: Oliver StoneGenre: DramaFilmstart:
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