Während Bella und Edward durch die Gegend glitzern und Katniss und Peeta einen unerbittlichen Krieg gegen das Kapitol führen, hüpfen Gwendolyn und Gideon munter durch die Zeit. Nach „Rubinrot“ kommt nun „Saphirblau“, der zweite Teil der Edelstein-Trilogie von Kerstin Gier. Vor allem Mädchen im Teenageralter dürften sich auf diese Zeitreise-Romanze freuen.

Saphirblau - Offizieller Trailer #1Ein weiteres Video

Love is in the air, love is everywhere. Vor allem in Film und Fernsehen. Schon zwei Jahre ist es her, seit die Vampire aus „Twilight“ ihr letztes Abenteuer im Kino erzählt haben. Die „Tribute von Panem“ gehen dieses Jahr in die dritte Runde und eine weitere Jugendroman-Romanze darf sich auf Teil zwei freuen: Die Edelstein-Trilogie von Kerstin Gier.

Mit dem Dreiteiler brachte sie ihren ersten Jugend- und Fantasyroman auf den Markt. Zuvor schrieb Kerstin Gier hauptsächlich Frauenromane wie „Männer und andere Katastrophen“, der mit Heike Makatsch in der Hauptrolle unter dem gleichnamigen Titel verfilmt wurde.

Saphirblau - Deutscher Schmalz á la Twilight, Runde II

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 4/71/7
Der Film startet bei uns am 14.08.2014 in den Kinos.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Kurze Reise in die Vergangenheit

In „Rubinrot“ entdeckte die junge Londonerin Gwendolyn Shepherd (Maria Ehrich), dass sie das Zeitreise-Gen ihrer Familie geerbt hat. Eigentlich sollte Charlotte (Laura Berlin) die Genträgerin sein, weswegen man sie jahrelang darauf vorbereitet hatte. Gwen hingegen ist nicht nur tollpatschig, sondern hat auch absolut keine Ahnung von den Geheimnissen um sie herum. Diese gilt es nun aufzudecken. Dabei steht ihr Gideon de Villiers (Jannis Niewöhner) zur Seite. Auch er ist Träger des Zeitreise-Gens – und ein absoluter Frauenschwarm, dem Gwen prompt verfällt.

Wie schon im ersten Teil werden die beiden Zeitreisenden von der geheimen Organisation der „Loge“ in die Vergangenheit geschickt, um dort sämtlichen Gen-Trägern Blut abzuzapfen, welches sie in den mysteriösen Chronographen einlesen. Mit diesem Gerät können die beiden gezielt in die Vergangenheit reisen, um so unkontrollierte Zeitsprünge zu vermeiden. Das klingt nun alles ganz schön wirr, wird in den Filmen aber gut und verständlich erklärt. Selbst wenn man „Rubinrot“ nicht gesehen hat, kann man mit „Saphirblau“ in die Filmreihe einsteigen, da es zu Beginn eine kurze Zusammenfassung der Ereignisse gibt.

Saphirblau - Deutscher Schmalz á la Twilight, Runde II

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 4/71/7
Regie führten Felix Fuchssteiner und Katharina Schöde.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Natürlich spielen auch weiterhin Lucy (Josefine Preuß) und Paul (Florian Bartholomäi) eine Rolle, die den ersten Chronographen gestohlen haben und direkt vor Gwen und Gideon in der Linie der Zeitreisenden stehen. Die beiden wollen verhindern, dass der zweite Chronograph vollendet wird, da sie weder der Loge noch ihrem Vorsitzenden, dem Graf von St. Germain (Peter Simonischek), vertrauen.

Typischer „Lückenfüller“-Film. Schwächer als der erste Teil, lässt „Saphirblau“ noch viel Raum für das Finale in „Smaragdgrün“.Fazit lesen

Animierte Gefährten

In „Saphirblau“ geht es nun also darum, das Geheimnis um den gefährlichen Grafen zu erkunden. Damit sind natürlich wieder zahlreiche Zeitreisen und entsprechend tolle und aufwendige Kostüme (Kostümbild: Alexander Beck) verbunden. Dabei freundet sich Gwen auch allmählich mit Lucy und Paul an, mit denen sie einiges verbindet. Neu dabei: Xemerius, der Geist eines Wasserspeier-Dämons, gesprochen von Rufus Beck.

Wer die Harry Potter Hörbücher von Rufus Beck kennt, weiß, dass dieser Mann ein fantastischer Synchronsprecher ist. So findet er auch diesmal wieder eine Stimme, die perfekt zur Rolle passt. Xemerius ist voll animiert, für deutsche Verhältnisse ganz in Ordnung, aber es könnte natürlich besser aussehen. Auch besitzt er einen sehr kindlichen Charme, der einem erwachsenen Publikum zu albern sein könnte.

Saphirblau - Deutscher Schmalz á la Twilight, Runde II

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 4/71/7
Liebe liegt in der Luft ... Mal wieder.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Aber natürlich geht es nicht nur um Abenteuer und Zeitreisen, sondern auch um die erste große Liebe der beiden Protagonisten. Während am Ende von „Rubinrot“ bereits der erste Kuss erfolgte, erleben Gwen und Gideon in „Saphirblau“ ein Auf und Ab der Gefühle. Gideon ist in der Loge aufgewachsen. Kann Gwen ihm vollends vertrauen oder benutzt er sie nur, um die Ziele des Grafen durchzusetzen?

Diese Zweifel werden leider nur recht halbherzig inszeniert und scheinen nie ein ernsthaftes Problem zwischen den beiden zu sein. Auch wenn sie sich streiten und Gwen von Skepsis übermannt wird, weiß man zu jeder Zeit, dass die beiden wieder zueinander finden, was leider die Spannung aus diesem Handlungsstrang nimmt.

Dadurch ergibt sich ein Schnulz-Overload, der seines gleichen Sucht. Während der Kitsch-Faktor im ersten Teil für den Otto Normalkinogänger noch in einem ertragbaren Bereich lag, wird dieser nun weit überschritten. Hinzu kommen alberne Szenen, wie die auf einem Ball, auf dem Gwen mit einer Eigeninterpretation des Rocky Horror Picture Show Klassikers „Time Warp“ den Vogel abschießt.