Das Genre des Katastrophenfilms ist eines, das innerhalb sehr eng abgesteckter Parameter stattfindet. Inhaltlich gleichen sich diese Filme seit den seligen 1970er Jahren, in denen mit „Erdbeben“ auch schon mal der Boden durchgerüttelt wurde, immens. Inmitten der großen Katastrophe sind es immer ein paar Figuren, um die man bangen soll. Ihre Geschichten sind normalerweise nichts Besonderes. Gerne gibt es Eheprobleme, die im Verlauf einer waschechten Katastrophe überwunden werden können.

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So ist es auch bei „San Andreas“: Ray (Dwayne Johnson) arbeitet als Lebensretter, steuert seinen Helikopter, hat es aber zuhause nicht leicht. Seine Frau Emma (Carla Gugino) hat ihn verlassen und zieht mit der gemeinsamen Tochter Blake (Alexandra Daddario) bei ihrem reichen Freund Daniel (Ioan Gruffud) ein. Lange darüber nachdenken kann Ray jedoch nicht, denn Nevada wird von einem gewaltigen Erdbeben getroffen, das auch den Hoover-Staudamm vernichtet.

San Andreas - Dwayne "The Rock" Johnson und... Eeeeeerdbeeeeebeeen!

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Der Film läuft bei uns am28.05.2015 in den Kinos an.
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Doch das ist nur ein Vorgeschmack, denn den ganzen San-Andreas-Graben entlang gibt es gewaltige Erdbeben, die vor allem San Francisco in Schutt und Asche legen. Dort befindet sich auch Blake, die es noch schafft, einen Hilferuf an ihren Vater abzusetzen. Ray macht sich auf den Weg, nichtsahnend, dass San Francisco das Schlimmste erst noch bevorsteht…

Das ganz große Spektakel

Katastrophenfilme sind ein zweischneidiges Schwert. Sie haben auf der einen Seite gigantische Schauwerte, auf der anderen Seite ist die Geschichte in der Regel sehr formelhaft. Letztere ist es auch, die bei „San Andreas“ für ein paar Momente gut ist, bei denen man mit den Zähnen knirschen muss.

Das sind Dialoge, die in solchen Situationen nicht gesagt werden würden, das ist der pure Glücksfaktor, dass den Protagonisten einfach nichts Böses wiederfährt. In der Beziehung legt sich „San Andreas“ auch selbst ein Bein. Indem er das Ensemble recht überschaubar hält, hat er auch nicht den Spielraum, beim Publikum eine emotionale Reaktion heraufzubeschwören, indem eine sympathische Figur den Tod findet. Stattdessen überleben die wackeren Leute so ziemlich alles, inklusive dem Zusammensturz eines Wolkenkratzers und dem zielstrebigen Draufhalten auf eine gigantische Welle.

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Wirkliche Angst um die Hauptfiguren hat man nicht.
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Die Hauptfiguren sind einfach unzerstörbar. Da würde sogar so mancher Superheld vor Neid erblassen. Aber gut, die Figuren sind auch nicht das, weswegen man sich „San Andreas“ ansehen würde.

Die ganz große Zerstörung

Roland Emmerich hätte an „San Andreas“ sicher seine helle Freude. Wie San Francisco hier über knapp zwei Stunden platt gemacht wird, das ist ein Triumph der Tricktechnik. Von solcher Perfektion konnten die Katastrophenfilme der 1970er Jahre nur träumen. Hier jedoch ist man mittendrin, wenn Wolkenkratzer wanken, wenn sich der Boden auftut, wenn gigantische Flutwellen auch noch den letzten aufeinander stehenden Stein umwerfen. Kurz gesagt: Was hier geboten wird, ist Schauwert pur.

In 3-D hätte es zwar nicht sein müssen, weil sich daraus kein echter Mehrwert ergibt, aber es stört auch nicht. Die Zerstörungsorgie, die die Effektkünstler hier abfeuern, sucht ihresgleichen. Aber eines schafft sie dann doch nicht: Darüber hinwegzutäuschen, was man hier eigentlich sieht.

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Schöne Effekte. Der Rest ist eher so "mäh".
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Man muss sich die Perversion auf der Zunge zergehen lassen. „San Andreas“ will, dass man als Zuschauer in das Leben von fünf Individuen investiert. Sie sollen einem am Herzen liegen, um sie soll man bangen. Und wenn dann das unausweichliche Happy End kommt, flankiert von der dümmlichen Frage „Was machen wir jetzt?“ und gekontert mit der noch alberneren Antwort „Wir bauen alles wieder auf“, dann kann man durchaus mal ein oder zwei Gedanken darauf verwenden, dass die Hauptfiguren zwar Glück hatten, Millionen andere aber draufgegangen sind. Das ist ein Happy End wie bei „Godzilla“, nachdem der „König der Monster“ als „Held der Stadt“ gefeiert wird, nachdem die gerade vollkommen zerstört worden ist.

Inhaltlich mager, aber die entfesselte Zerstörungsorgie hat zumindest reichlich Schauwert.Fazit lesen

Das Tüpfelchen auf dem I ist übrigens, dass auf den Überresten der Golden-Gate-Bridge erst mal eine riesige amerikanische Fahne gehisst wird. Man muss einfach Prioritäten setzen!

San Andreas - Bilder aus dem katastrophenfilm mit Dwayne Johnson

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