Auf dem Fantasy Film Fest kann man den neuen Anime „Patema Inverted“ begutachten, der danach auch den Weg ins Heimkino findet. Kaze hat sich die Rechte daran gesichert. „Patema Inverted“ ist aber die Art Film, die für das Kino gemacht worden ist, eine Art „Upside Down“, nur besser.

Patema Inverted - Trailer #2Ein weiteres Video

Patema ist ein Mädchen, das tief unter der Erde lebt. Ihr ganzes Volk lebt dort. Jeder wird gewarnt, die unbekannten Bereiche nicht zu inspizieren, aber Patema ist wie ihr Mentor Lagos neugierig und möchte mehr erleben. Sie findet einen Weg an die Oberfläche, aber dort erlebt sie den Schock ihres Lebens. Die Welt steht für sie auf den Kopf und sie fällt in Richtung des Himmels. Der junge Age, der an der Oberfläche lebt, findet Patema und hilft ihr. Er lebt in Aiga, einer Gemeinschaft, in der alles reglementiert und freies Denken verpönt ist.

Patema Inverted - Ein Mädchen fällt dem Himmel entgegen

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Die Welt steht Kopf ... Aber für wen eigentlich?
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Dabei träumt er wie sein Vater von den Sternen. Sein Vater wollte sogar fliegen, aber ein schrecklicher Unfall hat seinen Traum zunichte gemacht. Der Herrscher von Aiga weiß von den Umgedrehten, die unter der Erde leben. Für ihn sind sie Sünder, die vom Angesicht der Erde getilgt werden müssen. Als er Patema habhaft wird, glaubt er sich am Ziel seiner Träume: der Vernichtung der Umgedrehten.

Oben ist unten

Man fühlt sich an die SF-Romanze „Upside Down“ erinnert, auch wenn die Umstände hier doch ein wenig anders sind. Anders ist auch, dass es hier keinen derartigen Kitsch gibt, sondern die zarte Romanze mit vornehmer Zurückhaltung erzählt wird. Denn es geht in erster Linie nicht darum, dass sich Liebende, sondern dass sich Seelenverwandte finden. Das zeichnet den Film aus, der mit seiner ungewöhnlichen Optik immer wieder aufs Neue zu begeistern weiß.

Wenn Patema auf dem Kopf steht und sich an Age festhalten muss, dann ist das ein Anblick, wie man ihn so wirklich noch nie zu sehen bekommen hat. Die Macher von „Patema“ haben einen sehr originellen Ansatz für ihre Geschichte gefunden. Der Hintergrund dieser Geschichte ist clever konstruiert und fügt sich stimmungsvoll ins Gesamtbild.

Patema Inverted - Ein Mädchen fällt dem Himmel entgegen

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"Patema Inverted" oder auch "Sakasama no Patema"
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Zwar muss man sich wundern, warum niemand sich mit Seilen und Harnischen behilft, aber das ist nur ein kleinerer Schwachpunkt. Stattdessen ist es die bizarre Optik, deren Wirkung man sich einfach nicht entziehen kann. Da ergibt sich durchaus ein Schwindelgefühl, weswegen „Patema Inverted“ perfekt für die große Leinwand gemacht ist.

Menschen, die auf dem Kopf stehen. Klingt ungewöhnlich, ist es auch. Ein faszinierender SF-Film mit cooler Optik.Fazit lesen

Der Böse als Stereotyp

Der General, der Aiga anführt und seine verschlagenen Plänen folgt, ist im Grunde der Schwachpunkt des Films. Er hätte eine Figur wie die von John Hurt in „V wie Vendetta“ sein müssen, stattdessen degeneriert er immer mehr zum den imaginären Bart zwirbelnden Schurken, der zudem ein paar Charakteristika aufweist, die ihn höchst unverständlich erscheinen lassen.

Seine Begründung – für sich selbst, aber auch für seine Untergebenen – warum und wieso Patema sich auf ihn einlassen sollte, sind nicht weniger als hanebüchen. Ebenso wie die Überraschung des Generals, als diese Erwartungshaltung eben nicht erfüllt wird.

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Patema ist die Prinzessin.
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Interessanter ist da schon das Konzept dieser Gesellschaft – Aiga – in der die Bürgerschaft immer auf dem Spiel steht, abhängig davon, ob man den Konventionen und Regeln der Gemeinde folgt oder nicht. Das ist ein totalitäres System, das hier gezeichnet wird, und das mit nur wenigen Sequenzen, die aber ausreichen, um ein Gefühl für die dystopische Gesellschaft zu liefern.

Nicht ganz auf Ghibli-Niveau

„Patema Inverted“ ist keine Produktion von Studio Ghibli. Das sieht man dem Film auch an, denn obwohl die Optik durchaus ansprechend ist, fällt vor allem bei der Animation der Gesichter auf, dass hier nicht höchstes Niveau erreicht wird. Dem gegenüber stehen traumhaft schöne Bilder schwebender Menschen, inklusive einer großen Überraschung am Himmel, die man in ihrer Grundform als die „umgedrehte Form von Das wandelnde Schloss“ bezeichnen könnte.