Peter OsteriedWenn fiktive Figuren zum Leben erwachen, zuerst für den Autor, später auch für das Publikum, dann ist das ein geradezu magischer Moment. Es gibt ihn bei weitem nicht für alle Erzähler, für manche aber doch. Aus Worten formen sie sich lebendig anfühlende Figuren, die oftmals vertrauter sind als der beste Freund.
Eine clevere Komödie mit dramatischen Elementen, die sich gekonnt mit den Grenzen von Fiktion und Realität befasst.FazitEs hat etwas Narzisstisches, sich eine Figur auf den Leib zu schreiben, diese so zu gestalten, dass sie selbst innerhalb der Geschichte fiktiv ist, und sie dann auch noch zu spielen. Aber wenn es klappt, dann ist es wunderbar. Zum Glück für Zoe Kazan hat es bei „Ruby Sparks“ geklappt, was auch daran liegen mag, dass sich der Zuschauer ebenso wie die männliche Hauptfigur in das schräge, rothaarige Mädchen verliebt.
Calvin hat mit 19 Jahren als Autor seinen Zenit erreicht. Er hat den großen amerikanischen Roman geschrieben und zehrt noch immer von diesem Erfolg. In den darauffolgenden zehn Jahren hat er nur noch Kurzgeschichten und Novellen veröffentlicht. Jedermann wartet auf den nächsten großen Wurf, doch Calvin hat eine Schreibblockade.
Im Gespräch mit seinem Therapeuten wird ihm von diesem aufgetragen, auf einer Seite eine Geschichte zu schreiben, in der ihm eine Frau begegnet, die nicht nur seinen Hund Scotty, sondern auch ihn mag. Als Calvin von dieser Frau träumt, beginnt er über sie zu schreiben. In seinem Kopf erwacht Ruby Sparks zum Leben. Aber nicht nur dort, denn nach einer Nacht im Schreibrausch erwacht Calvin, und Ruby steht in seinem Haus.
Zuerst denkt er, er sei wahnsinnig geworden, doch auch andere können sie sehen. Wie auch immer es geschah, Calvin hat Ruby zum Leben erweckt – und wie sein Bruder und er bald feststellen, kann er durch das Schreiben an ihr verändern, was ihm nicht gefällt…
Zuerst schreibt der Schriftsteller Calvin nur über seine Traumfrau...„Ruby Sparks“ erscheint anfangs wie eine romantische Komödie. Die an sich abstruse Grundidee, für die auch nie eine Erklärung angeboten wird, ist nichts, an dem man sich stören oder reiben würde, weil der Film und seine Hauptdarstellerin entwaffnend süß und romantisch sind. Man akzeptiert, dass Calvin seine Traumfrau durch die Kraft des Schreibens erschaffen hat.
So gestaltet sich der Film anfangs tatsächlich als lockere, romantische Komödie und läuft zielstrebig auf den humorigen Höhepunkt mit dem Familientreffen bei Calvins esoterisch angehauchter Mutter (Annette Benning) und ihrem freigeistigen Freund (Antonio Banderas) zu. Doch hier zeigen sich auch die Risse, denn wie in jeder Beziehung kriselt es auch zwischen Calvin und Ruby. Weil er Regeln und Vorstellungen hat, nach denen er sie sich wünscht, weil sie anders ist, und weil er an ihr ändern kann, was nicht seinen Vorstellungen entspricht - was ihr nicht bewusst ist.
In einer wichtigen Szene erklärt Calvin seinem Bruder, dass er seine Macht über Ruby niemals ausnutzen wird. Doch noch bevor alle Worte seine Lippen verlassen haben, weiß man als Zuschauer, dass diese Büchse der Pandora noch geöffnet werden wird. Als es dann geschieht, nimmt der Film eine enorme Wendung. Was eben noch süß und lustig war, wird plötzlich dunkel und bizarr.

wernersen28.11.2012 23:16
Zwergen-King28.11.2012 17:46
Gast27.11.2012 18:02
mitha05.07.2012 08:57
Regie: Valerie Faris, Jonathan DaytonGenre: Fantasy, KomödieFilmstart:
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