Dass heutzutage mit einer bekannten Marke so gut wie alles verkauft werden soll – und in vielen Fällen wohl auch wird – ist längst allgemein bekannt. Und doch gibt es gerade im Umfeld einer Marke wie „Star Wars“ doch auch immer wieder Überraschungen, weil einfach jeder mit der Macht verdienen will – egal, wie abstrus die Verbindung zwischen dem Produkt und „Star Wars“ auch sein mag.

Rogue One: A Star Wars Story - Hinter den KulissenEin weiteres Video

Gerade der Hype um „Episode VII“ hat da richtiggehend Blüten getrieben. Besonders, wenn man sich mal vor Augen führt, mit welchen Assoziationsketten die Marketing-Experten da arbeiten – oder zumindest glauben, es zu tun.

Sehr schön ist die Werbung, die nicht nur im Fernsehen, sondern auch vor dem Kinofilm gezeigt wurde, und zwar von niemand anderem als Fiat. Man muss sich das vor Augen führen. Ein Kleinwagen wird hier beworben. Schön und gut. Aber wie?

Indem man den potenziellen Käufer im Cockpit des Wagens Platz nehmen lässt. Er schließt die Augen und sieht vor seinem geistigen Auge, wie der Millennium Falke abhebt. Fehlt nur noch der Verkäufer, der kurz nachfragt, wie toll das doch alles sei.

Mag ja sein, dass der Millennium Falke nur eine Schrottmühle ist, aber bei Gott, er ist um Welten größer als ein Fiat. Wie kommt man also nur darauf, eine Gedankenkette zu bilden, die vom Millennium Falken zu Fiat führt, von Coolness zu Spießigkeit?

Star Wars Inside - Werbewahnwitz

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Der Merchandise-Wahnsinn ist ja nicht immer schlecht... Oder?
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Sitzt da wirklich jemand im Kino und denkt sich dann: „Geil, der Millennium Falke, eine Fiat-Schüssel, so ein Auto brauch ich auch unbedingt.“

Orangen müssen rollen

Aber es geht noch irrer, wenn auch deutlich günstiger. Es gab allen Ernstes in Supermärkten Netze mit Orangen, auf deren Etikett nicht nur das „Star Wars“-Logo prangte, sondern auch noch BB-8 zu sehen war. Die Idee war hier wohl: „Beide rund, beide irgendwie orange (so mal mehr, mal weniger), da kann der „Star Wars“-Nerd von nebenan doch auch unsere Orangen und nicht die von der Konkurrenz fressen.

Immerhin sind die gesund, ob man das auch vom so genannten „Space Punch“ behaupten kann? Unter dem Namen wurden irgendwelche Vitamingetränke angepriesen, die mit „Star Wars“ natürlich so viel wie Sonnenschein mit Regen zu tun hat. Aber wer weiß, der Nerd mag auf die Idee kommen, Flaschen zu sammeln. Also nicht, um sie gegen Pfand umzutauschen, sondern fürs Regal!

Packshot zu Rogue One: A Star Wars StoryRogue One: A Star Wars Story

Dazu passt dann ja auch das Wasser von Volvic. Davon gibt es eine ganze Batterie im „Star Wars“-Design. Es handelt sich hierbei um kleine Flaschen mit Ausrundungen, durch die das Teil wohl besser in der Hand liegen soll. Darauf zu sehen sind aber verschiedene „Star Wars“-Figuren. Das wäre per se noch nicht verwerflich, aber es mutet bisweilen kurios an, denn angesichts der Auswölbungen hat es doch den Anschein, als hätten Darth Vader und Co. Brüste.

Star Wars Inside - Werbewahnwitz

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Eine gewisse Ähnlichkeit kann man ja nicht abstreiten...
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Die Werbe-Millionen

Ob wirklich eine Flasche Wasser oder ein Netz Orangen oder ein Fiat mehr verkauft wird, weil man mit „Star Wars“ wirbt? Das wird man nie zufriedenstellend beantworten können. Aber die Marketing-Strategen und –Experten können das der Kundschaft einreden, Disney kann den Anschein erwecken, und die Werbeträger können das gute Gefühl haben, dass dem so ist. Genauso gut kann es aber auch sein, dass all die Millionen, die in die Lizensierung geflossen sind, rein gar nichts gebracht haben. Also den Werbenden. Disney schon.

Der Konzern hat mit Merchandise und Werbeverträgen mehr als fünf Milliarden Dollar umgesetzt – und das nur rund um „Star Wars: Episode VII – Das Erwachen der Macht“. Klar, nicht jeder Dollar davon fließt an Disney, aber die knapp vier Milliarden, die George Lucas für sein Imperium erhalten hat, lassen sich auf die Art doch innerhalb weniger Jahre hereinwirtschaften.

Mit einem muss man heutzutage einfach Leben. Bei Ereignissen wie „Star Wars“ wird einfach auf Teufel komm raus für alles geworden, völlig egal, wie absurd das auch sein mag. Aber amüsant ist es bisweilen. Dementsprechend darf man jetzt schon gespannt sein, was sich Werbeträger zu „Rogue One“ und „Episode VIII“ einfallen lassen.