Wenn zwei Men in Black mit einem Kanister, der mit den Worten „Toxic Contents“ beschriftet ist, zu einem Hinterwäldler gehen und ihm auftragen, den Dreck mit seinem Flugzeug über der Gegend zu verteilen, dann weiß man, dass die Kacke bald am Dampfen ist. Da hilft es auch nicht, wenn der arme Mann noch fragt, ob das Zeug denn wissenschaftlich getestet worden ist.

Rockabilly Zombie - Official Zombie

Was für ’ne Frage! Natürlich nicht, der Test findet jetzt statt, mit der ahnungslosen Redneck-Bevölkerung. Die braucht eh kein Mensch, die können sich ruhig gegenseitig auffressen.

So fängt „Rockabilly Zombie“ an, der sich gar nicht müht, das Rad neu zu erfinden. Stattdessen gibt es Zombie-Einerlei nach altbewährter Art. Aber weiter im Text: Das Ausbringen des Versuchsmaterials zeigt natürlich Wirkung, denn die Leute, die damit in Kontakt geraten, verwandeln sich in blutrünstige Zombie-Monster.

Dumm, dass ausgerechnet an dem Wochenende ein Hillbilly seine White-Trash-Freundin heiraten will. Schnaps und gute Laune, so sollte das Wochenende aussehen. Stattdessen wird urplötzlich gegen Zombies gekämpft. Das kann die Eheschließung schon ziemlich vermiesen …

Billiger Schlock

Viel Geld stand für „Rockabilly Zombie“ augenscheinlich nicht zur Verfügung. Dafür ist der Streifen aber eigentlich ganz gut gemacht. Die Kameraarbeit kann sich sehen lassen, die Beleuchtung ist professionell und das Color-Grading ansprechend. Man mag meinen, dass das Standards eines Films wären. Sind sie im Grunde auch, aber bei B- und C-Filmen von Anfängern, die irgendwo im nirgendwo drehen, hat man schon weit, weit Schlimmeres gesehen.

Rockabilly Zombie - White Trash vs. Zombies

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Süße Schnetzelei - man hätte aber aus allem mehr machen können.
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Hier haben die Macher ihre Hausaufgaben auch erledigt. Herausgekommen ist ein Film, der zwar nicht so gut ist, wie der Titel hoffen lässt, aber passable Unterhaltung bietet. Wenn man nicht mehr als einen mediokren Zombiefilm erwartet.
Als solcher haut „Rockabilly Zombie“ dann schon auch mal auf die Pauke, denn die handgemachen Effekte sind schön matschig.

Packshot zu Rockabilly ZombieRockabilly Zombie

White Trash vor der Kamera

Die Schauspieler empfehlen sich nicht unbedingt für Größeres, aber mit all ihren Tattoos, den billigen Frisuren, den schäbigen Klamotten und der rotzigen Art sind sie zumindest das Ideal dessen, was man sich als White Trash vorstellt. Gut, das macht die Identifizierung schwerer, da man im Grunde nicht viel drauf gibt, ob einer oder mehrere der Hinterwäldler den Zombies zum Opfer fallen. Tatsächlich gönnt man es der einen oder anderen Nervensäge sogar.

Problematisch dabei: Das Teil lässt sich schon etwas Zeit, bis es endlich mal losgeht. Versprüht wird das giftige Zeug flott, aber bis endlich mal die Zombies als Wedding Crasher daherkommen, vergeht doch eine ziemlich lange Zeit. Die soll genutzt werden, um die Figuren vorzustellen, das hätte man sich aber auch getrost sparen können. Mehr als Kanonen-, pardon, Zombiefutter sind die alle sowieso nicht.

Durchwachsener Zombie-Streifen, der nicht so witzig ist, wie er eigentlich sein müsste.Fazit lesen

Hätte lustiger sein können

An sich erwartet man sich ja schon ein paar Gags, wenn nicht gar handfeste Schenkelklopfer. Bei dem Titel, der Prämisse und dem White-Trash-Ensemble hätte einfach mehr drin sein müssen. Aber der Humor ist weitestgehend nicht existent. Oder schlimmer: Man erkennt, dass eine Szene lustig sein soll, es aber schlicht und ergreifend nicht ist.